Lebenswette

Eine Burleske von

Bernd Schmidt

© by Bernd Schmidt, Graz 2016.

Endlich war es gelungen, Tote wieder lebendig zu machen; oder

präziser ausgedrückt : Leute, die das erste Leben und den ersten Tod

erlitten hatten, auf kurze Zeit wieder zurückzurufen (ichweißichweiß;

exakt müsste ich sagen : das n=te Leben; und jetzt befinden sie sich

in n plus 1. – Natürlich hatte es mit den Unsterblichkeitstheorien des

Christentums nicht das geringste zu tun; es war wieder einmal ganz anders).

Arno Schmidt, Goethe und einer seiner Bewunderer

*

Was wettet Ihr? Den sollt Ihr noch verlieren,

Wenn Ihr mir die Erlaubnis gebt,

Ihn meine Straße sacht zu führen!

Johann Wolfgang von Goethe, Faust I.

*

der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts

Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.

Friedrich von Schiller, Über die ästhetische Erziehung

des Menschen in einer Reihe von Briefen

*

Im Wettfieber

Zugegeben, die meisten, die irgendeinmal mit Harry Limburger zu tun gehabt hatten, verfügten danach über keine allzu gute Meinung von ihm. Und auch der Rest, seine eher oberflächlichen Bekannten und Eintags-Freunde also, hielten ihn in aller Regel für einen Gauner. Und für einen ziemlichen Versager außerdem. Unternehmerisch und überhaupt.

Harry Lime, wie ihn einige aus der engeren Umgebung in Anspielung an den „Dritten Mann“ mit Vorliebe nannten, galt als Niete. Und wer Geld hatte, dem riet man von Geschäften mit ihm strikt ab. Es sei denn, jemand wollte partout seine Moneten gern und rasch los werden.

Denn wer mit Harry Geschäfte machte, baute durchaus auf Sand.

Harry Limburger hatte, als er ins Wettgeschäft einstieg, schon einige andere Versuche hinter sich, seinen Lebensunterhalt zumindest mit einigermaßen Aussicht auf Erfolg und vielleicht auch länger-während zu sichern. Doch waren diese Experimente allesamt mehr oder minder schmählich gescheitert. (Warum nur? – Nun, das mag an Harrys Unfähigkeit gelegen sein, an der zerrütteten Weltwirtschaft oder an üblen galaktischen Konstellationen …)

Harry Lime – die Anspielung, seinen Namen betreffend, galt übrigens eher dem Film „Der dritte Mann“ (1949) von Regisseur Carol Reed als dem nach dem Film-Skript von Graham Greene selbst gestalteten Roman –, Harry Lime fehlte es zwar an der notwendigen Gerissenheit, echte schwerwiegende Schweinereien zu vollbringen, wie sie etwa Orson Welles im betreffenden Kult-Streifen zelebriert hatte. Und sogar die meisten von Limburgers kleineren und größeren schiefen Dinger gingen mit schöner Regelmäßigkeit daneben. Doch er ließ es sich nicht verdrießen. „Neues Spiel, neue Chancen!“ So lautete Harrys Motto.

So schlug Limburger denn auch immer wieder in einem als wenig vornehm bekannten, eher schon übel beleumundeten Wirtshaus sein ambulantes Wettbüro auf. Und tatsächlich fanden sich in der „Schwarzen Elster“ allemal Leute, die zu jedem nur möglichen Unsinn bereit waren; wenn es ihnen nur, mit dem Minimal-Hauch einer Chance versehen, womöglich irgendwann irgendetwas bringen könnte … Da setzten sie, wenn es sein musste, sogar auf das bevorstehende Sterben diverser – meist älterer, siecher oder behinderter – Mitbürger.

Denn das war der Clou dabei: Die Teilnehmer sollten mit ihren Wetten möglichst genau an das Todesdatum der Wettobjekte herankommen! (Ansonsten funktionierte alles ähnlich, wie es [besonders in England und in den USA] Sitte [oder: Unsitte] war; etwa bei Pferde- oder Windhunderennen, Papstwahlen oder Prinzen-Namen.)

Nur – das Wetten in dem sehr bescheidenen, Harry-konformen Rahmen, brachte leider nicht viel; außer zunächst einmal ein paar Ordnungsstrafen, Verweise und andere juristische Scherereien. Viel würde übrigens auch in Zukunft damit nicht zu holen sein. Dafür bürgte, sozusagen, allein schon Versager Limburger höchstpersönlich … Das war so ziemlich allen in der betreffenden Szene klar. Freilich – außer Harry Lime selbst.

Insofern war womöglich schon der Name des Gasthauses – „Zur schwarzen Elster“ – von einem gewissen Symbolcharakter für die Unternehmungen, die hier vonstatten gingen (oder: gehen sollten). Denn: Wenn ein Ort schon wenig phantasievoll nach einem üblicherweise schwarzen Vogel „Zur schwarzen Elster“ hieß, ließ sich dort ganz allgemein nicht gerade ein Hort des überquellend Positiven vermute. Oder gar ein Dorado der Chancen.

Es ging also nichts weiter. Bei Harry nicht und bei seinen Wetten. Und bei der Elster.

Nach einiger Zeit des geschäftlichen Dahindümpelns auch auf dieser neuen merkantilen Schiene ließ Harry Lime sich darauf ein, zusätzlich auch das Er- oder Ableben von Haustieren zum Wettinhalt zu machen. Das schien übersichtlicher (und außerdem: vielleicht etwas weniger anrüchig) als das bei menschlichen Mitbewohnern der Fall war.

Dabei erwiesen sich Exemplare mit besonderer Zählebigkeit wie Papageien oder Schildkröten als kaum empfehlenswerte Wettobjekte. Besser eigneten sich schon Geschöpfe mit einer überschaubaren Lebenserwartung. (Da galt es ebenfalls, einiges an Lehrgeld zu zahlen …)

Ein besonderes Phänomen stellten die Ehemänner mehrfacher Witwen dar; hier war die Ablebens-Wahrscheinlichkeit gar nicht so leicht einzuschätzen. (Nicht alle betreffenden Damen waren akkurate Mörderinnen!)

Übrigens, auch bemitleidenswerte krebskranke Kinder und Jugendliche, allzu schneidige Motorradfahrer sowie Sprengstoffexperten gehörten, sozusagen, einer Problemgruppe an.

Trotzdem hätte Harry Limburgers Geschäftsidee durchaus aufgehen können; orientierte sie sich doch immerhin an den – freilich: auch eher umstrittenen – weltweit florierenden Börsengeschäften mit Grundnahrungsmitteln und Ressourcen (Reis, Tee, Palmöl) sowie an den moralisch heiklen Kurs-Spekulationen rund um Epidemien, Revolutionen und Hungersnöten in verschiedenen, meist weniger hoch-entwickelten Weltregionen.

Doch war Harry bei weitem nicht versiert genug im sicheren Umgang mit einschlägigen Computerprogrammen. Zudem kannte er sich auch im komplexen Börsen- und Bankenwesen viel zu wenig aus. (Eigentlich kannte er sich nirgendwo besonders gut aus.)

Und fürs Spekulieren war er überhaupt zu blöd.

So kam es wie es kommen musste.

