Ersatzliebe

Eine beinahe schon

tragikomische Geschichte

von

Bernd Schmidt

© by Bernd Schmidt, Graz 2015

Tschitschikow betrachtete neugierig die Behausung

dieses ungewöhnlichen Menschen, der ein Einkommen

von zweihunderttausend Rubel hatte, und hoffte an

dieser die Eigenschaften des Hausherrn selbst zu

erkennen, wie man nach einer leeren Muschelschale

auf die Eigenschaften der Auster oder Schnecke

schließt, die in ihr einst gewohnt und ihren Abdruck

hinterlassen hat.

Nikolai Gogol, Die toten Seelen

*

In der Tat muss ich die allgemeine Ansicht, welche

ich lange geteilt habe, völlig verfehlt nennen, die

Ansicht, dass das Weib monogam und der Mann

polygam sei. D a s U m g e k e h r t e ist der Fall.

Otto Weininger, Geschlecht und Charakter

*

Nächstenliebe

Die alte Frau schien ein wenig geistesabwesend zu sein. Oder erschöpft. Oder beides.

Ihre welken Greisinnen-Hände mit den langen knochigen Fingern, an denen schwere Goldringe steckten, strichen dem schwarzen Buben, der eingeschüchtert (wie es schien) neben ihr auf dem zweiten Sessel kauerte, wie mechanisch über das Kraushaar. Dann tätschelte sie, wie in Gedanken verloren, seine dunklen, beinahe olivgrünen Wangen.

Der Knabe zuckte unbewusst ob dieser Berührung zusammen.

Als er kurz scheu zu ihr aufblickte, besah sich die alte Frau, aus einer für ihre überaus kurzsichtigen Sehorgane beinahe schon gefährlichen Nähe heraus und ziemlich ungeniert, seine schönen, großen dunklen Kinderaugen. (So waren vielleicht die Käufer früher, auf orientalischen Sklavenmärkten, verfahren …)

In den Augen des jungen Afrikaners lag Trauer. Unendlich viel Trauer. Aber: eine seltsam erwachsene Trauer; eine alte, unendlich alte Traurigkeit.

Da: Edeltraud Krantzlauer (eine geborene Grablacher [von und zu Hegebaum]) glaubte kurz sogar, ein gefährliches Flackern darin zu bemerken.

Ganz hinten, da brannten sie, die stillen und einsamen Wüstennächte.

Sie brannten trotz der gefährlichen Kälte, in welche die Tageshitze für gewöhnlich in diesen Breiten nachts dann umschlägt.

Aber auch all die Gräuel des jüngst erst miterlebten Krieges und der gerade erst überstandenen, mehr als bloß abenteuerlichen Flucht vermochte die Greisin darin zu erahnen. Den Verlust der Eltern und der nächsten Verwandten, der kleinen Schwester und der drei Brüder …

Kurz: Alles, was der Bub bisher in seinen knapp neun Lebensjahren schon hatte miterleben müssen, es hatte sich in seinen traurigen Blick eingebrannt.

Das musste so sein, wie sich die verschiedenfarbigen Sedimente in den Gesteinsschichten der Menschheitsgeschichte ablagern, dachte sie. Dunkle, schwarze Adern führten da, Kohlenflözen gleich, irgendwo nach hinten; nach hinten, schier bis zum Mittelpunkt allen Seins.

Mitten hinein in die ewige Lava des Unglücks, der Angst und des Grauens.

Doch. Ja. Mustapha (oder hieß er Ali? Mohammed? Sangor? Egal!), Mustapha sollte es besser haben als die Millionen anderer Mustaphas. Als die übrigen Alis alle, in deren Augenhintergrund ebenfalls die unsagbaren Schrecken des Krieges und die Gefahren der entbehrungsreichen und waghalsigen Flucht lagen. Alles, was sie mitansehen hatten müssen an unaussprechlichem Leid und an zutiefst verstörenden und beängstigenden Bildern des Grauens. Bildern, die freilich viel mehr waren als bloße Bilder, nämlich die traurige Wirklichkeit.

Das Glas mit Milch fiel dem Buben aus der Hand, so erschöpft war er immer noch. Oder so ermattet und verstört. Ja, verstört – und zerstört. Sein schmaler, dünner Körper bibberte richtiggehend vor sich hin. Espenlaub. (Aber was wusste Mohammed [oder Mustapha] von Espenlaub?! Blödsinn!) Obwohl es stickig-warm war, hier, im Büro dieses keinerlei Zuversicht vermittelnden, weitgehend desolaten Asylamtes (oder wie immer die Behörde sich auch nennen mochte), schlotterte er förmlich. Und alles an ihm schlotterte gehorsam mit.

