Zweimal Urbino,

einmal retour

Altes und Neues aus

den Marken von

Bernd Schmidt

© by Bernd Schmidt, Graz 2015/2016.

(…) Schon als Junge und später als

Mann gehörte er zu denen, die als

einfältig gelten und in Wirklichkeit

verdammt kompliziert sind. Darum

war es mir nicht recht, dass er in

eine katholische Familie

eingeheiratet hat. (…)“

Leonardo Sciascia, Jedem das Seine

*

Zauber der Erinnerungen,

Heilger Wehmut süße Schauer

Haben innig uns durchklungen,

Kühlen unsre Glut.

Wunden gibts, die ewig schmerzen,

Eine göttlich tiefe Trauer

Wohnt in unser aller Herzen,

Löst uns auf in eine Flut.

Novalis, Heinrich von Ofterdingen

*

San Daniele/Urbino

Sie schliefen bereits in eher unregelmäßigen Abständen miteinander. Immerhin noch: miteinander. Er durfte Sofia meist seitlich nehmen, eigentlich fast schon von hinten. Aber längst nicht mehr so tierisch, so animalisch, wie zum Beispiel damals noch, nach dem durchaus als stürmisch zu bezeichnenden Ausflug, den sie, von Grado kommend, nach San Daniele unternommen hatten. Zugegeben, auch – oder besonders – des berühmten Schinkens wegen. Vor fünf Jahren war das gewesen. Ja, 2011. Im Hotel „Alla Torre“ in der Via del Lago 1 waren sie abgestiegen. Kein so besonders exquisites Haus, aber – was sollte es? Sofia und Michael gefiel es hier. Doch, ja.

Ein Turmsegler sei er, hatte sie gesagt, nach dem Vögeln am späten Nachmittag.

Sie waren, wie erwähnt, von einem Kurzurlaub in Grado gekommen, wo ihr zuletzt die Frühsommersonne am Strand ordentlich in ihr Bikinihöschen hineingeschlüpft war. Voll stimulierend. Voll.

Turmsegler?, hatte er fragend geantwortet. Nein, Mauervögler, wenn schon.

Da hatte sie ihm spitzbübisch (oder besser: spitzmädisch?) und wie spielerisch ihren hübschen Arsch offeriert. Erneut. Und wozu auch immer.

Dann hatten sie Schinken, vorzüglichen San-Daniele-Schinken (wie oder warum just an diesem Ort auch anderen?!), gegessen, dazu Weißbrot und Oliven, eingelegte kleine Pilze und Zwiebelchen. Und er hatte, wie immer in solchen und ähnlichen Situationen, Joachim Ringelnatz („Kindergebetchen“: … Ich bin ein armes Zwiebelchen, / Nimm mir das nicht übelchen …) rezitiert. Bei einem gewissen Tito (so glaubte er sich zu erinnern), im „Antico Caffee Toran“, einer recht gemütlichen Taverne in der Nähe, rechts unter der ziemlich protzigen, jedenfalls beträchtlich übergroßen Basilika San Michele Arcangelo. (Das Hotel „Alla Torre“ liegt links vom ausladende Sakralbau. [Ausladend, in der Tat. Ausladend … Michael zumindest schien sein Namensvetter, der Erzengel, nicht einzuladen …])

Am nächsten Tag, bevor sie die Heimreise antraten, hatte er sich zwei Paar Jeans (von Dolce & Gabbana) in einer kleinen Boutique gekauft, die somit den Beweis erbrachte, dass man in San Daniele nicht nur exquisiten Schinken (samt Oliven, Zwiebelchen, Weißbrot et cetera) erstehen konnte. Für Sofia glaubte er, eine in der Tat schicke Bluse erwerben zu sollen. Sie schien überaus erfreut darüber. Und die Bluse tat, was ihr Part war – sie passte vorzüglich.

Doch jetzt – Urbino. Warum Urbino? Immerhin, wäre er nicht mit einer Frau aus der Toskana verheiratet, Michael würde es mit noch mehr Nachdruck verkünden, dass ihm ohnedies der Piemont von allen italienischen Provinzen mit Abstand die liebste sei … Aber nein. Urbino. In den Marken. (Noch dazu mit der Eisenbahn? Wo doch das italienische Eisenbahn-Unwesen bekanntermaßen nicht nur in Sizilien eine Schande ist, sondern im Grunde genommen …: gesamt-italienisch?! Doch schließlich waren sie über diffuse Strecken-Verführungen und nach der Passage kartographisch, wie es schien, immer noch weitgehend unerschlossener Gebiete in Friaul und Julisch-Venetien beziehungsweise, später dann, in den Marken selbst, doch noch in Pesaro angekommen. Immerhin schon in der Nähe Urbinos …)

Warum also just Urbino?

Vielleicht weil Stefano, ein Onkel ihrerseits, hier am Stadtrand eine große Keramik-Manufaktur betrieb? Stefano (Bravi-Cacamore oder Calcalmore? So oder ähnlich jedenfalls …) Der leutselige Grappa-Trinker Stefano, mit seinen unschönen Söhnen, Sofias Cousins – Ercule, Silvio und Ennio? Die Mutter, Teresa, war noch hässlicher als die Söhne. Und die waren schon Sonderexemplare der Hässlichkeit. Komischer Familienzweig. Und doch – seelensgut. (Wenn ihn sein Instinkt nicht trog. Nein, die waren schon in Ordnung.)

Man würde sie in den nächsten Tagen aufsuchen.

Die hässlichen Verwandten. Dabei galten die Menschen in den Marken doch ansonsten als ausgesprochen hübsch. Markomannen-Sprösslinge. Ja, doch. Keine schwarzhaarigen Teufel oder glutäugig-verführerische Schönheiten, nein. Dafür jedoch: blaue Augen und dunkelblondes, mitunter ins Rötliche spielendes Haar. Erinnernd an die wüsten Goten-Kriege, hier, südwestlich von Pesaro, das heute mit Urbino lägst schon eine Provinz bildet und immer noch ein angeblich hochwürdiges Erzbistum war.

Warum Urbino? 185 Kilometer von Florenz entfernt, 270 von Rom, 390 von Mailand.

Sie, Sofia, stammte ja eigentlich aus Florenz. Aus der nicht ganz so vornehmen Linie einer an sich schon eher vornehmen Familie. Von ihrer Mutter Francesca her war sie – angeblich – immerhin mit den Sforza verwandt, deren familiärer Nebenast nach diversen Streitereien mit irgendeinem schwulen Papst (oder Gegenpapst? Michael konnte sich nicht mehr so genau erinnern) aus Mailand in die Gegend von Florenz gezogen war, die Lombardei gegen die Toskana tauschend. Allerdings das schon irgendwann im späten 15. Jahrhundert oder so ähnlich.