Aber – langsam, Leute.

Zunächst sollten wir, so weit dies überhaupt möglich sein wird, versuchen, die Gründe für Harrys Faible, das Wetten betreffend, aufzudecken. Gab es vielleicht Vorfahren mit solchen oder ähnlichen Vorlieben und Neigungen? – Nicht, dass wir wüssten.

Die Familien, die der an sich weitverzweigte, nichts desto weniger jedoch keineswegs – etwa durch Prominenz – besonders auffallende Stammbaum Limburger aufwies, zeichneten sich durch eine weitgehende Bescheidenheit und kleinbürgerliche Enge aus. Ging es um außerordentliche Begabungen oder besonderen Reichtum an Ideen, dann herrschte Dürre vor.

Doch halt! Da hatte es einen Onkel Hans gegeben, einen jüngeren Bruder von Harrys (leider früh verstorbenem) Vater Eduard. Und dieser Johann Limburger – hätte immerhin am ehesten noch als ideenreich (vielleicht sogar: grenzgenial) bezeichnet werden können in dieser an sich wenig auffallenden Durchschnittsfamilie. (Oder zumindest als – eigentümlich. [Zudem war er mit der allgemein als besonders schön hochgelobten Henriette verheiratet.])

Hans hatte zwar schon vor Jahren das Zeitliche gesegnet, doch wäre es Harry durchaus gut angestanden, sich wenigstens einiger zündender Ideen des hervorragenden Oheims und Hobby-Uhrmachers anzunehmen. Doch Harry Limburger, den manche, wie erwähnt, gern Harry Lime nennen, fehlte von Haus aus so ziemlich alles, was zur erfolgreichen Umsetzung von guten Ideen nun einmal unerlässlich ist. (Leider, aber da lässt sich nichts machen.)

Leider können wir bei der Bewertung des besagten reichlich eigentümlichen Bastlers Hans Limburger – hauptberuflich war er Gärtner – nur auf ein paar Reminiszenzen aus der Familienchronik zurückgreifen, die jedoch nicht immer so ganz glaubhaft wirken; und auch nicht allzu viel an Gehalt und Aussagekraft aufweisen. Außer vielleicht, die Erwähnungen einiger (meist nicht realisierter) Erfindungen, wie etwa der Inwendigen Turmuhr, bei der sich der Turm innerhalb des Uhrwerks befinden hätte sollen, oder der Uhr für 13 Stunden, die sich indes und aus naheliegenden Gründen auch nicht so recht durchzusetzen vermochte.

Ja, und dann noch die Spekulationen rund um Hans‘ angeblich so schöne Ehefrau Henriette … Aber das war in der Tat eine, zugegeben: leidige Sache. (Schwamm drüber! Wie gesagt: Was soll es und nach so langer Zeit?!)

Spieltrieb & Wahrscheinlichkeit

Nun ist es aber an der Zeit, dass wir uns etwas genauer mit dem Themenkomplex des Wettens und Spielens auseinandersetzen. Wobei das Spiel – das wissen wir unter anderem schon von Friedrich von Schiller, Friedrich Nietzsche und Christian Morgenstern her – freilich über eine nicht zu unterschätzende philosophische Dimension verfügt. (Erinnert sei nur an Schillers berühmte Sentenz: „Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ [Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, 1765]!)

Dort, wo Spiel, Wette und insbesondere das Roulette mit all seinen Varianten, naturgemäß auch das Würfelspiel, die Mathematik tangieren, kommt die Wahrscheinlichkeit ins Spiel (sic!) – und wir sind auch schon bei Blaise Pascal & Konsorten. Wie ja überhaupt Spiel, Wette und vermeintliche Mitwirkung des Schicksals stark mit diesem umfangreichen Komplex zu tun haben. Pascal, dem ein mehr der Philosophie (und womöglich: sogar der Metaphysik) gegenüber aufgeschlossener Mensch, als Harry Limburger einer war, durchaus auch abseits der Wahrscheinlichkeitstheorie etwas hätte abgewinnen (sic!) können, Pascal empfiehlt übrigens, einen moralischen Lebenswandel selbst im Zweifelsfall – also, wenn jemand nicht auf Gottes Existenz vertraute -; denn, so der Theologe, Physiker, Mathematiker und späte Mystiker: Wenn es womöglich nichts nützt, so schadet es zumindest auch nichts.

Nun dreht sich die Wahrscheinlichkeit, auf der nun einmal jedes – auch Harrys ziemlich inferiores – Wettgeschehen basiert, einmal um zentrale Objekte, wie zufällige Ereignisse, Zufallsvariablen und sogenannte stochastische Prozesse. Sein diesbezügliches (zugegeben: eher dürftiges) Rüstzeug hatte sich Limburger bei einem ziemlich heruntergekommenen und versoffenen Subjekt namens Joe Höller erworben. Zwischen Schwaden billigsten Whisky-Fusels und ebenso beschissener Zigarrenstumpen. Immerhin, das Unumgängliche an Theorie vermochte der alte Joe dem Jungspund immerhin einzutrichtern; wobei das Wort eintrichtern gleichzeitig schon das alkoholträchtige Umfeld ihres Tuns umschreibt.

Da ging es um diverse Unterschiede etwa zwischen britischen und US-amerikanischen Wetten und ihre Bezeichnungen und Eigenarten. (Harry wollte es nicht in seinen unmathematischen Schädel gehen, dass es hier auch quasi Negativ-Rechnungen gab [und wie sich die auf die etwaige Gewinn- oder Verlustsumme auswirkten].) Dann drehte es sich natürlich auch um das Gebiet der fraktionalen Wetten, wobei etwa 2/5 eine Chance von 28,6 Prozent ergab …

Besonders wichtig schien dem längst schon beinahe halbwegs delirierenden Joe außerdem die nach John Larry Kelly benannte Kelly-Formel zu sein, die von stetigen Investitionen ausgeht und die er dem unbegabten Freund unermüdlich einzubläuen versuchte. Auch mit den in Europa gebräuchlichen Dezimalquoten beschäftigten sie sich. Und Joe Höller versuchte Harry Limburger sogar das nötige Gespür für Value, beim Würfeln, aber auch beim Roulette, bei- oder zumindest näherzubringen … (Ach ja, der Würfel mit seinen sechs exakt gleichen Ereignisausgängen! [Joe: „Jedes Ereignis tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 16,66 Prozent ein. Prost!“] Wie lustig war es doch, das kindliche Spiel „Mensch, ärgere dich nicht!“, das er in seiner Kindheit mit Opa, Oma und Tante Inge gespielt hatte, immer und immer wieder … Und wie schnöde, im Grund, all das – hier!)