Macht nichts“, wandte sich die Alte im teuren schwarz-grau-weiß gemusterten Kostüm (von Chanel), die Scherben und den kleinen Milchsee, der sich auf dem mit fleckig-rissigem Linoleum überzogenen Boden ausbreitete, ignorierend, an das Kind aus Afrika. Und, an den Domestiken ein paar Schritte weiter hinten, gerichtet: „Bringen Sie ihm doch schnell noch ein Glas, Antoine!“ Für die Beamtin, die ihnen vis à vis, auf der anderen Seite des Schreibtisches, saß, bestimmt, fügte Edeltraud Krantzlauer mit schneidendem Unterton (und erst gar nicht um [wenn, dann gespielte] Freundlichkeit bemüht) hinzu: „Ich zahle ohnedies alles. Und ein bisschen Milch wird sich doch wohl noch auftreiben lassen in ihrer – Behörde?!“

Die junge dunkelblonde Frau mit der rotgerahmten Brille lächelte leicht verbissen und etwas irritiert. Sie nickte indes und wies dem Diener der penetranten Klientin mit ihrer schmal-fingrigen Rechten die Richtung zur behelfsmäßig ausgestatteten Küche. Dann wandte sie sich wieder dem Monitor ihres Computers zu und den desolaten Papieren des Buben.

Sie war im Bild darüber, wie das lief.

Immerhin hatte sich die angeblich so karitative Superreiche da, diese Frau Erdeltraud Krantzlauer, schon gut fünfzig oder sechzig junge Afrikanerinnen und Afrikaner (oder waren es sogar hundert?) zu krallen gewusst. Die schien, so kam es zumindest der jungen Magistra Anita Billinger, der Assistentin mit der Brille, vor, noch ärger als Brad Pitt und Angelina Jolie zusammen zu sein, was das Adoptieren und Aufnehmen von jungen Asylantinnen und Asylanten anging, von denen manche außerdem noch Kinder waren. Nur dass Krantzlauer bei Weitem penetranter war, ging es um gestrandete Schicksale, als diese superreichen Hollywood-Naivlinge sowie die übrigen unberechenbaren Freaks und stinkreichen Gutmenschen, die sich, anscheinend high vor sozialer Gesinnung, alle auf dem Barmherzigkeits-Trip befanden.

Warum sie es wohl tat? Darüber konnte man bloß spekulieren. Und sah man von echter Empathie und dem ehrlichen Bestreben zu helfen einmal ab, kamen alle möglichen Motive in Betracht. Vielleicht trieb die Alte es tatsächlich mit ihren Schützlingen? Wollte sie am Ende einen Beweis der These antreten, dass in Wahrheit nicht Männer, sondern Frauen zur Polygamie neigten? Und nützte sie diese – vermutlich hanebüchenen – Überlegungen für ihre obskuren Feldforschungen aus?

Ihr, Anita Billinger, konnte das, streng genommen, egal sein; sie glaubte ohnehin (und aus eigenen traurigen Erfahrungen heraus), dass weder Frauen noch Männer auf Dauer tatsächlich monogam angelegt waren …

Immerhin: Die steinalte Milliardärin Edeltraud Krantzlauer war nachgerade international und grenzüberschreitend verschrieen in ihrer karitativen Attitüde.

Und das, obwohl sie es im Grund genommen sogar (weitgehend) ehrlich meinte.

Nein, nein, sie war verschrieen.

*

Doch auch Mag. Horst Berenbrenner war, wenn schon nicht verschrieen, so zumindest nur zu gutbekannt als die Anlaufstelle, ging es einmal um knifflige juristische Fälle, deren Positionierung sich – drücken wir es vorsichtig aus – eher schon mitten drin in einem rechtlichen Graubereich befand als etwa noch an dessen Rändern. An seine Kanzlei (Berenbrenner, Kalkstein & Partner) hatten sich einige der potenziellen Erben Edeltraud Krantzlauers gewandt, als die Gewohnheit ihrer uralten Verwandten, afrikanische Asylanten bei sich unterzubringen, zu adoptieren oder in Pflege zu nehmen, immer auffälliger geworden war und sich nicht mehr so ohne weiteres als harmloser Spleen einer schon leicht senilen und verschrobenen, jedoch entsprechend wohlhabenden, ja: in der Tat reichen Dame abtun ließ.

Außerdem: Wäre es für die alte Schabracke nicht überhaupt längst schon an der Zeit gewesen, sich von dieser, der besten aller Welten (um Voltaires [recte: François Marie Arouets] „Candide“ kurz ins Spiel zu bringen) endlich hinweg zu begeben?! Das Wenigste, was anzustreben sei, so der inoffizielle Sprecher der späteren Erbgenossenschaft, ein selbst schon reichlich überständiger pensionierter Bankdirektor, der längst die Mitte der Siebziger erreicht hatte und – vorausgesetzt, dass sein Hörgerät richtig eingeschaltet war – auf den Namen Dr. Isidor Pleuel reagierte, das Wenigste, was der teure Rechtsberater, Kollege Berenbrenner, denn also gefälligst zu tun hätte, das wäre, zügig die Entmündigung der alten Vettel zu betreiben. („Sonst haben wir womöglich bald halb Afrika hier bei uns …!“)

Doch was tat Berenbrenner, der gewiefte Unrechtsbeutel?

Nichts. Außer, dass er dem geldgierigen Pleuel zur Geduld riet. Und: Er, Berenbrenner, werde schon noch Mittel und Wege … et cetera. Außerdem: Wenn wirklich alles andere fehlschlüge, blieben immer noch ein paar einschlägige Adressen, die er dem Banker vorschlagen könne …

(Dafür wäre dann allerdings in erster Linie sein Partner DDr. Romuald Kalkstein zuständig.)