Hier nun, im herrlichen Florenz, hatten sich die Moriulatti, so hieß Mutter Francescas Familie mit den Sforza-Einsprängseln, dann mit den Rossellini, den Pitti, auch mit den Ricasoli und den Montestieri, fast sogar mit den Medici, immerhin mit den Santini und wie sie alle hießen, vermengt. Das jedenfalls in bester Weinmischer-Manier. Oder nach Art der Schinken- und Salami-Macher sowie der großbürgerlichen Kaufleute. (Auch wenn mancher der Großonkels und Cousins womöglich neidvoll gegen Venedig hinschielte all die Zeit, wo es vergleichsweise immer noch ein bisschen mehr zu holen gegeben hatte; oder nach Rom, wo den Tüchtigen ebenfalls manche Karriere (optimal in Vatikannähe!) zu blühen versprach …

Der Vater, Andrea Veraforte, war in den späten 1990er Jahren schließlich mit seiner Frau Francesca und den Kindern (Sofia musste damals circa fünfzehn Jahre zählen, ihre Brüder, Marco und Cesare, waren wohl schon etwas älter) nach Österreich gezogen, und zwar just in Michaels Heimatstadt, nach Graz. Dieser, von seinen Mitarbeitern fast ehrfürchtig Comandatóre genannte Andrea Veraforte betrieb sehr erfolgreich eine entsprechend expandierende Import-Export-Firma (für Südfrüchte, Gemüse & mehr). Und da Österreich nun auch schon der Europäischen Union angehörte, schien die Verlegung des Filialsitzes der Firma Interfrutta ins Nachbarland naheliegend. Und obendrein: steuerschonend.

Also ging es nach Graz, an die Ufer der Mur. Und Michael entsann sich, was hier den Hauptgedanken allerdings doch empfindlich stört, einer Stelle bei Leopold Sacher-Masoch, wo der Begriff – an den Ufern – in Zusammenhang mit den schönen Grazerinnen und der Liebe an der Mur fällt*). Ansonsten schien die Übersiedlung des Geschäfts nach Graz grosso modo eine lohnende Sache zu werden. (Liechtenstein und die Schweiz waren außerdem bereits durch Briefkasten-Subunternehmen abgedeckt.)

Ja, und in Graz sollten sich dann Michael, der damals schon leicht frustrierte Student der Germanistik (Nebenstudien: Geschichte und Philosophie), und Sofia, der italienisch-fröhliche Jung-Spatz auf der Suche nach Wissensbröseln im Fach Betriebswirtschaftslehre (Bachelor- und Master-Studien waren erst noch im Gespräch), zum Anfang des neuen Jahrtausends über einen der vielen Wege laufen. Ihre bald darauf voll entflammte Liebe offenbarte sich – das ist der langen Rede kurzer Sinn – mithin am Campus der angeblich altehrwürdigen Universitas Litterarum (so, mit zwei tt, prunkt es noch immer an der Fassade des historistischen Hauptgebäudes der Carola-Francisca Graecensis [oder so ähnlich]).

Keine 15 Jahre später hatte er dann von seinem Gehirntumor erfahren. Entweder Operation – oder

Da war keine Interpunktion mehr nötig hinter diesem Satzfragment. (Sein Vater, viele Jahre zuvor, Prostatakrebs, brav Chemotherapie und so. Dann: Geheilt! Nach einer Kontrolluntersuchung im Landesklinikum, einige Jahre später, von einem Autobus der Linie 44 quasi von ungefähr [und ziemlich unfair] niedergefahren. Tot mit kaum 60 Jahren.)

Alles ist möglich.

Gedankensprung. Immerhin, Michael hatte Sofia nach längerem Hin und Her schließlich erobert. Dabei war die Zahl ihrer Adoranten zunächst durchaus beträchtlich gewesen. Zuletzt hatte er noch gegen eine vergleichsweise kleine Zahl – dafür umso impertinenterer – Konkurrenten ankämpfen müssen, nämlich gegen einen schleimigen Jungjuristen (und Mitglied einer schlagenden Verbindung) namens Widukind, einen blonden, lockenhaarig-engelhaften Altphilologen mit Namen Karl-Gustav sowie den recht alerten Sportwissenschaftler Patrick, der in aller Regel jedoch bloß auffallend nach teurem Aftershave (Joop!) roch.

Er hatte sich mit Sofias Sippe von Beginn an ganz gut verstanden; obschon ihm, dem eher liberal erzogenen Mittelstandsspross, die (Pseudo-)Religiosität dieser typisch italienischen Familie schon gehörig auf den Sack ging. Allein das Reservoire an Hausheiligen, aus dem die Verafortes da so allem Anschein nach schöpften, galt es etwas zu erreichen, wiederzufinden oder zu verhindern, wirkte beinahe schon Ehrfurcht gebietend. Die verfügten, zum Exempel, allem Anschein nach über mehr Sancti Antonii, als der Kanon der römisch-katholischen Kirche überhaupt vorsah. (Ach Gott – die Heiligenverehrung! Da sträubten sich Michael immer wieder aufs Neu die atheistischen Nackenhaare. [Bis er sich schließlich in den reichlich obskuren Zirkus fügte und innerlich darüber zu schmunzeln sich angewöhnte …])

Dazu kamen allerdings vier, fünf leibhaftige Priester in der nächsten Verwandtschaft Sofias, die nun in der Tat enervierend waren. Ein Prälat, zwei Monsignori und der Rest einfache Pfaffen, schienen sie allesamt in erster Linie (von oben?!) dazu abgestellt worden zu sein, um die kleineren und größeren Verfehlungen des schlitzohrigen Geschäftemachers Andrea Veraforte, der Sofias Vater (immerhin und bei aller Wertschätzung) nun einmal unleugbar war, irgendwie Seelen-technisch auszubügeln; im Verbund mit den diversen Rechtsanwälten und Advokaten in der umfänglichen Sippschaft. Und auch für die gab es genug zu tun, ohne Frage.

Man empfand sich als, das stand immerhin fest, der Kirche eng verbunden. Wobei sich der sizilianische Zweig der Mischpoche als besonders bigott hervortat. O ja, das spielte, Michaels Dafürhalten nach, schon bedenklich ins Mafiöse hinein.

Doch hatten Sofia und er mit denen, die da in Messina, Palermo und anderswo ihr Wesen trieben und ihren mehr oder minder legalen Geschäften nachgingen, erfreulicherweise kaum etwas zu tun. (Die vor Zeiten nach Urbino ausgewanderten Familienmitglieder tanzten da insgesamt ein wenig aus der Reihe: Man hielt sich in kirchlichen Dingen weitgehend zurück; und ansonsten eher heraus. Besonders Onkel Stefano, dem ein Glas guter Grappa allemal lieber war als eine Diskussion über die Dichte irgendeines Heiligenscheins. Doch davon später.)

*

*) Leopold von Sacher-Masoch, ansonsten als so gut wie alles schier manisch aus dem Erotischen heraus konnotierende Edelfeder bekannt, zitiert in seiner Erzählung „Lola“ das seine komische Wirkung vom Gleichklang Mur und l’Amour beziehende „Witzwort des Königs von Holland, Vater Napoleon des III.: ‚Die Stadt der Grazien an den Ufern der Liebe‘ (la ville des grâces sur le bords de l’Amour)“. Nun ja.