Immerhin, wenn die halbwegs illuminierten Kumpane, Harry und Joe, die Köpfe zusammensteckten und Winkelzüge ausheckten – Joe heckte, Harry rauchte der Schädel -, dann huschten sie quasi durch den Raum, die Imaginationen und Erscheinungen der ganz großen Geister des immer noch irgendwie mit einer Aura umgebenen Genres, eben die Geister des schon erwähnte Blaise Pascal, auch Andrei Kolmogorows oder Henri Poincarés …

Man kann nicht behaupten, dass Harry Limburger (auch wenn ihn einige Bekannte gern Harry Lime nannten, was sein Dasein als Gauner immerhin in gewisser Weise adelte) in der Tat ein gewiefter Wettspezialist gewesen sei. Ganz im Gegenteil. Doch ein wenig verstand er zuletzt und dank Joe Höllers Instruktionen dann immerhin davon. Und – ob mit oder ohne Poincaré-Sylvester- und Sieb-Formel gelang es ihm bald schon, noch Dümmere, als er einer war, im Bereich lächerlich kleiner Summen wenigstens ums Ohr zu hauen. (Und darauf kam es wohl in erster Linie an: Denn ans wirklich große Geld würden Harry und Konsorten ohnedies nie kommen. [Übrigens: Was hätten sie auch schon damit angefangen?! Blöd wie sie waren …])

Ja, das Wettwesen quasi neu zu erfinden, dazu mangelte es Harry an mathematischer wie überhaupt an geistiger Potenz. Doch da es um seine übrige Potenz auch nicht allzu gut bestellt war, hätte er sich vermutlich sogar als Zuhälter nicht besonders leicht getan. (Da hatte er als Wettausrichter immer noch die weniger eindeutige Arschkarte gezogen.)

Harrys Schicksal war es, nur Harry zu sein. Ein kleiner Falott eben. Ein Galgenstrick, den man vor ein paar Jahrhunderten noch und ohne viel Federlesens aufgeknüpft hätte. Anlässe böte er immerhin genug. Denn sein unerfreulicher Lebensweg war leider wenig ersprießlich.

Nein, Harry Limburger gab alles andere denn eine blendende Figur ab – als Mensch wie als Verbrecher. Er war in beiden Fällen höchstens, allerhöchstens Mittelmaß.

Deshalb wohl auch schwärmte er für die großen Persönlichkeiten innerhalb der Geschichte des Verbrechens. Die bedeutenden (Kunst-)Fälscher, Kidnapper und Raubmörder hatten es ihm früh schon angetan. Und wenn er ein besserer Leser gewesen wäre, hätte Harry vermutlich ihre Biographien schon als Kind mit heißen Ohren und bei Taschenlampenlicht unter der Bettdecke studiert. Verschlungen. Nachgelebt förmlich. Mit heißem Bemühen …

Ja, doch: Harry Limburger hätte sich in die Rollen der Schmuggler, Hohepriester, Meisterdiebe (und späteren Syndikatsbosse), dazu der imponierenden Serienmörder, Steuerberater, Rechtsbeuger und übrigen Terroristen hineinversetzt. In das Hirn eines Alphonse „Al“ Capone vielleicht oder eines Henri Désiré Landru, in das des Theoretikers der Gewalt und sexuellen Zügellosigkeit: Donatien-Alphonse-François Marquis de Sade. In die obskuren Gehirnwindungen der Spitzen- wie der Lokalpolitiker.

Aber so?

Harry konnte nichts, hatte nichts Wesentliches gelernt und war alles andere als ambitioniert.

Seine abgebrochene Friseurlehre soll hier erwähnt werden, stellvertretend für einige andere Versuche (etwa als Rauchfangkehrer, Strominkassant und Staubsaugervertreter), die Harry immerhin unternahm, um sich irgendwie im Leben zu behaupten. Doch wer will sich schon von einem jungen Burschen rasieren lassen, der dauernd davon schwafelt, seinen Klienten am liebsten die Kehle durchzusäbeln? (Dabei hatte Harry nicht einmal einen blassen Schimmer von Adelbert von Chamissos meisterlicher Ballade „Der rechte Barbier“. Darin wird bekanntlich die schlaue Vorgangsweise eines frühen Zunftgenossen beschrieben, der einem cholerischen Kunden den Bart abrasiert. Und der Fremde droht ihm seinerseits wiederum mit dem Abstechen, flösse auch nur „ein einz’ges Tröpflein Blut“. Der rechte Barbier ist freilich gewitzt, wie er dem schließlich glücklich rasierten Mann zuletzt offenbart: „Ich hielt Euch an der Kehle, / Verzucktet Ihr nur das Gesicht / Und ging der Schnitt mir fehle, / So ließ ich Euch dazu (zur Gegenwehr, Anm.) nicht Zeit, / Entschlossen war ich und bereit, / Die Kehl Euch abzuschneiden“ …)

Nein, halbwegs seriöse Berufe taugten für Harry nicht, wie auch er nicht für halbwegs seriöse Berufe zu taugen schien.

Dabei war Harry Limburger nicht direkt Abschaum. Denn sogar dazu fehlte es ihm an – Format. Er war letztlich dann auch als Arschgeige keine erste. Es mangelte ihm eben rundum an Virtuosentum. Er glich einem Taschendieb, der selbst andauernd ausgeraubt wird, weil er halt zu blöd ist für dieses Leben.

Und was ihm die Kollegen, die ihn aufs Kreuz legten, noch übrig ließen, raubten ihm die Weiber. Denn hier zeigte sich eine weitere Achillesferse des unglücklichen Kleingauners.

Für eine Wahrscheinlichkeit freilich wäre Harry Limburger (Harry Lime) allerdings zu jeder Zeit gut gewesen – und zwar für die, dass er es mit großer Wahrscheinlichkeit in diesem Leben zu nichts bringen werde.

Und ein anderes hatte selbst Harry nicht zur Verfügung.

Journaille & Kunst

Eigentlich gibt die Sache nicht allzu viel her, journalistisch.“ So dachten einige wie fast immer wohlinformierte Insider. Doch – und das ist wichtig, erwähnt zu werden – es herrschte gerade die sogenannte Saure-Gurken-Zeit, diese alljährlich im Hochsommer wiederkehrende Misere für alle an der Herstellung von Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen (einschließlich diverser Internetportale) Beteiligten. Wie der angebliche Teufel das Weihwasser, so fürchtet die Journaille die sommerliche Trockenphase an Ereignissen, Katastrophen und Unglücken.

Und da wirft sich die Meute des schreibenden Volkes dann so gut wie auf alles, was nur im Entferntesten nach Meldung oder Neuigkeit aussieht. Oder gar eine Spur von Sensation in sich zu tragen verspricht … Auf jede Kleinigkeit wird da geachtet, die zumindest irgendwie einigermaßen vermarktet werden könnte, wenn man die Sache bloß ein wenig aufmotzte und zurechtmachte. Und der Zug mag noch so armselig sein, auf den aufzuspringen man sich zähneknirschend unterwindet. Die Lage ist unwichtig, nur die Auflage zählt.

Die Saure-Gurken-Zeit. Es ist dies die stets dräuende Ära der absoluten Ereignis-Flaute. Da versteppt sogar die sonst einigermaßen feucht-quatschende und quellende Moorlandschaft der ganz tiefen Affären, der aberwitzigen, an den Haaren herbeigezogenen Halbwahrheiten und der langbärtigen Legenden. Denn alles wirkt wie ausgedorrt und ereignislos. Tot schier.