Man beschloss also familienintern, zwar missmutig, aber weiterhin geduldig auszuharren, während Edeltraud Krantzlauer Euro-Tausender um Euro-Tausender in ihr nun immerhin schon etwas teures Hobby steckte, in die Rettung junger schwarzer Flüchtlinge.

Dass es junge Männer und Frauen, oft sogar Kinder waren, für die sich Edeltraud da weitgehend selbstlos einsetzte, hatte einen tieferen Grund: Die eheliche Verbindung mit einem hübschen, vergleichsweise schon etwas älteren, angeblichen kongolesischen Königssohn vor ein paar Jahren war an den grundverschiedenen Auffassungen der beiden, was eheliche Treue betraf, kläglich gescheitert. Edeltraud war nämlich um einiges liberaler auf diesem Gebiet als ihr junger Gatte. Und so musste sie ihren schwarzen Traumprinzen, so leid es ihr tat, sozusagen in die Wüste zurückschicken.

Seither (und durch diese überaus traurige Erfahrung um einiges klüger geworden) ließ sie sich lieber Buben und Mädchen aus dem ressourcenreichen Kontinent kommen. Besser gesagt: Sie bediente sich an den jungen Flüchtlingen, die da massenhaft an Europas Grenzen angeschwemmt wurden; und die, wie es schien, ohnehin niemand anderer wollte.

Der Nachschub vermittelte den Eindruck, gigantisch zu sein, und die Quellen waren in der Tat quasi unerschöpflich … („Akolé verkroch sich in meinen Armen, die sich in unermesslicher Liebe um sie schlossen.“ Peter Altenberg, „Der Kuss“ [aus: „Ashantee“].)

Immer und immer wieder tauchte Frau Krantzlauer daher, ausgestattet mit aller gebotenen Caritas, voll der notwendigen Empathie und außerdem: versehen mit grenzenlos viel Geld, mitten hinein ins pralle Lebenselend. Um (unter anderem) alsbald das erlittene Unglück ihrer Klienten in eine Riesenchance auf ein wesentlich besseres Fortkommen zu verwandeln. Ja: Sie vermochte den bisher vom Schicksal vernachlässigten und von jeglichem Glück verlassenen Menschenkindern eine nachgerade rosige Zukunft zu offerieren.

Und alle hatten etwas davon, kein Partner in diesem Deal ging leer aus.

Superreiche Verwandte I

Zwar führte die alte Wohlfahrtswitwe und ach so karitativ gesonnene Flüchtlingsliebhaberin Edeltraut Kratzlauer (wie [bereits und in Klammern] erwähnt, eine geborene Grablacher [von und zu Hegebaum]) nicht direkt ihre legendäre Vorfahrin über x Ecken, nämlich Anna Neumann von Wasserleonburg, späterere Schwarzenberg, in ihrem Namensregister. Nein, dazu war sie dann doch wieder zu dezent; auch wenn diese Anna fraglos Edeltrauts großes Vorbild war. Doch jedefrau und jedermann – zumindest hier, in der Obersteiermark, also in Murau und Umgebung – wusste Bescheid, wie der genealogische Hase da wohl lief …

Ja, Edeltraut schien in der Tat zumindest ein Nebenlinien-Spross des Geschlechts der berühmten, aus Kärnten stammenden Anna Neumann zu sein, dieser zu Beginn des 17. Jahrhunderts dann vermutlich reichsten Frau Österreichs. Einer energischen und unternehmerisch denkenden starken Vertreterin ihres Geschlechts, deren Vita voll an Auffälligkeiten war und die es außerdem in ihrem langen Leben gleich auf sechs Ehen brachte. Zudem war Anna Neumann durchaus wohltätig und verfügte über soziales Engagement. So unterstützte die edelmütige Dame, wen immer sie dessen für würdig erachtete, je nach Notlage und Anlass.

Dennoch dürfte im Umstand ihrer sechsfachen Verehelichung der eigentliche Grund ihrer historischen Popularität zu suchen und wohl auch zu finden sein.

Ach, ja: Anna, die den schon mehr als bloß erheblichen elterlichen und sonst ererbten Besitz (nicht zuletzt dank ihrer verstorbenen Ehegatten) noch um ein Vieles zu vergrößern verstanden hatte, sollte zuletzt sogar den an sich schon ansehnlichen Reichtum der Schwarzenbergs steigern helfen.

Anna Neumann (1535 – 1623) galt, alles in allem, als durchaus schillernde Persönlichkeit. Die Dame war, wie gesagt, immerhin sechs Mal verheiratet. Schon ihr Vater, Wilhelm Neumann, ein reicher Bürger aus dem Kärntner Weitensfeld bei Villach und Günstling des Habsburger Kaisers, hatte durch den ertragreichen Abbau von Quecksilber in Idria und von Blei bei Bleiberg sein bereits vorhandenes Vermögen enorm zu mehren gewusst. Durch Maximilian I., den sogenannten letzten Ritter, anno 1515 zum Bergrichter ernannt, brachte es der umsichtige und geschäftstüchtige Mann ein Jahr später dann zur Position des Stadtrichters und somit des Bürgermeisters von Villach; sogar mit Wappen (freilich ohne Adelsprädikat).

Treibende Kraft im Hintergrund war dabei seine ehrgeizige und durchaus Geld-affine zweite Frau (Annas Mutter) Barbara, eine geborene Rumpf von Wullross.