Majolika

Urbino. Wenn er vom Fenster des „Albergo San Domenico“ auf die Piazza Rinascimento hinunter sah – und er tat das gerade -, sprangen ihn erneut und unheimlich die Riesendimensionen der Palazzi und Häuser, der Fenster und Türen förmlich an. Wie alles da in Urbino. So übergroß dimensioniert eben. Übrigens auch der Dom, der nach dem großen Erdbeben von 1789 zu Ehren der Santa Maria Assunta auf dem Schutt der Vorgängerkirche errichtet worden war, schien ihm überdimensioniert. Ausladend (zumindest, wenn auch um einiges passender zu Urbino, als die Riesenkirche San Michele Arcangelo zum kleinen, gemütlichen San Daniele zu passen schien, damals, vor fünf Jahren.)

Zu groß. Alles zu groß!

Ein Glück, dass es da in den viel zu hohen, über-Menschenmaß-hohen Toren der ebenso unwirklich hohen Häuser und Paläste kleinere Türen eingelassen gab, die schon wieder eher menschlichem Maßstab entsprachen …, dachte er. Ein Glück …

Auf diese Weise durchschritten die Bewohner tagtäglich in Wahrheit mehr Pforten, als man ansonsten gewohnt war. Sie schienen indes – schon vom Temperament her – nichts davon zu halten, mit der Tür ins Haus zu fallen. So gelang alles eher – gemächlich. (Auch fiel ihnen selbst die Dominanz der Türen vermutlich längst nicht so stark auf wie dem Fremden.)

Hinter ihm, im Hotelzimmer, neben dem surrenden Ventilator, lag Sofia und schlief. Sie hielt Siesta, besser gesagt. Und er wunderte sich über die riesigen Türen. Und die Türenindentüren.

Sofia hatte sich ihr Schläfchen durchaus verdient. Sie waren nämlich viel herumgelaufen, quer durch die Stadt und hin zu allen möglichen Sehenswürdigkeiten: Palazzo Ducala, Porta Valbona, Piazza della Repubblica und – nolens, volens – zu x Kirchen …

Alles zu groß dimensioniert. Über-Menschenmaß-groß. Dabei waren die Menschen in den Marken nicht größer als sonst die Menschen in Italien. Eher mittelgroß. Nur. Und dazu noch braunhaarig und blauäugig. In der Regel. Schon ziemlich verwässerte, ins Volksganze eingesickerte Markomannen-Abkömmlinge eben. Ja. Vielleicht waren sie sogar in alter Treue auf ihre [längst toten] Herzöge eingeschworen, die sie immer noch, wenn auch angelebt und stumm, an die frühere Bedeutung der Kommune erinnerten – strategisch, vom Ruhm her und kirchengeschichtlich: Als episkopales Bollwerk Roms hatte Urbino über die eigentliche Dimension der Ministadt hinaus Bedeutung angehäuft durch diplomatisches Geschick und römisch-katholische Ausdauer …

Er öffnete leise die Minibar und entnahm ihr ein Fläschchen Campari-Soda. Er trank.

Und dann immer Rom-treu sein, schloss er an seine Gedankengänge von vorhin an. Da hatte doch schon der legendäre Frankenherrscher Pippin die Stadt an den Papst verscherbelt. Für Dank und Anerkennung und vielleicht auch, weil man ihm die himmlische Seligkeit in Aussicht stellte, wenn der kurze Pippin dann, über kurz oder lang, das Zeitliche segnete …

Urbino mit seinen nicht ganz 16.000 Einwohnern, wie erwähnt: Sitz des Erzbischofs, mit der Universitá Carlo Bo, mit Patrizierhäusern, einer vergleichsweise großen Zahl an Kirchen (ab 1631 war das kleine Herzogtum dann sogar direkt dem Vatikan unterstellt), et cetera. Und, was besonders wichtig war: Urbino galt und gilt immer noch als hervorragendes Zentrum hochqualitativer Keramikherstellung. Denn von da kamen und kommen die hübschen botteghe und die grottesche, die wertvollen Majolika-Vasen und -Teller.

Freilich, vor allzu langer Zeit schon hatte Urbino die eigentliche Blüte erlebt, besonders unter seinem Fürsten Federico da Montefeltro (1422 – 1482). Und der wiederum war – wer sagt’s denn? – mit einer Sforza verheiratet; in zweiter Ehe nämlich, mit Battista Sforza, verschwägert also mit der halben Nobilität Mailands! Donnerwetter! (Das hatte Michael in einem Reiseführer gelesen und dann sicherheitshalber nach-gegoogelt. Sinnlose Lektüre ansonsten und unergiebiges Wissen. Zumal für einen, der, wenn es nach seinen Ärzten ging, bald schon an seinem höchstpersönlichen Gehirntumor sterben würde. Weniger sinnlos indes, bedenkt man Michaels Profession als Lektor in einem Verlag, der unter anderem Reiseführer herausgab.)

Dass sie somit, wenn auch bloß weitschichtig, mit den alten Herrschaften von Urbino verwandt gewesen sein sollte, freute Sofia immerhin, der ihr Mann amüsiert davon Mitteilung machte; weil er annehmen konnte, dass ihr solcher Society-Tratsch Spaß bereiten würde.

Der Besuch bei Onkel Stefano und seiner hässlichen Familie, auch so ein Society-Sidestep, sozusagen, verlief dann allerdings wenig ersprießlich. Einerseits, weil der Onkel – es war am späten Vormittag – schon ziemlich betrunken war, anderseits Tante Teresa und die Söhne der beiden und somit Sophias Cousins: Ercule, Silvio und Ennio, in der Tat ausschließlich durch Hässlichkeit auffielen. Da war sonst nichts.

Urbino (eigentlich Urbinum Mataurense = Kleine Stadt am Fluss Mataurus). Sofia und Michael wollten – das war nun einmal einer der Gründe ihrer eigenwilligen Reise – Sofias Onkel Stefano, einen vor Jahrzehnten von Florenz hierher ausgewanderten Verwandten von Sofias Mutter, besuchen. Der gelernte Hafner- wie Keramikmeister hatte früh schon einen der führenden Betriebe in Urbino von einem ziemlich eigenbrötlerischen alten Handwerker namens Giuseppe Pamponini, angeblich einem weitschichtigen Verwandten des berühmten Komponisten Gioachino Rossini, übernommen. Pamponini wiederum war, Jahrzehnte zuvor, aus dem nahen Pesaro hierhergezogen. (Wenn man schon Pamponini hieß und womöglich noch mit Gioachino Rossini verwandt war, durfte man wohl ein wenig eigenbrötlerisch sein, konzedierte Michael dem [im Übrigen längst schon verstorbenen] Keramiker aus Pesaro.)