Zugleich ist es freilich auch die Jahresetappe, in der dann Pseudo-Sensationen geboren werden (aus der Not heraus); in der Preislage von: „Briefträger beißt Hund“ …

Einer von denen, die sich zwar nie im Leben an den Pulitzer-Preis herangeschmiert hätten, doch immerhin weitgehend tauglichen tagtäglichen Zeitungsmüll zusammenzuwichsen imstande waren, hörte auf den Namen Manfred „Freddy“ Nierndl. Ein, sozusagen: typischer, Boulevard-Journalist und mit allen Wassern gewaschen (die er niemals freiwillig getrunken hätte). Er war, als gestandener Lokalredakteur und Chronikchef des „Abendboten“, mit so vielen Schlitzohren bekannt, dass es verwundert hätte, wäre Harry Limburger nicht auf seiner Liste potenzieller Informanten und Zuträger gestanden, seiner V-Leute, zuzusagen.

Außerdem: Freddy und Harry waren Brüder aus dem selben niedrigen Geist.

Nun glauben ja manche Zeitungsfritzen, dass sie von ihren Informanten Informationen bekämen; im Gegenzug tratschen sie meist wenig Wichtiges (dem sie indes den Anschein der Top-Neuigkeit geben) aus. Die Informanten glauben ihrerseits, sie könnten ihre Zeitungsfritzen linken und geben ihrerseits in aller Regel kaum etwas von tatsächlichem Neuigkeitenwert weiter, sondern inferioren Novitäten-Dreck.

So bescheißt schließlich einer den anderen. Wobei in aller Regel Unmengen an Alkohol fließen. Wohl auch mitunter (meist geringe, mitunter jedoch auch größere) Geldmittel. Und vor allem: Die Zeit vergeht.

Was schließlich in den Käseblättern steht, ist einen Tag später – Schnee von Gestern.

Wetten?!

Nichts desto weniger war Freddy Nierndl für Harry Limburger als Geldquelle nicht uninteressant, da der Lokalreporter des „Abendboten“ selbstredend über ein (gar nicht geringes) Budget verfügte, das eigentlich für die Beschaffung von Informationen und Interna bestimmt war, nun aber – zugegeben: reichlich zweckentfremdet – zu erheblichen Teilen in die unlauteren Wettgeschäfte des ebenfalls halbseidenen Trinkkumpans floss.

Und noch einer entzündete sich für Harry Wettprojekt, um dann Fuer nd Flamme zu sein. „Die Runde der Toten, die einen umgeben, quasi als lebendige Aktiengesellschaft? Eine kühne Idee, lieber Herr Limburger! Eine fürwahr kühne Idee …!“ So entfuhr es (beim neunten Viertel Weißweins plus Schnapsbegleitung) dem bereits im Dienst ergrauten Regieassistenten und Abendspielleiters des städtischen Opernhauses, der zwar nur peripher zu Limburgers Bekanntenkreis zählte, dafür aber als freigiebig und zudem nicht gerade arm galt. Heliodor Feixner hatte vor Jahren eine mittlere Erbschaft gemacht, die er sukzessive unter die Leute brachte und deren Reste er nunmehr, unter weitestgehendem Verzicht auf jegliche Leberschonung, immer noch und sukzessive in Alkohol umsetzte. Jeder, der wollte, durfte dabei sein Gast sein. („Man lebt bekanntlich nur einmal!“)

Ach ja. Ähnlich unserem Pseudo-Harry Lime hatte auch der gute Helidor durchaus Gründe zum permanenten Unglücklichsein. Einerseits hatte er, wohl in erster Linie talenttechnisch bedingt, nicht allzu weit gebracht auf dem Theater. Nach Kurzengagements in der Schweiz und in der norddeutschen Provinz war er, der St. Pöltener, schließlich hier am Haus picken geblieben. Hin und wieder die Auffrischung einer zweitrangige Musical-Adaption, ansonsten in aller Regel jedoch bloß wenig ersprießliche Abendspielleitungen bei Oper und Operette, doch nichts Innovatives, nichts Forderndes – es war ein dauernder Krampf gegen die Windmühlen des Theaterbetriebs, der mitunter ganz schön lähmend sein konnte!

Heliodor Feixner galt als verlässliche Kraft und war sogar in Maßen beliebt. Ob „Anatevka“ oder „Tosca“, „Das Land des Lächelns“, „My Fair Lady“ oder „Carmen“ – er navigierte auch die x-te Repertoire-Vorstellung unfallfrei durch die stürmische See, die von nervenden Solistinnen und Solisten, einem nicht selten indisponiertem Chor und einer oft genug feindseligen Statisterie aufgepeitscht wurde; stark im Kontsrast zum leider oftmals lauen, verschlafenen Publikum … Insgesamt schien Heliodor nicht gerade ein Sonnengeschenk zu sein (was seinem Namen adäquat gewesen wäre), sondern er tendierte eher in Richtung Nachtschattengewächs. Bei seinem ausgeprägten Hang zu Bier, Wein und Hochprozentigem war das wohl weiter auch kein Wunder.

Feixner philosophierte gerne, im Allgemeinen: düstergelaunt, vor sich hin. Dann erzählte er von Produktionsleitungen, die er früher innegehabt hatte und die ihm von Pseudostars mit diabolischen Allüren vermasselt worden waren. („Reinstes Opern-Karaoke mitunter!“) Und auch die diversen Reinfälle und Untergänge, verschuldet durch drittklassige Regisseure, denen er hatte assistieren müssen, fanden Erwähnung in seinem Lebens-Lamento im Spiegel des Bierkruges, des Weinglases und der Schnapsflasche. Quengelige Statisten und Komparsen, die sich allesamt für verkannte Bühnen-Götter hielten; der Kinderchor, den vor allem die maßlos übersteigerten Eltern-Hoffnungen (sehr zum Schaden der bedauernswerten Buben und Mädchen) in ihren realitätsfremd überhöhten Ansprüchen speisten; überhaupt die klaffende Schere zwischen Einbildung und Können, zwischen Traum und Wirklichkeit … Das alles hatte Heliodor Feixner jung schon altern lassen. Und jetzt, wo sein letztes Geld dahinschwand, war an ein Umkehren ja wohl auch kaum mehr zu denken.

Nur im Suff gaukelten ihm vage Hoffnung und künstlerische Imbrunst immer wieder aufs Neu die Chance auf ein Comeback vor. Comeback – worauf sollte sich das indes beziehen bei jemandem, der bis dato kaum irgendeinen Theater-Lorbeer errungen hatte?!

Immer noch kreiste sein Denken in solchen Momenten tiefst-empfundener Traurigkeit um ein spezielles, überaus tragisches Ereignis. Es handelte sich dabei um eine Plattenaufnahme unter seiner Leitung in einem prominenten Klassik-Tonstudio in London, samt DVD-Produktion, bei der ebenfalls er Regie geführt hatte, vor vielen Jahren. Und da war so gut wie alles schiefgegangen, was nur schief gehen hatte können: Gleich alle drei in Henry Purcells Barockoper „Die Entscheidung der Minerva oder Liebe, List und Larifari am Hofe zu Mantua“ (1691) mitwirkenden Damen, die hier Hauptrollen verkörpern sollten – im Original natürlich Kastraten – waren hochschwanger! Was jedoch ihre Primadonnenhaftigkeit allem Anschein nach noch unterstrich! (Wobei sich zeigte, dass es ab einer gewissen Popularität völlig egal ist, ob man durch Stimmschmelz besticht oder durch einen anderen Umstand; und die augenscheinliche Leibesfülle sprach, sozusagen, ohnedies für sich.)