Übrigens: Wie hießen Annas Ehemänner?

Der erste war ein gewisser Hans Jakob Freiherr von Thannhausen, und mit ihm hatte Anna ihre einzigen Kinder, die Töchter Elisabeth und Barbara. Thannhausen starb leider bald.

Doch weiter. Nummer 2 stammte aus einem obersteirischen Geschlecht: Christoph II. von Liechtenstein-Murau, übrigens: ein bedeutender Schuldner von Annas Sippschaft.

Der dritte Mann der Neumannin schließlich war Ludwig Ungnad Freiherr von Sonnegg, der ebenfalls bei der Familie hoch in der Kreide stand. (Andere Quellen nennen ihn von Weissenwolf.) Auch er war bald schon Geschichte.

Und als Ehemann Nummer 4 fungierte Carl Freiherr von Teuffenbach.

Wie gesagt, die Männer Annas erwiesen sich als alles andre denn als vital.

Kein Wunder, dass die von vielen beneidete, mehr als bloß wohlhabende Frau angesichts dieses Gattenverschleißes über kurz oder lang in den Geruch einer Hexe kam; sie vermochte den Verdacht der Inquisitoren indes zu zerstreuen, ihre Männer gezielt beseitigt und außerdem womöglich noch andere Hexen und Hexenmeister zur Flurhexerei angestiftet zu haben. Außerdem bewies sie immer wieder ihre stark ausgeprägte soziale Ader und einen echten Drang zur Wohltätigkeit. So ließ sie zum Beispiel anno 1576 das Murauer Spital auf eigene Kosten erweitern und unterstützte großzügig mittellose und notleidende Menschen.

Da die nach dem Tod ihrer Töchter (aus Ehe Nr. 1) Kinder- und Nachkommen-lose Anna, nun schon hoch in den Siebzigern, ein gewaltiges Erbe hinterlassen würde, suchte sie erneut nach einem jungen Edelmann – als Ehemann Nr. 5. Die Wahl fiel auf den Grafen Ferdinand zu Ortenburg-Spital aus dem alten Geschlecht der Salamanca.

Doch auch der stellte sich leider als kränklich heraus, welkte alsbald dahin und starb …

So kam dann zuletzt noch der um circa 50 Jahre jüngere Reichsgraf Georg Ludwig zu Schwarzenberg zum Zug. Zwar hätte Anna den jungen Mann auch adoptieren können, doch weigerte sich der Schwarzenberg-Spross, seinen im Reich bereits hochangesehenen Namen so ohne weiters abzugeben.

Also wurde pro forma geheiratet.

Als Anna schließlich im Jahr 1623 starb, hinterließ die Herrin von Murau ihrem jungen Gatten denn auch einen riesigen Besitz und außerdem erhebliche eintreibbare Forderungen; als Schuldner fungierten – zum Beispiel – Kaiser Ferdinand II. höchst persönlich (mit 220.000 Gulden), und sogar der gleich mächtige wie verschwenderische Salzburger Erzbischof Marcus Sitticus stand bei ihnen in der Kreide.

Das Erbe war, wie gesagt, riesig, denn nur die Kärntner Besitzungen Wasserleonburg und Treffen, Leonstein und Pörtschach, Vordernberg im Gailtal und die Bergwerksanteile in Idria und bei Bleiberg, die sie allesamt von ihren verstorbenen Brüdern ererbt hatte, vermachte die greise Anna den Nachkommen ihrer Halbschwester Katharina.

Die Schwarzenbergs vergrößerten ihrerseits übrigens das solcherart angestaute Riesenvermögen im Laufe der Zeit noch gewaltig, besonders um den späteren Hauptsitz des Hauses in Böhmen. Ihr Einfluss war so groß, dass sie sogar bei der Inthronisierung Franz Josephs I. und während dessen überlanger Regierungszeit mitmischten. (Seit dem Tod Fürst Heinrichs im Jahr 1965 stand dann Karel Johannes, 12. Fürst zu Schwarzenberg, Herzog von Krumau, Graf von Sulz und gefürsteter Landgraf von Klettau, der zeitweise sogar Außenminister der Tschechischen Republik war, der weitverzweigten Familie vor.)

Ein Wermutstropfen (zumindest einer also!) fiel freilich auf das hauptsächlich durch materiellen Reichtum bestimmte Glück der sechsfachen Ehefrau und fünffachen Witwe Anna Neumann von Wasserleonburg: Die katholische Amtskirche verwehrte der Protestantin eine Grabstätte in der Stadtpfarrkirche von Murau; in der Elisabethkirche gab es zwar ein kirchliches Begräbnis, doch wurde ihr Leichnam dergestalt beigesetzt, dass ihr Kopf außerhalb des Gotteshauses zu liegen kam. Erst anno 1873 wurde Anna (oder was von ihr in minimalen Resten noch übrig sein mochte) dann in die Kirche des Kapuziner-Klosters transferiert, wo sie endlich doch noch neben ihrem sechsten Gatten, Georg Ludwig zu Schwarzenberg, begraben wurde. Amen.