Die durchaus renommierte Firma führten seit einiger Zeit bereits Stefanos hässliche Söhne Ercule, Silvio und Ennio. (Sie erinnerten Michael, wenn er sie auf – glücklicherweise nur selten zugeschickten – Fotografien sah irgendwie an die hässlichen Habsburger, die er vor Jahren einmal in einer Galerie gesehen hatte; seltsamerweise in Barcelona. [Die katalanische Metropole hatte nämlich ebenfalls Jahrhunderte hindurch unter diesem habgierigen europäischen Adelsgeschlecht zu leiden gehabt …])

Die Söhne also führten, mehr sich allerdings dem Zank, Zwist und Hader widmend, als es gut gewesen wäre für solide Entrepreneure, den Riesenladen, während der Alte mit den anderen Senioren aus Urbino in den Tavernen und Bars diskutierte, Boccia spielte und sich ansonsten dem gemütlichen Grappa-Saufen hingab.

Aber: War Urbino nun eine Stadt, in der man sterben könnte – oder sogar möchte?

Michael fragte sich das allen Ernstes, dessen er fähig war. Er fühlte sich quasi in Todessachen unterwegs. Auf Beobachtung. Die richtige Umgebung zum Sterben ausspähend. Und er fühlte sich schon als eine Art Todes-Scout …

Doch, ja: Der rechte Ort und die rechte Zeit sollten es sein. Denn das hatte sich jedes Leben verdient. Da mochte es noch so beschissen gewesen sein; und Michaels war vergleichsweise ohnehin recht kommod verlaufen. Bisher. Doch, doch.

Der rechte Ort und die rechte Zeit. Auf diese Komponenten kam es an. Diese Koordinaten eines an sich ohnedies unbestreitbaren (und weitestgehend ja auch unbestrittenen) zeitlichen und räumlichen Ablaufs galt es einerseits strikt einzuhalten. Denn sie bildeten für sich das festgefügte Continuum.

Auf sie war, quasi anderseits, indes auch durchaus Verlass, hatte sich das Projekt Sterben einmal in Bewegung gesetzt, wenn wir dieses, zugegeben: nicht besonders gut passende Bild trotzdem quälen wollen (wie den armen Wanderer im berühmten Prokrustesbett).

Er, Michael, überlegte sich das alles nicht so sehr als ehemaliger Germanist und Sprachwissenschaftler, sondern vielmehr als Prüfling des Schicksals. Als einen solchen empfand er sich nämlich. Ohne allzu viel Emotionalität (hoffte er zumindest).

Aber – es ging hier schließlich um mehr als um eine Erzähltheorie. (Da kam bei ihm mitunter dann doch noch der Germanist, der Sprachwissenschaftler, durch, auch wenn er längst schon gewichtige Vorbehalte dieser sogenannten Disziplin gegenüber hegte.) Und es ging auch nicht um – sagen wir – ein linguistisches Schema. Oder gar um eine blödsinnige etymologische Überlegung. Nein: Es drehte sich um ihn. Und um sein Leben, also um seinen Tod. Ja.

Er überlegte sich das, wie gesagt, alles nicht als Germanist, aber auch nicht als durchaus geachteter Verlagslektor in einem, dem Zeitgeist, wie es aussah, völlig zuwiderlaufenden, trotzdem einigermaßen florierenden Kleinverlag, den ein guter Freund, sein ehemaliger Studienkollege Christian Traugold, geerbt hatte von seinen Eltern. Der Verlag hörte (wenn Verlage überhaupt auf etwas hörten) auf den hübschen und durchaus passenden Namen Primavista.

Man gab bei Primavista schöne, ein wenig aus der Zeit gefallene Literatur heraus. Von Autoren, die man früher einmal vielleicht Reiseschriftsteller genannt hätte. Unter Umständen sogar Abenteurer. (Doch Abenteurer zu sein, das war in unserer gleichsam vollklimatisierten Tourismuszeit mit Tiefkühlfach und Digitalwecker selbst bei Äquator-Expeditionen [oder am Nordpol, sogar in der Stratosphäre oder inter-galaktisch] gar nicht mehr so leicht. Noch dazu, da jeder unbedarfte Dummkopf alles und jedes aufsuchen durfte und konnte: jedes Königsgrab, jede heiße Quelle, jeden spuckenden oder furzenden Vulkan …)

Doch bei Primavista gingen die Uhren in der Tat etwas anders. Man gab zum Beispiel alte Reiseführer à la Baedeker in behutsam adaptierten Neufassungen heraus, und man schwelgte, quasi im Sinn einer Art diesbezüglicher Renaissance, wieder in der Blütezeit der Reiseschriftstellerei, indem man penibel kommentierte alte Schmöker wieder-auflegte.

Kurz: Irgendwie fluoreszierte da allenthalben Goethes Italienische Reise durch die Bestände.

Zudem stellte Traugold mit seiner Crew überhaupt Reprints von Klassikern her. Wissenschaftliches und Kurioses, auch ganz skurrile Sachen oft, die sowohl dahin als auch dorthin gehörten; oder nirgendwohin – außer in Bibliotheken mit dem gewissen Touch … Exquisit und für ein ausgewähltes Publikum. Doch konnten sowohl Christian als auch die paar fest Angestellten, die zwei, drei Freie und er, Michael quasi als Cheflektor, ganz gut davon leben. (Und er würde sogar ganz gut sterben können davon …)

Mit Michaels Vorstellung, auch ausgewählte zeitgenössische Belletristik ins Verlagsprogramm aufzunehmen, konnte sich Christian Traugold allerdings nicht so recht anfreunden. „Das ist nicht mein Revier“, sperrte er sich, aus Kurt Tucholskys „Deutsch für Amerikaner“ (1929) zitierend. Dann schob er merkantile und finanz-artistische Ambitionen vor, an denen es ihm diesbezüglich nun einmal mangle.

Und dabei glaubte Michael, just ein wenig ausgefallenen Gegenwartsautoren sollte Primavista eine Nische bieten, in der sie sich entsprechend entwickeln könnten. (Oder eben auch nicht. Auch darin würde sich nämlich alsbald die Spreu vom Weizen trennen!)

Er hatte schon einige Namen im Visier. Zum Beispiel einen alten, guten Bekannten seines verstorbenen Vaters, einen gewissen Bernd Schmidt. Der musste jetzt – wenn er denn noch lebte (doch, doch: Er lebt noch! Anm.) – auch schon bald an die Siebzig schrammen. Das letzte Mal, vor einigen Jahren, als er ihn getroffen und gefragt hatte, wie es ihm gehe und was er so mache, lautete die leicht unterkühlte Antwort: „Danke, so weit so gut. Ich bereite meinen literarischen Nachlass vor.“

Bernd Schmidt, im sogenannten Brotberuf gewesener Kulturjournalist und Redakteur, hatte praktisch sein Leben lang Zores mit seinen verschiedenen Verlegern gehabt. Egal, ob es sich dabei um einigermaßen namhafte, größere oder um Kleinverlage gehandelt hatte – irgendwie war immer der Wurm drinnen. Entweder sorgten sie sich nicht ums Marketing und die Auslieferung, oder sie verschlammten überhaupt den Vertrieb der Bücher. Fest stand: Keiner baute ein entsprechendes Netz für Schmidt auf; oder kümmerte sich um die Bindung von Leserschaft und Autor; und keiner bemühte sich um den Schriftsteller als Partner des Verlegers …

Da kaufte man lieber haufenweise Lizenzen von fremdsprachigen Werken, optimal von sogenannten Bestsellern. Oder man warf sich auf Schriften, bei denen das Urheberrecht gerade auslief – egal ob Adolf Hitler oder ein paar Juden.