Weiter: Die männlichen Sänger wiederum harmonierten nicht so recht mit dem Leading Team, weil ihnen a) die trächtigen Kolleginnen allem Anschein nach Angst einflößten, b) ihre eigenen diversen Indispositionen nicht ausreichend gewürdigt zu werden schienen; und man sie, c), angeblich nicht entsprechend bedauerte.

Die Musiker waren in gewohnter Weise desinteressiert (weil nicht Maestro X, sondern bloß Maestro Y am Pult kauerte). Und ein bulgarischer Extrachor verbrachte die meiste Zeit beim Theaterfriseur, weil dort das Haareschneiden angeblich gratis war. Nur die breiten Schultern der vermeintlichen Gesangsgiganten waren mit Unmengen schwarzer Haarreste beladen, was den ohnedies schon (und auch stimmlich) eher fragwürdigen Künstlern aus Europas Osten das Aussehen nadelnder Weihnachtsbäume verlieh, die dazu noch wimmerten.

Ach ja, für eine Schlüsselszene hatte man sogar einen italienischen Marmorklopfer einfliegen lassen, und Vittorio E. Santamente, ein ehemaliger Steinmetz, Skulpteur und mäßig begabter Bildgestalter, brachte dadurch zusätzlich sämtliche Zeitpläne durcheinander, dass er ständig etwas an den Kulissen, Interieurs und üerhaupt an den teuren Filmbauten auszusetzen hatte: Die Sarkophage – „Die Entscheidung der Minerva“ spielt großteils in einer unterirdischen Gruft – klangen ihm zu wenig marmorn, zu wenig nach Stein, wenn man darauf-klopfte. Und die pompösen Grabstätten mit ihren scheußlichen bronzenen Totenköpfen und den monumentalen Marmor-Leichnamen strahlten solcherart nicht den morbiden Charme aus, den Vittorio Ermenegildo Santamente nun einmal anstrebte, Künstler, der er war …

O! Das alles braute sich schlechthin zu einer Katastrophe zusammen!

Kein Wunder, dass Heliodor Feixners Seele dauerhafte Schäden von der (außerdem: insgesamt wenig erfolgreichen) Londoner Purcell-Produktion davongetragen hatte.

Was scherte es den vor der Zeit gealterten Abendspielleiter da, seine letzten Euros dem wenig glückhaften Arrangeur blödsinniger Lebenswetten in den gierigen Rachen zu werfen?!

Heilig! Heilig?

Ihre Rede floss zäh wie Honig aus den schlaffen Mündern. Und wie abgestandenes Weihwasser troff es mitunter, wenn sie sich, auch ein wenig nur, erregten im heiligen Disput, aus wasserhellen Augen und über dicke Tränensäcke talwärts. In fast hitziger Weise freilich konnten die Meinungen aufeinander prallen, drehte es sich um Mariä unbefleckte Empfängnis, um das Herniederkommen der Heiligen-Geist-Taube oder um ähnlich delikate Dinge. Oder aber, nicht minder fragil freilich, um finanzielle oder gar merkantile Belange.

Ging es um Geld, war es überhaupt meist aus mit der christlichen Nächstenliebe. Und hatte es mit (vermeintlich) Kirchen-eigenem Geld zu tun, so gab es überhaupt keine Gnade weit und breit. In Finanzangelegenheiten machten Caritas und Empathie Pause; da hatten diese sonst so hoch angesehenen Tugenden gefälligst zu schweigen, den Mund zu halten, zu kuschen! Das Messhemd war einem da näher als die hochgereckte, um Hilfe bettelnde ausgedörrte Hand des darbenden und hungernden Nächsten, egal ob in Afrika, Asien oder bei uns. Denn wenn es darum ging, die monetären Abpolsterungen der (ohnedies üppig dotierten) Mutter Kirche zu sichern und möglichst noch zu vermehren, schickte man die humanitas besser in die Wüste.

Doch so grundsätzlich verlief der Diskurs diesmal ohnedies nicht. Es drehte sich mehr um schmückendes Beiwerk, nämlich: um eine potenzielle Geldvermehrung auf noch dazu ziemlich bequeme Weise. Gott, Teufel und andere Glaubensfragen standen da nicht im Zentrum. Sogar die Muslime fanden sich diesmal nicht auf der Tagesordnung wieder. Auch die Onanie oder die leidige Empfängnisverhütung und andere Störelemente nicht.

Man sprach, wie gesagt, und man sprach auch dem exquisiten Messwein zu. Und die Rede floss salbungsvoll und schlabbermündig – siehe oben.

Dazu gereicht wurden außerdem durchaus wohlschmeckende Canapés, kleine Törtchen sowie Petit Fours und natürlich viel Messwein, aber auch wahlweise andere exquisite Rot- oder Weißweine beziehungsweise trockener Sherry oder Champagner. (Alles à la bonne heure!)

Kurz: Man diskutierte, in Schwarz und Karminrot gehalten, das weiße Kollar fast versteckt unter den diversen Doppelkinnen. Und wieder einmal ging es dabei, wie schon so oft, um Einnahmen-Maximierung und Ausgaben-Minimierung, um Profite und Prozente. Es drehte sich also darum, wie mittels der fragwürdigen Wirtschaftsgröße Seelenheil die andere Größe, nämlich die numerisch und bilanztechnisch festzumachende, gesteigert werden könne.

Seit den Missionaren, die im Schlepptau der spanischen und portugiesischen Konquistadoren über die sogenannte Neue Welt und über Afrika darübergefahren waren wie die Berserker, hatte sich da – von der Haltung her – nicht allzu viel geändert.

Nur dass man sich heute den ganzen Kolonial-Schmonz ersparen konnte: Die Basis war ja vorhanden, auf der alles künftige Unrecht und aller künftiger Gewinn wie bisher recht bequem zu erwirtschaften war. In Nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti. Amen …

Kurz – gelobt sei …, et cetera – – – Es ging um die Erörterung der Frage, ob man sich von der Diözese aus, nicht doch – natürlich: höchst diskret! – an dieser kuriosen Wettgeschichte beteiligen sollte, von der man in eingeweihten (sic!) Kreisen hie und da schon munkeln gehört hatte. Kurios schien das immerhin zu sein, was die kirchlichen V-Leute so erzählten. Zwar hatte kurios nicht unbedingt und direkt etwas mit Kurie zu tun und mit Kyrie schon gar nicht; aber einen Versuch der wundersamen Geldvermehrung sollte es immerhin wert sein.

Nehmen wir es doch einfach als Zeichen!“, meinte der oberster Säckelwart in der fast heiligen Runde irgendwie final, und er schnalzte, wie zur Bestätigung, genüsslich mit der Zunge. (Was indes ziemlich ordinär wirkte.)

Die Gesellschaft ging unter diversen Segenssprüchen glühwangig und durchaus zufrieden mit Gott, mit sich und der Welt auseinander.

Man würde sich diskret den neuen Möglichkeiten gegenüber interessiert zeigen.

Nicht zu sehr – und schon gar nicht übereifrig.