Wie eng das verwandtschaftliche Verhältnis der Edeltraud Krantzlauer (Grablacher [von und zu Hegebaum]) zur Anna Neumann beziehungsweise zu den Schwarzenbergs tatsächlich war, gab zwar immer wieder Anlass zu wilden Spekulationen; so ganz erwiesen freilich war dann letzten Endes auch wieder nichts. Nun, ja.

Immerhin, wie Anna hatte es auch Edeltraud mit der Wohlfahrt.

Und – das war allerdings neu – mit jungen Flüchtlingen, hauptsächlich aus Afrika.

Ein verwöhntes Trampel

Edeltraud, man muss es der Ehrlichkeit wegen erwähnen, hatte es a priori gar nicht so besonders mit der Nächstenliebe. Im Gegenteil: Die spätere Wohltäterin (nicht nur) afrikanischer Asylanten galt in ihrer Jugend (und das durchaus zurecht) als verwöhnter Trampel. Oberflächlich, leicht durch primitivsten äußeren Schein zu bestechen und jeglicher, noch so plumper Schmeichelei gegenüber offen, lebte sie zunächst als wohlbehütete Industriellen-Tochter im schönen Graz, wo ihr Vater, Kommerzialrat Wilhelm I. Grablacher, sein Geld im Handel mit Südfrüchten, Tabak und Waffen (Import und Export) verdiente und mehrte. Und das lange schon, bevor ihr späterer Gatte, Egon Arthur Krantzlauer, ein reicher Salzburger Alleinerbe (Bier, Zuckerrüben und Lederwaren), Edeltraud zur superreichen Party-Tussi machte. Das war in den 1950er und 1960er Jahren, in der Zeit von Julius Raab, Leopold Figl und Bruno Pittermann, in der Ära des aufstrebenden Wirtschaftswunders eines Konrad Adenauer oder Ludwig Erhard, wie es mit Verzögerungen von der Bundesrepublik Deutschland aus nun auch nach Österreich herüberschwappte.

Einige Millionen – jetzt freilich bereits Euro – später, als dieses alte Stück namens Edeltraud viele Jahre schon Witwe (und sogar ihren leiblichen Kindern und Enkeln, den vielen Neffen und Nichten, Cousins und Cousinen entwöhnt) war, sollte sich dann bei ihr doch noch der – längst verlorengeglaubte – engstirnige, vor allem: schlesisch-gefärbte Geschäftssinn von der mütterlichen Seite ([von und zu] Hegebaum, übrigens: aus Breslau) durchsetzen; im Verbund mit den – zugegeben – empathischen Allüren der Seitenlinie vom Ferri-Onkel (einem Urururahnen) aus Czernowitz, nebenbei: einem der vielen Originale der weitverzweigten mittel-, nord- wie ost-europäischen Mischpoche. Und siehe da: Edeltraud Krantzlauer entdeckte die ganz große Liebe zur weitgehend hehren Caritas für sich! Nicht zuletzt als aussichtsreiches Geschäftsanliegen; aber in der Tat auch als echte Chance, Gutes zu tun.

Ab da galt das Hauptinteresse der insgeheim als Charity-Oma belächelten Euro-Milliardärin diversen Asylanten, die da, erst von gewissenlosen Schleppern übers Ohr gehauen, dann von den sogenannten Behörden der weitgehend unfähigen Europäischen Union massakriert, nach lebensbedrohlicher Fahrt über das Mittelmeer mit Ziel Italien (oder Malta) zumeist in der Nähe von Lampedusa gestrandet waren, bevor sie es zuletzt noch mit den rigiden österreichischen Fremdengesetzen und deren wenig flexibler Handhabung zu tun bekamen.

Anfangs war es, wir wollen das nicht verschweigen, durchaus auch sexuelles Interesse, dass die stinkreiche, längst durch diverse chirurgische Runderneuerungen in einen gleichsam alterslosen Zustand transferierte Dame der Gesellschaft zu ihrem menschenfreundlichen Tun beflügelt haben mochte; vielleicht zusätzlich bestärkt durch den originellen Ausspruch der damals, anno 2001, noch recht knackigen Ex-Skandalnudel Gloria Fürstin von Thurn und Taxis: „Der Schwarze schnackselt halt gerne!“, vielleicht auch nur in Erinnerung an einmal gehabte diesbezügliche Genüsse (anlässlich einer Safari noch mit ihrem verflossenen Gatten, Egon Arthur Krantzlauer aus Salzburg). Jedenfalls öffnete sich Edeltraud allenthalben immer stärker den anschwellenden Asylantenströmen – und ihren empathischen Gefühlen.

Sehr zum Unwillen der riesengroßen Schar an potenziellen Erben, die, von Schlesien bis in die Ukraine verstreut, auf einen wahren Geldsegen hofften, sollte der alte Schragen endlich einmal das Zeitliche segnen.

Doch noch machte ihnen die rüstige Witwe einen Strich nach dem anderen durch die Rechnung. Noch blieb die Gier nach reicher Erbschaft ungestillt, die der senile Dr. Pleuel und die durch ihn eher schwach vertretene Sippschaft so brennend hegte. Aber auch die Tätigkeiten des von Isidor Pleuel engagierten Rechtsverbiegers Horst Berenbrenner hatten bis dato noch keinerlei Effekt zu Tage gefördert. (Obschon sich der Anwalt – allein schon angesichts der in Aussicht stehenden Prozente und Provisionen – gehörig ins juristische Zeug legte.)