Und die einheimischen Zeitgenossen? Die sollten sehen, wo sie blieben. (Oder man baute sie schnell auf, um sie alsbald wieder fallen zu lassen, wenn sie es nicht [mehr] brachten.)

Ja, so eine Bernd-Schmidt-Edition schwebte Michael vor.

Dabei könnte just in dieser unserer Zeit, so dachte Michael, eine funktionierende Beziehung zwischen Verleger und Autor durchaus von Vorteil sein; drehte es sich dabei doch immerhin auch um (zaghafte) Versuche, die allgemeine Verblödung unserer Epoche, diese galoppierende geistige Schwindsucht, vielleicht doch noch anzuhalten oder zumindest ein wenig zu verzögern. Und ihm fiel ein Brief des großartigen Jean Paul an den Leipziger Buchhändler Göschen ein, worin der Meister des Skurrilen äußert: „Hätte das Publikum mehrere Buchhändler von soviel Geschmack: so hätt‘ es selber einen bessern; denn beide verderben einander wechselseitig.“ (Herbert Kaiser [Hg.], Jean Paul zum Vergnügen. Stuttgart 2013.)

Doch jetzt war es auch schon egal. Eben kein Schmidt.

Piemont & Co.

Es hieß an früherer Stelle dieser Prosa irgendwo, dass Michael eigentlich den Piemont anderen italienischen Provinzen vorziehe. Umberto Eco (* 1932) zum Beispiel stammt aus Alessandria und weist auf seine, auf diese piemontesische Abstammung auch immer wieder und anscheinend gern hin. (Wenn auch mit Augenzwinkern. Doch was tut Eco überhaupt ohne Augenzwinkern? Und was ist bei ihm schon so, wie es zu sein scheint? Der Romancier, Kolumnist und vielseitige Gelehrte, der Semiotiker, Mediävist, Literaturhistoriker et cetera, versteht es, Fallen zu stellen und falsche Fährten zu legen. Möglicherweise ist das Stellen von Fallen und Legen falscher Fährten ja ein Charakterzug der Piemontesen?! Übrigens, auch der legendäre Prinz Eugen [von Savoyen-Carignan, 1663 – 1736; den die Österreicher irriger Weise für einen der Ihren halten, bloß weil er als Offizier und später als Diplomat und hoher Beamter im Dienste der – ansonsten nicht sonderlich inspirierten – Habsburger gestanden war] verfügte unter anderem auch über piemontesische Wurzeln. Aber der Prinz – nebenbei: Großneffe des Kardinals Jules Mazarin – war ohnedies mit fast allen sogenannten führenden Häusern Europas des 17. und 18. Jahrhunderts verwandt.)

An der, sozusagen: piemontesischen Italianitá – nichts gegen Sofias toskanische Variante! – gefiel Michael die stets mögliche, schier nahtlose Verschränkung gern zur Schau gestellter Honorigkeit mit der gehörig schlitzohrigen Handhabung des Prinzipiellen und Faktischen. Kurz: Nicht von ungefähr stammte einer der bedeutendsten Einiger Italiens, Camillo Benso Graf von Cavour (1810 – 1861) aus Turin. Der liberal-konservative Realpolitiker teilt seine Herkunft übrigens mit der Autohersteller-Firma FIAT und der Likörfabrik Martini & Rossi.

Und auch die Slow Food-Bewegung wurzelt hier, nämlich in Bra, wo sie Carlo Petrini (* 1949) anno 1986 als zeitgemäße, verantwortungsvolle Küche (und Genussform) ins Leben gerufen hat. Als einen Koch- und Lebensstil nämlich, der sich gegen die allgemeine Hast, die haarsträubende Massentierhaltung, gegen Gentechnik, aber auch gegen Agrarfabriken und kurzsichtige Formen der Bewirtschaftung wie etwa landwirtschaftliche Monokulturen richtet und für ökologisch ausgerichtete, auf Geschmacksvielfalt und wertvolle regionale Produkte sowie insgesamt auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung setzt. Bravo!

Piemontesische Vielfalt. Auch das berühmte (vermutlich gefälschte) Grabtuch Christi wird hier, in Turin, aufbewahrt.

Man sieht also, wozu die Region um Turin in der Lage ist. Gesegnetes Piemont! (Ob das nun von den Trüffeln kommt und den Hunden, die sie aufstöbern, oder nicht; von Fiat, Slow Food oder dem herrlichen Barolo – egal.)

Doch auch sonst wusste Michael, die Genüsse Italiens wohl zu würdigen. Ob nun die Toskana, ob Venedig oder Rom, Bologna oder eben Turin. Selbst zwar kein Autofan, hätte er sich diesbezüglich vielleicht am ehesten noch mit einem Lamborghini bezirzen lassen, ungeachtet des Firmensitzes in Sant’Agatha Bolognese, also in der Emilia-Romagna (und nicht im Piemont). Und auch ob nun Campari oder Martini – je nachdem, griff er zu diesem oder jenem. (Auch wäre es ihm im Leben nicht eingefallen, toskanischen Chianti mit piemontesischen Traubensäften auch nur annähernd in Vergleich setzten zu wollen … Genuss, je nach dem …)

Und Michael, erst einmal durch die Schule Sofias gegangen, teilte sogar nach italienischer Sitte das eine oder andere Vorurteil (zu denen, die er von Haus aus schon gehabt hatte).

Um die Macht der Vorurteile weiß natürlich auch Umberto Eco Bescheid. Sein tragikomischer Anti-Held Simone Simonini im kuriosen Roman „Der Friedhof zu Prag“ (2010, deutsch 2011) badet gerade darin; wenn Selbstmitleid und Frust nicht zur Hand sein sollten. Als am ärgsten empfindet er – obwohl er kaum je etwas mit einem von ihnen zu tun gehabt hat – naturgemäß die Juden. Und schon Simoninis Großvater hatte es dem Buben eingebläut: „(…) dass der Jude (…) eitel ist wie ein Spanier, ignorant wie ein Kroate, gierig wie ein Levantiner, undankbar wie ein Malteser, unverschämt wie ein Zigeuner, dreckig wie ein Engländer, schmierig wie ein Kalmücke, herrisch wie ein Preuße und lästerlich wie ein Piemontese aus Asti (…)“

Da war es naturgemäß nur zu leicht verständlich, dass Sofias schöne Vaterstadt Florenz seit ewigen Zeiten schon im härtesten toskanischen Konkurrenzkampf mit der schönen, nicht minder stolzen Nachbarin Siena lag.

Reisen half indes, manche der Vorurteile überwinden. (Oder betonierte sie, durch beinharte Bestätigung, erst so richtig ein … Wie auch immer.) In beiden Fällen erfuhr man als Vielgereister immerhin mehr über die anderen alle – und sogar über sich selbst. Denn letzten Endes entdeckt der Forschende stets sich selbst … Ob das nun angenehm ist oder nicht.

Zum Stubenhocker war Michael zudem nicht geboren. Nein.