Überhaupt hatte die Kirche bekanntlich eines im Übermaß: Zeit …

Diotima

Als sie, freilich vor Jahrzehnten schon war das gewesen, noch als jung galt, stand Diotima zwar im Geruch, etwas Besonderes zu sein. Davon war später allerdings nur mehr der Geruch, ein leicht ranziger Hautgout, geblieben. Sonst nichts mehr.

Ja, und, natürlich: der ziemlich antiquiert klingende Name. („Wie kann man nur Diotima heißen?!“ So wurde allenthalben getuschelt. – „Schau sie dir doch an: Wer so aussieht, kann nur Diotima heißen!“)

Obwohl Diotima eigentlich gar nicht schlecht aussah, damals. Ob sie nun dem Zeus geweiht war, wie aus ihrem Namen abzuleiten gewesen wäre, oder eher eine Varietät der auch hierorts irgendwann in den 1960er und 1970er Jahren allmählich aufkommenden Sorayas, Iras und Dianas, später dann der Vanessas und Larissas, Naomis oder gar Chantals, dieser Ableger der globalen Society-Reportagen und Klatschspalten – wen kümmert es?!

Ihrem, zugegeben: ein wenig hochtrabenden Namen entsprachen indes auch ihre Wünsche. Und es hätte schon eines Mannes bedurft, der aus anderem Holz geschnitzt war, als es der Flegel Harry Limburger war, sie auch nur annähernd zu erfüllen.

Außerdem neigte die junge Dame, wie sich noch zeigen sollte, zu einer gewissen Eigenwilligkeit. (Vielleicht aber war sie auch bloß hysterisch.)

Nichts desto weniger lief Diotima irgendwann um das Jahr 1980 herum ihrem um wenige Jahre älteren späteren Ehemann über den Weg. Und sie ging diesem Harry Limburger alias Lime prompt auf den Leim, wenn der einigermaßen tiefe Kalauer gestattet ist.

Es sollte zwar keine besonders gute Ehe werden. Nein, ganz und gar nicht. Aber im Wortsinn – spannend. An Spannungen herrschte nämlich kein Mangel.

Überall dort, wo sich bei anderen Paaren Übereinstimmungen ergaben, stießen Harry und Diotima beim Partner auf Gegensätze. Das machte schon ihre Gespräche schwierig; für ihre sexuellen Treffen (die deshalb auch von Anfang an nur entsprechend selten stattfanden) bedeutete das im Grunde den Ruin.

Doch lag das am wenigstens an Diotima. Und noch weniger an ihrem hochgestochenen Namen. Nein, um auf Dauer mit Harald Limburger zusammen sein (und bleiben) zu können, wäre ihrerseits (wie bei jeder anderen Partnerin auch) schon eine sprichwörtliche Engelsgeduld vonnöten gewesen. Die nun freilich ihrerseits Diotima nicht aufzubringen willens und in der Lage war.

Nein, Geduld gehörte bestimmt nicht zu ihren Stärken. Und Engel war sie auch keiner.

Also krachte es bald – erst einmal merklich im Beziehungsgefüge -, bis das eheliche Gebälk schließlich mit weithin vernehmbarem Getöse sowie unter starker Rauchentwicklung (und innerfamiliär entsprechend viel Staub aufwirbelnd) in sich zusammenkrachte.

Das Trümmerfeld der dereinst so hochtrabenden Hoffnungen war ein beachtliches.

Man trennte sich, wobei es die beiden Töchter, Sybille und Monique, die gerade Teenager waren, aus verständlichen Gründen vorzogen, bei der hysterischen Mutter zu bleiben, als womöglich zum inferioren Vater zu ziehen, der ihnen längst als Loser erschien. (Womit die recht klugen Mädchen grosso modo wohl leider richtig lagen.)

Immerhin trafen Sybille und Monique hin und wieder den gleich umtriebigen wie größtenteils erfolglosen Zeuger zwischendurch immer mal. (Taschengeld et cetera.)

Jahre später dann kam es sogar vor, dass sich Papa Harry ein paar Kröten ausborgen wollte bei den Töchtern. Doch da biss er bei der absolvierten Handelsschülerin Sybille wie auch bei Monique, die bereits seit einiger Zeit auf ein eigens Nagelstudio hinhurte, auf Granit. Ja, sein Bemühen, zu Geld zu kommen, verlief auch hier, sozusagen: innerfamiliär, wenig ersprießlich. (Freilich: Warum hätte es just hier besser gehen sollen als anderswo?!)

Von Diotima hörte er zwar mitunter. Besonders anfangs noch und meist, wenn sie irgendwelche Außenstände finanzieller Art monierte. Später dann, als die Töchter aus der Schule und erwachsen waren, vernahm er überhaupt nur peripher etwas von ihr; so informierten ihn gleich klatschsüchtige wie übelwollende Verwandte und Bekannte etwa über diverse Affären und Liebschaften, wie zum Beispiel mit einem überaus virilen Bariton von der städtischen Oper, der als Don Giovanni reüssiert hatte und überhaupt hoch im Kurs bei den mittelalterlichen Damen der Stadt stand. Wendelin Butz-Eulenbach war begehrt!

Die Geschichte soll jedoch – nach Beendigung des Engagements des hochgelobten Mozart-und Strauss-Interpreten mit den Wunder-Eiern – bald schon versandet sein.

Schade eigentlich.

Bald schon klaffte dort, wo eine Zeit lang die – überwiegend: schlechte – Erinnerung an seine Frau ihren Platz gefunden hatte, dann eine Art Erinnerungsloch. Ein Gedächtniskrater, aus dem mitunter schwefelige Dämpfe aufstiegen und ein bisschen Asche dann und wann …

Harry hatte von der Diotima-Episode jedoch nicht nur seelisches Sodbrennen davon getragen, sondern außerdem einen eigenartigen Spleen (oder Tick) abbekommen. Und er vermochte sich das Trauma, das die Jahre mit seiner Frau allem Anschein nach in ihm kräftigst fundiert hatten, immer wieder und quasi jeder Zeit ins Gedächtnis zurückzuholen. Oder besser: Es wurde ihm – übrigens: besonders in seinen Träumen – ständig aufs Neue offeriert und quasi frei Haus geliefert. (Vielleicht hätte er sich mittels schwerer Betablocker oder anderer Psychopharmaka vor den fürchterlichen Adrenalin-Ausstößen in memoriam Diotimas schützen sollen. Doch ähnlich dem mexikanischen Dichter Juan Diego Guerrero in John Irvings Roman „Straße der Wunder“ [2015, deutsch: 2016] brauchte er wiederum [und vielleicht ein wenig masochistisch?] seine Albträume; waren sie doch ohne Zweifel wenigstens etwas: unleugbar ein Teil von ihm … Ob er, wie Irvings Anti-Held, auch zu Viagra hätte greifen sollen? Als ein die meiste Zeit solistisch Lebender? Schwer zu sagen …)

Hedwig und Isolde

Die alte Frau Hedwig Wassertheurer und ihre um zwei, drei Jahre jüngere Schwester Ingolde, die beiden gehörten quasi durch Jahrzehnte schon zum Inventar des 11er Hauses. Hedi war Witwe nach dem Oberrevidenten Alexander Wassertheurer, einem vor Jahren verstorbenen, auch vorher länger schon ziemlich ausgetrocknet wirkenden Angestellten beim Finanzamt. Ja, Wassertheurer galt als ziemlich papieren, und wenn er sich bewegte, hörte man es gleichsam rascheln.