Doch gegen karitative Intentionen war nun einmal auch von Anwaltsseite her schwer etwas Wirksames zu unternehmen.

Und als Edeltraud Krantzlauer, durch Detektive und Agenten, die sie ihrerseits (misstrauisch wie sie war) gegen ihre erwiesenermaßen geldgierige Verwandtschaft ausgesandt hatte, instruiert, selbst mit Mag. Berenbrenner in Kontakt getreten war, schien dieser überdies gar nicht abgeneigt, im Sinne des finanziell potenteren Auftraggebers das Lager zu wechseln.

Jaja, so sind die Menschen eben.

Superreiche Verwandte II

Ähnlich, wie es sich in der alten Fabel von der reichen, etwas arroganten Stadtmaus und ihrer armen, schnell eingeschüchterten Verwandten vom Land – nach Martin Luther – verhält, so stellte sich auch das Bild dar, das die reiche Europäische Union seit geraumer Zeit schon angesichts der Umschwünge und Revolten in Afrika und im vorderen Orient bot. („Wer reich ist, hat viel Neider, Sorge und Gefahren.“ M. L.) Hilflosigkeit, Unvermögen und ungeschicktes Reagieren herrschten da vor. Besonders, wie sich ein Kontinent den Menschen-Schwestern und -Brüdern aus diesen Ländern gegenüber verhielt, die – aus welchen Gründen auch immer, meist indes alles andere als freiwillig oder bloß aus Jux und Tollerei! – nach Europa zu kommen trachteten, wirkte schlicht beschämend.

Politisch malträtiert, religiös verfolgt und ökonomisch chancenlos, so standen die Flüchtlinge, längst zu Menschen zweiter Klasse degradiert, zitternd, ängstlich und bald auch noch zusätzlich demoralisiert durch die Art und Weise, wie man sich ihnen gegenüber in den angeblichen Gastländern verhielt, so also standen die Flüchtlinge vor den erbarmungslosen Schergen eines vormals gelobten Landes, in dem doch, bitte sehr, angeblich Milch und Honig flössen …

Das erkannte sogar die (doch ja: auch selbst immer noch reichlich egoistische und hauptsächlich oberflächlichen Genüssen verbundene) stinkreiche alte Witwe Edeltraud Krantzlauer, nachdem sie – sukzessive, so sagten wir – endlich dann doch hinter die fiesen Spielregeln gekommen war, nach denen die scheinheilige Diplomatie sowie die weitgehend unfähige Politik, die geldgierige Waffenindustrie, die moralisch niedrig-gepolte Hochfinanz und die diversen schmutzigen Lobbys von London bis Athen und Bukarest, von Madrid bis Rom, Prag und Warschau und von Wien, Berlin sowie Sofia und Budapest bis Paris vorgingen. Von den rigid und erbarmungslos agierenden asiatischen Inselstaaten, die ein paar Tausend Kilometer weiter im Pazifik ein ähnlich unwürdiges Spiel trieben, einmal gar nicht zu reden.

Und mittels ihres Reichtums gelang es Edeltraud, zumindest in Einzelfällen quasi Schicksal zu spielen. Die von ihr solcherart vor dem Untergang (und auch vor der bleibenden Illegalität und einem ständig drohenden weiteren sozialen Abstieg) erretteten schwarzen Jugendlichen immerhin verfügten nunmehr über einige Chancen auf ein wesentlich besseres Morgen.

Das änderte allerdings längst noch nichts an der allgemeinen Malaise.

Da konnte die Europäische Union ein Treffen auf Präsidenten-, Minister- oder Beamtenebene nach dem anderen einberufen, da durften Thesen und Antithesen formuliert, Argumente vorgebracht und Pläne wieder verworfen werden nach Gutdünken und Laune. Sogar die Philosophen, die man erfahrungsgemäß ohnedies nur in weitgehend aussichtsloser Lage hinzuzog, verstrickten sich alsbald in diversen Aporien.

Besonders die in die Tausende pro Jahr gehende Zahl der ertrunkenen und sonst umgekommenen Menschen im Mittelmeer – nicht gerechnet alle die auf dem Landweg gescheiterten Flüchtlinge – wurde zwar zum unübersehbaren Symbol der vollkommen Unbeholfenheit Europas im Umgang mit einem (übrigens: gar nicht so neuen) Phänomen; gepaart mit einer von Vorurteilen geprägten, im Endeffekt jedoch lediglich inhumanen Haltung sowie der überzeugend demonstrierten diplomatisch-bürokartischen Inkompetenz nicht nur in Brüssel.

Dabei lehrt allein schon die Geschichte (bei all ihrer Fragwürdigkeit, hierin gewährt sie immerhin klare Auskunft), dass Staaten nun einmal eben auch untergehen können – ob durch Völkerwanderungen bedingt oder nach Niederlagen, die sie gegen stärkere Feind-Mächte erlitten haben. Es waren dies Untergänge, die sogar verbunden sein konnten mit einem Verschwinden von der Landkarte. Und: Es gab sie immer schon. Das Riesen-Imperium Hammurabis verschwand, das nicht minder glanzvolle und mächtige ägyptische Reich samt seinen Pharaonen, das assyrische, auch das der durchaus gewieften antiken Griechen und der stolzen alten Römer. Ja, sogar Österreich-Ungarn wurde aus den Atlanten getilgt. Ganz zu schweigen vom Zerfall der Sowjetunion im Zuge des Untergangs des Kommunismus oder von der Eingliederung der ehemaligen DDR in die Bundesrepublik Deutschland.