Ja, er reiste gern. Freilich, auch Sofie mochte das Reisen. Sie liebte den alljährlichen Aufenthalt in der Toskana (ihrer Kindheit, wie sich ausdrückte; obwohl die naturgemäß dahin war wie bei jedem anderen auch). Auch fuhr sie, wenn immer ein Fest anstand in der riesigen Familie, gerne hin. Manchmal mit dem Auto, hin und wieder flog sie oder fuhr, wenn es ging, mit der Eisenbahn (was sie [niemand wusste, warum] besonders gerne mochte).

Dass sie gern reiste, verstand er, der selbst allein schon berufsbedingt viel unterwegs sein musste, durchaus. Da waren sie ganz d’accord. Besonders Italien reizte ihn nach wie vor; und nicht nur – neben dem Piemont – die Toskana. Doch die besonders: Faszinierten doch ihn, wie seine Frau, die Millionen ewig wippender Sonnenblumen im Hochsommer, die Bläue des Himmels (wenn er sich nicht unwillig zeigte und mit Gewittern drohte, zwischendurch), die schlanken Pinien und die hohen Pappeln … Nicht zu verachten war natürlich auch der herrliche Wein in all seinen Schattierungen. Nicht nur der süffige Chianti classico

Wie kaum anders zu erwarten, zeigten sich auch schon ihrer beider Kinder, die sechsjährige Katharina und der vierjährige Moritz, als taffe, unternehmungsfreudige Reisegenossen. (Zur Zeit wurden die beiden von Oma Francesca gewartet.)

Reisen, so fand Michael, waren die wahren Verzierungen des Lebens. Zumindest seines bisherigen Lebens. Egal, ob London. Lissabon oder New York, ob Paris, Berlin oder Moskau, ob Athen, Belgrad oder Helsinki – er liebte es, fremde Metropolen (aber auch kleine, oft malerisch-verträumte Orte) kennenzulernen; so weit das in der meist karg bemessenen Zeit bei diesen Dienstreisen im Auftrag des Verlags Primavista eben möglich war.

Meist, natürlich, flog er. (Auch wenn ihn, den Vielflieger, immer noch und immer wieder eine gewisse unbeschreibliche Flugangst befiel. Die wusste er indes mit tauglichen Getränken zu zähmen. Doch fuhr Michael auch gern mal per Schiff, was sich allerdings in aller Regel zeitaufwendiger gestaltete. Oder er war mit der Eisenbahn unterwegs. (Nur meist nicht in Italien; da hatte er seine eigenen Erfahrungen gemacht, über die er indes kaum je sprach …)

Grundsätzlich bereitete es ihm ein großes Vergnügen zu reisen. Und umso lieber war er dann auch wieder daheim.

Denn in der Weise, wie er – siehe oben! – seine Reisen als Verzierungen des Lebens empfand, stellte das Heimkommen gleichsam eine Belohnung für die Strapazen und Entbehrungen dar. (Auch wenn es gar keine nennenswerten solchen gegeben haben sollte …)

Reisen … O ja! Kuba fehlte noch. Und Asien, Australien. Dahin wollte ihn Christian Traugold eigentlich im nächsten Frühjahr schicken. China, Indien und Australien. Kuba …

Doch dazu würde es nun nicht mehr kommen.

Aber Italien allein schon war immer wieder eine Reise wert (gewesen). Nicht nur die großen Zentren, nicht nur Rom, Venedig oder Mailand, Bologna, Neapel oder Turin – Michael liebte nun einmal den Piemont, wie wir inzwischen wissen – aber auch das so ganz eigenartige, andere Triest, auch Palermo, den Gardasee … Er mochte es in aller Regel dort, wo er gerade war. Auch St. Petersburg oder Bonn, Aachen und Paris, London oder Lissabon …

Mit Barcelona, der beeindruckenden, Ja: herrlichen Hauptstadt Kataloniens, allerdings hatte er Probleme: War doch sein Vater, wie erwähnt, in Graz von einem Linienbus zusammengeführt worden. Und in Barcelona, wo der große Architekt des Skurrilen, Antoní Gaudí, sozusagen: allgegenwärtig ist, musste Michael immer an die furchtbare Kollision des alten Mannes mit einer Straßenbahn im Jahr 1926 denken … Da halfen ihm weder die bizarre Sagrada Familia, die ihn einerseits mittels ihrer fast schon obszönen Skurrilität, anderseits durch den Umstand versöhnte, dass sie vermutlich nie fertig werden sollte (was sie freilich mit den meisten gotischen Kirchen gemeinsam hatte …), noch die üppigen Bauten des Park Güell oder die originelle Casa Battló, auch nicht die so fröhlich schwingenden Häuserfronten sowie die üppig-floralen Ensembles und die putzig-filigranen Einzel- und Zierobjekte … Da war Bitternis.

Allerdings: Gefahr lauerte überall.

Er reiste indes auch geistig gern. So verschwand er zum Beispiel mitunter tief in der Deutschen Romantik, um auf den Spuren des erhitzten Suchers nach der blauen Blume, nach „Heinrich von Ofterdingen“, zu forschen; und wohl auch dessen Schöpfer aufzuspüren, den vielversprechenden, leider so jung-verstorbenen Freiherrn Georg Philipp Friedrich von Hardenberg alias Novalis.

Übrigens: War der „Ofterdingen“ tatsächlich der so groß angedachte Gegenentwurf zu Johann Wolfgang von Goethes „Wilhelm Meister“? Oder war dieser Zinnober schließlich auch bloß so ein Zinnober, wie ihn Germanisten eben gern verbreiten?! (Immerhin fand Michael die Zueignung, in Form zweier sehr ordentlich konstruierter Sonette, recht hübsch; zumal Novalis sie vermutlich einerseits für seine verstorbene erste Braut, Sophie [sic!], anderseits für Braut Nr. 2, eine gewisse Julie, verfasst und dem ersten Roman-Teil, „Die Erwartung“, vorangestellt hatte. Und Michaels Frau, Sofia, trug als zweiten Vornamen – erraten! -, den Julia; allerdings in Erinnerung an eine wenig glückliche Ricasoli, eine Ururgroßtante aus Florenz … [Zur Zweibräute-Theorie: Wolfgang Frühwald in seinem Nachwort zur Reclam-Ausgabe des Heinrich von Ofterdingen, Stuttgart 2013.)

Mitunter reiste Michael also bloß ihm Geist, in der Phantasie – oder im Traum … Etwa an die Gestade der „Neverland“-Insel, wo das Schiff des bösen Piratenkapitäns Hook vor Anker lag und wo die gefangenen Kinder waren … Jaja, sich mit Hook anzulegen, das hatte schon was! Mit diesem listigen Despoten! Diesem Zerrbild des phallischen Vaters! Oder mit dem riesigen, nicht minder bösen Krokodil, dieser Überzeichnung der alles verschlingenden Mutter; denn so belieben manche Exponenten der Psychotherapie bekanntlich die „Peter Pan“-Personage zu interpretieren … (Und alles im Schatten der dämonischen Uhr, die der Kindheit unerbittlich ihr Ende anzeigt.)