Es hieß, er gäbe – wenn er denn etwas von sich gäbe – vermutlich Formulare von sich. Seine Manifestationen, egal aus welcher Körperöffnung auch immer solche zu erwarten wären und wenn es denn überhaupt zu solchen käme, knatterten vermutlich vor amtlicher Phrasenhaftigkeit und weitgehend weltfremder Gestelztheit. Doch tat man dem aufrechten Finanzer darin bitter Unrecht, denn eigentlich war er, im tiefsten Inneren, ganz anders.

Ja, es pulsierte, so erstaunlich das auch klingen mag, in besagtem Finanzbeamten Alexander Wassertheurer trotz seiner zur Schau gestellten Staubtrockenheit, eine poetische Ader. Außerdem war der Herr Oberrevident ein Busenfetischist. So hatte er dereinst auf die nicht zu übersehende Oberweite seiner Gattin recht hübsch gedichtet:

Dein Busen strahlt wie Alabaster!

Vergessen sind da die Kataster …

Ist’s Sünde? Wirklich? Ist’s ein Laster?!

Er strahlt von hier bis nach Alaska,

dein Busen, weiß wie Alabaster …

Doch – die Zeiten waren dahin. Und mit ihnen – der Finanzbeamte Alexander mit seinem poetischen Busenwahn.

Für Harrys Lebenswetten, die man ohnehin besser als vitale Limitkalkulationen bezeichnet hätte, eigneten sich Exemplare wie die beiden alten Schabracken ganz vorzüglich; stellte sich doch gleichsam tagtäglich aufs Neu die aktuelle Frage, wer würde schneller abkratzen – Hedi oder Goldi?! (Jedenfalls lauerte im Hintergrund bereits jede Menge Verwandtschaft auf die – zwar nicht gerade üppige, doch immerhin vermutlich ersprießliche – Hinterlassenschaft der als sparsam verschrieenen Schwestern.)

Ja, Hedwig Wassertheurer und Ingolde, die Goldi genannt wurde, nie verheiratet gewesen war und daher immer noch nach den Eltern Hasewendt hieß, waren in gewisser Weise wohl Harry Limburgers beste Pferde im Wettstall. Neben dem alten Oberlandesgerichtsrat in Ruhe Dr. Ewald Sackerlug, einem meist gereizten Altjuristen und Rotweinsüffler. (Und Sackerlug war immerhin schon stolze 91 Jahre alt.) Außerdem ergaben sich in Person der Katzen im Hause Wassertheurer/Hasewendt – dreier ebenfalls ziemlich angejahrter Exemplare mit Namen Minka, Milka und Mauke – immerhin noch recht hübsche zusätzliche Wettobjekte.

So frisierte Harry die Manifestationen seiner Geldgier denn auch entsprechend auf und rückte sie schon in den Wettankünigungen ins rechte Licht. Die getunten Weiber sowie der senile Rat in Ruhe mussten ihn einfach endlich aus seiner finanziellen Sackgasse lotsen! Verdammt!

Doch standen die Aussichten nicht allzu gut.

Nicht dass die Menschen des Wettens überdrüssig gewesen wären. Nein, ganz im Gegenteil, die Unsicherheiten – die verfahrene Weltlage, die Flüchtlingsmalaise und die zerbröselnde Europäische Union zum Beispiel – wirkten sich auf (Sport-)Wetten, Casino et cetera optimal aus. Die gesellschaftliche, politische wie börsentechnische oder klimatische Gemengelage sprach für solche (auch oder besonders riskante) Geschäfte. Denn: Alles wollte noch rasch ein Stück vom globalen Wohlstand ergattern; auch wenn man längst noch nicht (oder nicht mehr) wusste, was man sich unter diesem Begriff eigentlich vorzustellen hätte …

Auch die Medien begeilten sich an der Pseudo-Weltuntergangsstimmung. Und die Kirche tat, wie gewohnt, das Ihre zur geistigen Destabilisierung. (Darin waren sich sogar die verschiedenen Religionsgemeinschaften ausnahmsweise erstaunlich einig.)

Die Listen

Geheime Listen haben nur dann Sinn, wenn möglichst wenige Leute von ihrer Existenz wissen. Am besten: gar niemand. Und besonders auf dem Gebiet der (ohnedies: verbotenen, respektive: zumindest grenz-legalen) Wettgeschäfte verhält sich das so.

Harry Limburger, den manche immer noch Harry Lime nannten, hatte seine Listen auch bloß angelegt, weil sein Gedächtnis früh schon zur Siebhaftigkeit zu neigen begann. (Außerdem: doppelt.) Was sich der – wir sagten es bereits: ansonsten weitestgehend unliterarische – Typ nicht notierte, war bereits nach kürzester Zeit weg. Pfutsch. Verloren.

Ohne Kalender, Mobiltelefon-Verzeichnis und ständig bereit liegendes Notizbuch war Harry am Arsch. (Er war auch mit Kalender, Mobiltelefon-Verzeichnis und Notizbuch am Arsch, aber da ging es eben noch einigermaßen, da war das irgendwie noch zu handeln. Ja, da kam er zur Not noch über die Runden.)

Dass er seine gleichsam lebensnotwedndigen Listen, auf denen unter anderem Namen (von Personen, Tieren, Zuständen, auch Entwicklungsprognosen – also seine so wichtigen Wettmaterialien), dazu Termine und diverse Anlässe, Zusammenkünfte und Treffen verzeichnet waren, dass er seine Listen auf dem ohnedies wenig animierenden WC der „Schwarzen Elster“ angebaut hatte, war eine Katastrophe schlecht hin! Ja, doch, er musste seine Unterlagen auf dem wenig attraktiven, stinkenden Klosett verloren haben! Verdammt!

Und obschon Harry nach wie vor ein kleiner Fisch war, ein armes Würschtl und bloß ein mickriger Gauner im Miniformat, so zeichneten diese Listen doch einige Brisanz aus. Zumindest in den Kreisen, in denen sich die Lebenswetten abspielten …

Als Harry Limburger den Verlust bemerkte, am nächsten Morgen, war guter Rat teuer. Denn da war es natürlich viel zu spät, auf die Schnelle gezielt – was weiß ich – eine Suchaktion zu starten oder sonst etwas Investigatives zu unternehmen.

Aber eines stand fest: Irgendwer musste die Listen in die Hände bekommen haben, und Harrys Schicksal war somit vermutlich längst schon besiegelt.

Was ihm zu tun blieb, war im wahrsten Wortsinn: sein Testament zu machen. Also begab er sich zum Notar seines Vertrauens, zu einem alten, halbblinden, aber einigermaßen kostengünstigen Winkeladvokaten namens Dr. jur. Coriolan Siebenfroh, der – nicht nur, was den Namen anging – gut und gern einer Geschichte von Jean Paul entstiegen hätte sein können. (Wenn er nicht tatsächlich einer solchen entstiegen war …, wer weiß?!)