Und die Weltkugel? Sie drehte nicht durch, sondern sich brav weiter …

Jedenfalls waren es (um hier mit den Wirtschaftswissenschaftlern Daron Acemoglu und James A. Robinson [„Warum Nationen scheitern“] zu sprechen) immer wieder das Überhandnehmen der extraktiven Institutionen sowie die Angst vor kreativer Zerstörung (Erneuerung), die vormals kraftstrotzende Mächte und blühende Staatsgebilde in den Bankrott trieben.

Die Konkursmasse konnte darauf hin billig übernommen oder aufgeteilt werden.

Wo aber lagen die Gründe dafür verborgen, dass ein ganzer Kontinent, nämlich das an Rohstoffen und Energieressourcen reiche und weitgehend abgesicherte Europa, angesichts der unvorstellbarer Not der politisch wie religiös-fundamentalistisch geknechteten Menschen in enger Nachbarschaft am liebsten gleich die Rollbalken herunterlassen wollte (um das abgegriffene Bild vom Kopf-in-den-Sand-Stecken hier einmal nicht zu strapazieren) vor den Eindringlingen? Ging es bloß darum, den – letztlich ohnehin trügerischen – Wohlstand zu schützen vor den Massen womöglich marodierender Flüchtlinge, die, so wurde interpretiert, darauf aus wären, eben diesen Wohlstand der wohlhabenden europäischen Nationen zu vernichten? (In Wahrheit ging es denen, die ohnedies schon alles verloren hatten und nun ihre Heimatländer schweren Herzens verließen, in erster Linie darum, das nackte Leben zu retten!)

Oder: War Europa am Beginn des 21. Jahrhunderts tatsächlich insgesamt zu blöd, um erkennen zu können, dass es – siehe oben! – a) sogenannte Völkerwanderungen immer schon gegeben hatte; und dass sie b) noch nie aufzuhalten gewesen waren? Ergo, dass es auf Dauer nichts brachte, die Grenzen dichtzumachen und sich vor den ungeliebten Eindringlingen abzuschotten? (Noch dazu relativierte sich [zumindest am Anfang der hier geschilderten Entwicklung] die angeblich drohende Gefahr, stellte man einen Vergleich her zwischen den Zahlen der Auswanderer und Flüchtlinge zu den Einwohnerzahlen des langsam zu einer Festung der Herzlosigkeit ausgebauten Kontinents …)

Nein, gegen solche Wanderbewegungen und die damit verbundenen demoskopischen wie evolutionären Veränderungen war in der gesamten Menschheitsgeschichte niemals ein Kraut gewachsen gewesen. (Wie denn auch?!) Und dem Trend zur Aus-, Ein- und Zuwanderung hatte sich auf Dauer auch kein Reich mit Erfolg entgegenstellen oder entgegenstemmen können: weder das der antiken Perser noch das der alten Römer. Und egal auch, woher und aus welchen Gründen die fremden Völkermassen herangerückt waren – sei es aus Platznot, aus Hunger oder aus purer primitiver Kampflust. Oder vielleicht – aus Bosheit. (Der Gier der einstmals auf Entdeckungsfahrt gegangenen Europäer war man vergleichsweise schon eher bereit, die Vorsilbe Neu- [und damit ein höheres, edleres Ziel] zu attestieren …)

Ach ja, nicht zu vergessen: Man wanderte, egal, zu welchem Prozentsatz, selber auch immer und immer wieder aus. (Und das ebenfalls aus den unterschiedlichsten Gründen.)

Fazit: In Europa (aber auch in den USA und anderswo) hatte man anscheinend völlig vergessen, was in dieser Beziehung schon alles geschehen war. Und als wie sinn- und nutzlos sich die Abwehrreaktionen zuletzt herausgestellt hatten.

Dass man sich schließlich bei UNO und EU auf die gezielte militärische Ausschaltung (also: auf die möglichst flächendeckende Vernichtung) der meistenteils havarierten und wenig seetauglichen Flotte der illegalen Fluchthelfer und des insgesamt in der Tat verbrecherischen Schlepperwesens verständigte, konnte freilich nicht weiter verwundern. Offenbarte sich just darin doch der beschämend kleinste gemeinsame Nenner der ach so innig miteinander verbundenen Nationen! („Freude, schöner Götterfunken …!“)

Hauptsache, man vermochte die engstirnige und weitestgehend inhumane Einwanderungspolitik, die in Wahrheit längst schon zu einer die Einwanderung möglichst verhindernden Politik mutiert war, tunlichst unvermindert beizubehalten; Asylverfahren hinauszuzögern; traumatisierte Flüchtlinge, nachdem sie genug geschmort hatten, doch noch rigoros abzuweisen, indem man ihre ehrlichen Fluchtabsichten zynisch zu leugnen versuchte …

Eine umfassende Veränderung der diplomatisch-bürokratischen Usancen hätte immerhin eine solche der Denkweise nach sich ziehen können; ja: müssen. Und just das erschien den mächtigsten Vertretern des – allerdings längst schon erstarrten und obsolet gewordenen – postmodernen Kapitalismus, der seinen Weiterbestand immer noch durch möglichst ungebremsten, rücksichtslosen (Wirtschafts-)Fortschritt gesichert sehen wollte, quasi als denkunmöglich. Ja, ein diesbezüglicher Schwenk war allein schon deshalb unerwünscht, weil er ganz einfach nicht zum Begriff der Festung Europa passte, an den man sich schon so sehr gewöhnt hatte!