Und Michael reiste – im Geist – los, um die liebliche Wendy und die anderen Buben und Mädchen zu befreien; oder um mit der süßen kleinen Fee Tinker Bell (auch: Glöckchen oder Gypsy genannt) herumzutendeln. Oder um sonst irgendwie auf den Spuren des „Peter Pan“-Erfinders James Matthew Barrie zu verweilen. Warum das? Weil eben auch ihn, Michael, als Erwachsener, mitunter die unbändige Lust überkam, wieder ein Kind zu sein. (Obschon er [wie die meisten anderen wohl auch] doch noch wenige Jahre zuvor alles darum gegeben hätte, möglichst bald erwachsen zu werden! Und wie rasch war die Zeit vergangen …)

Die Welt ist alles, was der Fall ist. (LW 1)

Die Eisenbahnlinie von Fano nach Urbino war schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb. Also ließen sich Sofia und Michael (nunmehr von Urbino aus, wie Tage zuvor in Pesaro) ein Taxi kommen; nur dass es jetzt in die Gegenrichtung zu fahren hatte. Doch war es, so schien es zumindest dem beruflich viel in der Weltgeschichte herumreisenden Michael, zumal in Italien kein allzu großer Nachteil, erst gar nicht die Bahn als Transportmittel zu benutzen.

Und wieder würde Michael darauf verzichteten, die hübsche Provinzhauptstadt von Pesaro und Urbino, den besonders von Opernliebhabern mit schierem Fanatismus (im Sommer zumal, während der Festspiele!) besuchten Geburtsort des Komponisten Gioachino Rossini einer eingehenderen Betrachtung zu unterziehen. (Auch dass in der ehemals etruskischen Stadt zu Römerzeiten [als Pisaurum] der Tragödien-Dichter Lucius Accius gelebt hatte, löste bei Michael ausnahmsweise einmal keinerlei Forscherdrang aus.)

Die Devise musste vielmehr lauten: Möglichst rasch das meist endlose Abschiedszeremoniell hinter sich bringen. Denn das Ritual ihrer Trennungen, wenn er etwa vom Verlag Primavista aus und im Auftrag seines Chefs Christian Traugold zu einer Dienstreise aufbrach (oder wenn sie zwischendurch einmal – ohne ihn – nach Italien fuhr, um irgendwelchen [langweiligen] Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen im riesigen Familienverband beizuwohnen), das Ritual war stets gleich enervierend. Und so sehr Sofia diese Übungen liebte und schätzte, so wenig konvenierten sie ihm. (Wie ihm übrigens auch Traditionen eher ein Gräuel waren.)

Dann fuhr der Zug der im Allgemeinen – und das wohl schon seit den Zeiten eines Fritz von Herzmanovsky-Orlando und seines Romans „Maskenspiel der Genien“ – weitestgehend unverlässlichen (Italienischen) Staatsbahnen endlich dahin. Mit ihm Sofia. Sie winkte Michael aus dem Fenster des sich entfernenden Zuges zu, und er erwiderte ihren letzten Gruß.

Dann stieg er ins Taxi zurück ein, um sich wieder nach Urbino, in diese über-Menschen-große, in diese irgendwie doch todesnahe und gespenstische Stadt des Herzogs Federico da Montefeldo und seiner Gattin Battista Sforza, zurückfahren zu lassen.

Nahe der Porta Valpona ließ er den Fahrer anhalten. Er bezahlte den Mann ausgiebig.

Jetzt würde Michael noch ein paar Schritte zu gehen haben, nur noch ein paar Schritte. Dann wäre auch seine mühsame Reise endlich – zu Ende. Schritte. Ein paar Schritte nur. Erst die physischen, sozusagen, die ihn zurück ins Hotel „San Domenico“ auf der Piazza Rinascimento 3 trugen. Dann die transzendenten. Die ins Nichts. Oder ins Alles. Wie auch immer. (Nein, er glaubte eher an die erstgenannte Möglichkeit: ins Nichts. Als Philosoph, wenn auch bloß – wie er sich selber sah – ziemlich inferiorer Ausbildung [und ebensolcher Begabung]. Denn er hatte kaum nennenswerte Professoren gehabt. Sogar Namen wie Amadeo Silva-Tarouca oder gar Eustach Wald-Guldenstein tauchten bestenfalls im Bibliographien- und Anmerkungsteil seiner immer wieder im Studium und auch später fallweise herangezogenen Lektüre auf. Bestenfalls. [Wer würde dereinst zum Exempel von Bügelpferch, Waldemar R. Bügelpferch reden?! Oder vom selbsternannten Final-Logiker Alfons Birnlaub?! Und doch hatte er bei ihnen Vorlesungen besucht und Seminare abgesessen. Weitgehend sinnfrei und zwecklos …])

Er wollte, so hatte er sich das überlegt, die tatsächlich letzten Schritte dann mit Ludwig Wittgensteins „Tractatus“ tun – und mit Gift. Gift, vermengt mit Campari-Soda. (Auch wegen des neutralen Bittergeschmacks beider Komponenten: Zyankali und Campari. Das klang wie eine piemontesische Firma, die einen besonderen Aperitif herstellte. Außerdem: Das Gift sei quasi der Komponentenkleber zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen dem Hier und dem Nichts …, dachte er …, versöhnlich und … bitter allemal [sic!].)

Ludwig Wittgenstein. Passender als so manch andere Überlegungslektüre zu diesem Anlass. Wenn denn der Tod ein Anlass wäre. Wittgenstein.

Die Welt des Glücklichen ist eine andere als die des Unglücklichen“, lautete eine Aussage in 6.43, gegen die sich weiters – wie bei Wittgenstein üblich – kaum etwas sagen ließ. Und Michael war – weder im philosophischen (wenn es denn einen solchen gäbe) noch im alltagssprachlichen Sinn jemals so besonders glücklich (gewesen) bisher.

Wie auch beim Tod die Welt sich nicht ändert, sondern aufhört“, hieß es bei Wittgenstein weiter (6.431). Und: „Der Tod ist kein Ereignis des Lebens. Den Tod erlebt man nicht (…) Unser Leben ist ebenso endlos, wie unser Gesichtsfeld grenzenlos ist. (6.4311).“

Eben. Dabei sollte man es auch belassen. Es sei denn, man war ein Ludwig Wittgenstein vergleichbares Philosophen-Kaliber. Und das war er nicht. Nicht Kaliber, nicht Kapazität oder das, was scherzhaft: Kapazunder genannt wurde. (Und woran ihm immer besonders die Wort-Coda -zunder gefallen hatte.)