Und so saßen die beiden Männer über dem abzufassenden Schriftstück.

Wir können nicht abschätzen (und das will etwas heißen!), wie Harry reagiert hätte, wäre ihm bekannt gewesen, dass die – verlorenen geglaubten, in Wahrheit indes schlau entwendeten – Listen längst, auf welchen Wegen auch immer (ich sage nur: Lokalreporter Freddy Nierndl …), schon just zu Dr. Siebenfroh gelang waren.

Und so kam es, dass sich der alte, angeblich halbblinde Notar innerlich vor Vergnügen die Hände rieb, während er nach Außen hin seinem inferioren Mandanten in salbungsvollem Ton (fachlich ohnedies ziemlich bedenkliche) Ratschläge erteilte.

Harry hätte sich vermutlich, wären ihm die Zusammenhänge klar gewesen, gleich aufgehängt. Oder er wäre dem falschen Advokaten an den schwabbeligen Hals gefahren. Oder beides, nur in umgekehrter Reihenfolge: Erst Notar-Tötung, dann Suizid.

Doch so glaubte sich Limburger auf der sicheren Seite. (Falls es im Leben eines glücklosen Kleingauners und halbseidenen Gestalters von kriminellen Wetten überhaupt so etwas wie eine sichere Seite geben mochte …)

Er verließ den Rechtsverdreher und lud sich selbst zu einem vergleichsweise opulenten Nachtmahl in die „Schwarze Elster“ ein. Zu einem, wie gesagt, es war in der „Elster“: vergleichsweise opulenten.

Dazu trank er entsprechende Mengen Weins und ließ den Abend gemütlich ausklingen, indem er noch der „Aorta“-Bar einen Besuch abstattete. Darüber, was er dort noch so alles anzustellen versuchte, wollen wir indes den Schleier der Diskretion breiten.

Es ist besser so, glauben Sie mir.

Den eigenen Tod vor Augen

Das war ein Schock. Da hatte Harry Limburger mit einem Mal gleichsam den eigenen Tod vor Augen. Nicht bloß irgendeinen Oma-Tod; oder einen Wellensittich-Tod; einen Spastiker-Tod; oder einen Harley-Davidson- respektive Honda-Raser-Tod, Nein: den eigenen!

Das hätte vermutlich auch jeden anderen Mann einigermaßen aus dem Gleichgewicht gebracht. Immerhin kam das schon bedenklich der Lektüre der eigenen Todesanzeige in der Zeitung nahe oder dem Entdecken der Inschrift auf dem Familiengrab (zu Lebzeiten) …

Also, Harry fand sich – horribili dictu! – unter den Wettmaterialien im aktuellen Abendboten. Und wortgleich stand es auch im Inseratenteil des nicht minder inferioren Bezirksblättchens, einer Gratis-Worthülsen-Klitsche mit dem hübschen Namen Die bunte Woche, optimal platziert zwischen Sparvereinsnachrichten und Bekanntschaftsanbahnungsversuchen:

Nächste Lebenswetten

am so-und-so-vielten. Im Angebot u. a.: zwei Deutsche Doggen, drei Kaninchen, Rat i. R. Ewald Sackerlug, eine goldene Witwe sowie

Harry Limburger. (Et cetera, et cetera …)

Das gab ihm einen Stich. Harry verschüttete Morgenkaffee auf beide Käseblätter, und er verschluckte sich an seinem mit Bitter-Orange-Marmelade bestrichenen Mehrkorn-Toast. Röchelnd fand er sich im Badezimmer wieder und sah im Spiegel ein ihm aufs erste Hinschauen unbekanntes, da in Kalkweiß gehaltenes Antlitz. Als er sich schließlich eingestand, dass es sich, wohl oder übel, um sein eigenes handeln müsse, widerte das Gesicht ihn an. Noch mehr, als dies sonst des öfteren der Fall war.

Doch Harry fasste sich. Bei einer neuen Schale schalen Kaffees überlegte er, was da am besten zu tun sei. Dann entschied er sich, den Stier bei den Hörnern zu packen. Er haute seinen alten Gauner-Spezi Rudi, ein im ganzen Viertel als unbarmherziger Geldeintreiber und übler Halsabschneider bekanntes und gefürchtetes Element, um einiges an Zaster an und kaufte (unter falschem Namen) so viele Wettscheine auf, wie nur möglich waren.

Dann setzte er die entsprechenden Zahlen auf seine zweite, ganz private Liste, diesmal auf seinem Smartphone.

Und dann erhängte er sich in aller (in solchen Fällen überhaupt möglichen) Seelenruhe.

Nun denn, so lauteten Harrys Überlegungen, diesen Wett-Triumph vermochte ihm immerhin niemand zu nehmen. Oder?!

Und mit dem Rudi sollte sich dann seine Ex (als Erbin [mit den Töchtern Sybille und Monique zusammen], wenn sie denn die Erbschaft antreten würde) herumschlagen.

Denn an Diotima sollte sich, darüber war sich Harry sicher, auch ein Vorstadt-Verbrecher vom Format des Rudolf K. die Zähne ausbeißen.

Es kam dann etwas anders: Diotima und Rudi fanden eigenartiger Weise Gefallen an einander und taten sich zusammen. Für zukünftige gemeinsame Unternehmungen.

Doch – das wird mit Sicherheit nicht lange gut gehen. Wetten?!

E N D E

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Graham Greene, Der dritte Mann. München 1965.

Wolf Haas, Brennerova. München 2016.

Internet.

John Irving, Straße der Wunder. Zürich 2016.

Muriel Kasper, Reclams Lateinisches Zitaten-Lexikon. Stuttgart 2014.

Thomas Koebner (Hg.), Filmklassiker. Beschreibungen und Kommentare. 4 Bde. Stuttgart 2002.

Wolfgang König/u. a. (Hg.), Taschenbuch der Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsmathematik. 2. Aufl. Frankfurt am Main 2003.

Karl Kraus (hg.), Die Fackel. 12 Bde. (Zweitausendeins.) München 1968 ff.

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Peter Rühmkorf (Hg.), „Lesen ist schrecklich!“ Das Arno-Schmidt-Lesebuch. Zürich 1997.

Rüdiger Safranski, Schiller oder Die Erfindung des Deutschen Idealismus. Frankfurt am Main 2016.

Ders. (Hg.), Schiller als Philosoph. Eine Anthologie. Berlin 2005.

Friedrich Schillers sämmtliche Werke. 26 Bde. Wien 1816 f.

Paul Stapf (Hg.), Jean Paul: Werke. Zwei Bde. (Die Tempel-Klassiker.) Wiesbaden o. J.

Carmelia Thiele, Skulptur. Schnellkurs. Köln 2004.

Erich Trunz (Hg.), Goethe: Faust. Der Tragödie erster und zweiter Teil. Urfaust. München 1999.

Vornamen von A bis Z. Über 10.000 Namen. Ein Lexikon mit Erläuterungen zu Herkunft und Bedeutung. Köln o. J.

Ewald Wasmuth (Hg.), Blaise Pascal: Pensées. Über die Religion und über einige andere Gegenstände. 10. Aufl. Gerlingen 2001.

 

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