Doch die Studiosi von heute sprachen kaum mehr so blumig wie ihre studentischen Vorgänger durch die Jahrhunderte, die doch – angeblich – stets zum einen oder anderen, mehr oder weniger harmlosen Iocus aufgelegt gewesen waren. Joseph Victor von Scheffels Kinder, quasi …

Man denke nur an die losen Späße, noch zu Zeiten des jungen Heinrich Heine in Bonn und wohl auch an der Uni von Göttingen, oder, um Jahre früher schon, an das, was der Studiosus Johann Wolfgang Goethe alles angestellt hatte. Längst noch nicht von, Geheimrat, Minister, Hoftheaterintendant und Klassiker, hatte er aus schierem Übermut (und um sich, quasi per Rosskur, von seiner, ihn von Kind an peinigenden Höhenangst zu heilen) den damals schon legendären Turm des Straßburger Münsters bestiegen. Wie gesagt, einerseits um gegen seine Phobie anzukämpfen; anderseits, weil er eben ein toller Hecht war.

Dieser tolle Hecht war er, schon von (seit dem Jahr 1782), Minister zu Weimar, Geheimrat et cetera, so ein toller Hecht also war er anlässlich seiner „Italienischen Reise“ immer noch, als er anno 1786 in Malcesine am Gardasee gar unter Verdacht geriet, ein österreichischer Spion zu sein. (Oberitalien war bekanntlich immer wieder ein beliebtes Areal, ging es um Begehrlichkeiten zwischen Habsburg und den einzelnen, in aller Regel miteinander verfeindeten italienischen Fürstentümern und Stadtstaaten; im aktuellen Fall war es Venedig.)

Hatte der angebliche Maler aus Deutschland, Filippo Miller, wie Minister (et cetera) Johann Wolfgang von Goethe sich bei seiner italienischen Unternehmung zunächst nannte, doch in aller Gemütsruhe die reichlich pittoresk-ruinösen Wehranlagen und den kuriosen fünfeckigen Turm des befestigten Schlosses abzuzeichnen begonnen. Klar, solch ein eigenartiges Verhalten musste ja auffallen; und so besonders viel war am Gardasee damals auch noch nicht los. Die Massen an verwegenen Surfern – auch das war den unberechenbaren Winden, die beinahe permanent um den bis zu 240 Meter tiefen größten See Oberitaliens wehen, geschuldet –, die Surfer-Massen, die man im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts dann würde verzeichnen, waren nicht einmal noch als Ideen ihrer diversen Vorfahren im Raum verteilt.

1786. Der Podestá, den das verunsicherte Volk alsbald gerufen hatte, war unschlüssig, wie er vorgehen solle; und auch der Aktuarius (Schreiber) wusste keinen Rat. Erst als Goethe seine Herkunft aus Frankfurt offenbarte, holte man einen gewissen Gregorio, der zufällig als junger Mann in der Stadt am Main bei verschiedenen Bürgern in Diensten gestanden war.

Ich erzählte ihm von den sämtlichen italienischen Familien, deren mir keine fremd geblieben; er war sehr vergnügt, manches Einzelne zu hören (…)“, teilt der Dichterfürst in seinem Bericht mit. Und dass schließlich alles gut ausgegangen sei, ihm besagter Gregorio den schönen Ort gezeigt und ihn zuletzt mit einem Früchtekorb verabschiedet habe. „(…) und so schied ich mit günstigem Wind von dem Ufer, welches mir lästrygonisch zu werden gedroht hatte“, heißt es da zum Schluss. (Alles unter dem seiner „Italienischen Reise“ vorangestellten sicherlich doppeldeutigen Motto „Auch ich in Arkadien!“ [Wer nun? Der Tod, am Ende gar?!])

Das Ufer war Goethe dann also doch nicht lästrygonisch geworden, welcher Ausdruck auf die Odyssee hinweist, worin die Laistrygonen als gefährliche, Menschen-fressende Riesen vorkommen. Immerhin war Goethe der prachtvolle See, der stets aufs Neu alle Farben spielen kann und dessen dauernd drehende Winde ein Kapitel für sich sind, somit um einiges gewogener als Jahre zuvor einer riesigen Kriegsgondel, die von den Venezianern (im Kampf gegen die Österreicher), umständlich genug über Land hierher gekarrt worden war.

Das Schiff ging nämlich, nachdem man es zu Wasser gelassen hatte, sogleich unter … (Wie man in einem kleinen Museum in besagtem fünfeckigen Turm von Malcesine, samt Hinweis auf Goethes Abenteuer, erfahren kann.)

Zurück zu Michael und der Einsicht, dass der Gesellschaft – auch und besonders der studentischen – der letzten Endes befreiende Witz längst abhanden gekommen war: Nicht allein Heine, nicht Goethe, auch keine anderen Käuze à la Heinrich Spoerls Lehrerschaft in der legendären Kleinstadt-Lausbüberei „Die Feuerzangenbowle“ (1933; 1944 mit Heinz Rühmann in der Rolle des spät zum Schüler mutierten Erfolgsliteraten Pfeiffer [erstmals] verfilmt). Oder alle die anderen Spaßvögel, die ihm selbst noch – wenn auch bloß als schemenhafter Abglanz ihrer Urbilder – vereinzelt untergekommen waren; oder wenigstens hätten unterkommen können. Sie waren tot. Oder vergessen. Oder beides.

Kein Hamlet, der, den Totenschädel des alten Hofnarren Yorick aufhebend, des treuen Mannes gedenken wollte, der mit ihm, dem Kind Hamlet, gespielt hatte, immer und immer wieder: „Alas! poor Yorick!“ (V,1) …

Nicht einmal Onkel Max, der jede Familienfeier raffiniert lahmzulegen verstand, allein durch seine abgeschmackten Witzchen und längst unansehnlich gewordenen Pseudo-Pointen aus dem gern zitierten Jahre Schnee, die niemandem mehr einen frivolen Schauer oder gar den pubertierenden Mädchen ein bisschen Röte auf die Wangen zu zaubern imstande waren. Scheiß-Pointen, die im Gegenteil – soweit es überhaupt ein Gegenteil zu ein bisschen Wangenröte bei pubertierenden Mädchen gibt – lediglich ein Zeichen dafür waren, wie weit es mit Familien bei quasi normaler Abnützung durch die Jahre kommen konnte (oder: musste).

Es gab kaum mehr etwas zu lachen. Und schon gar nicht wollte irgendwer was dazu tun, dass man lachen hätte können. Nicht einmal hämisch.

Ulk und Witz waren, so schien es, angesichts einer verblödeten Welt nicht mehr angesagt.

Es wankte folglich alles schier pointenlos dahin.

Da nutzte auch ein einigermaßen stilvoller Abgang nicht mehr viel. (Höchstens, dass er vielleicht für den, der ihn – mühsam genug – zelebrierte, den erwarteten Effekt brachte.)

Mochte es also kommen, wie es wolle. (Die Phiole mit dem Zyankali war aufgebrochen, das Fläschchen Campari-Soda geöffnet.) Nun, denn.

Und doch, eines wollte Michael eigentlich nicht: Sein Leben (und gleichzeitig diese Geschichte) mit Wittgensteins stimmiger Schlusssentenz (7) aus der „Logisch-philosophischen Abhandlung“ abschließen (obwohl sie sich dazu beinahe in verführerischer Weise anbot): „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“

Nein, so wollte er eigentlich nicht aufhören. (Aber sowohl das Leben als auch das Sterben können mitunter durchaus etwas Lästyrgonisches an sich haben.)

E N D E

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