Doch, ja, hier stellte sich allmählich ernsthaft die Frage: Sind nun die Schlepper oder sind die EU-Regierungschefs und Spitzenpolitiker, die europäischen Banker, Finanzgenies und Lobbyisten, allesamt also die vereinigten Büttel der Wirtschaft, die größeren Verbrecher?!

Und: Wo bleibt, bitte schön, die vielbeschworene Humanitas der westlichen Industrie- und Geistes-Gesellschaft, dieses oft beschworenen Werteverbunds? Ja, wo?!

Der sehnlichste Wunsch

Jetzt wird es ein wenig märchenhaft. Aber keine Angst – nur kurz.

Also, der sehnlichste Wunsch Edeltraud Krantzlauers ist freilich ein eher schon maßloser. Ein auch trotz Einsatzes exorbitanter Mittel (und wenn die einflussreiche Greisin auch alle nur möglichen Verbindungen, deren sie nicht gerade wenige hat, spielen ließe) kaum zu realisierender. Nämlich: eine in der Tat späte (ach, ja …!) körperliche wie geistige Verbindung und Vereinigung (ja, eine Verschmelzung!) zwischen ihr, Edeltraud, mit dem legendären jungen schwarzen Thánatos, der die letzten Jahre (als international gefragter Fußballer [freilich, unter einem Pseudonym] global von sich reden gemacht hatte.

Hier müssen wir fairer Weise gestehen, dass die Glaubhaftigkeit dieser Angaben besser ein wenig einzuschränken wäre: Basiert das alles doch auf den ziemlich blumig abgefassten Visionen des Einsiedlers Franz von der Sternwarte, übrigens eines der leider letzten, ansonsten halbwegs vertrauenerweckenden Mystiker, sowie auf den ebenfalls recht ausufernden Weissagungen des lateinamerikanisch-indianischen Schamanen Xing-Pè (alias Ramos), der seinerseits angeblich – wiederum – eine Reinkarnation des ebenfalls überaus berühmten indisch-chinesischen Zen-Hohepriesters Chanx-sti Ou sein dürfte.

Und noch etwas: Zeitgleich mit Edeltrauds später Kopulation mit besagtem Thánatos, so steht es geschrieben (fragen Sie mich bitte nicht, wo!), sollen die verehrungswürdigen Stigmata der – viele Epochen hindurch allerdings als irregulär geltenden und deshalb ausschließlich in einigen Apokryphen des Demosthenes Parvenius vermerkten – längst schon einbalsamierten, zu Lebzeiten durchaus heiligmäßigen Nonne Anastasia aus dem ehemaligen Konstantinopel erneut zu rauchen und Blut abzusondern beginnen, das angeblich nach Firnis röche und süß-säuerlich schmecke wie eine vietnamesische Eierblumensuppe.

Schließlich würde es noch (und in mehr als bloß auffälliger Fülle) erstaunliche Sichtungen einer neuen Taubenspezies geben. Diese hübschen Tiere, ausgestattet mit drei Augen und zwei Schnäbeln, so versichern weitgehend vertrauenswürdige Wissenschaftler, Hobby-Ornithologen und einschlägige Fachjournalisten unisono, diese hübschen Tiere wiesen als einzige bisher bekannte Gattung aus dem Reich der Vögel drei Beine auf und überdies einen dritten Flügel, in Form eines flossenähnlichen Fragments auf dem Rücken. (Das hörte sich alles immerhin vergleichbar apokalyptisch an; wenngleich die Sache mit den vier Reitern immerhin und immer noch auch einigen wohligen Schauer zu erzeugen imstand wäre …)

Ja, so wird es wohl sein. Oder besser: So würde es sein.

Doch es kommt zu der von Edeltraud Krantzlauer ersehnten Vereinigung mit dem jungen dunkelhäutigen Thánatos leider nicht.

Märchen, ade!

*

Übrigens: Man kann eine Handvoll afrikanischer Flüchtlingskinder adoptieren (wenn sie nur farblich zu den Tapeten im Wohnzimmer passen) – und Millionäre oder Hollywood-Größen tun solches auch recht gern -, an der allgemeinen beschämenden Situation ändert das freilich nichts. Weder die mehr als fragwürdige politische Lage noch die sozialen Gegebenheiten, die längst rigoros umgestaltet gehörten, werden sich dadurch entspannen oder gar zum Besseren hin verändern. Zudem werden es sich die angeblich demokratischen Großmächte (besonders des Westens) auch in Zukunft nicht mit den bösen Diktaturen in Wirtschaft und Handel verscherzen wollen. Und ein bisschen mehr an Fair-Trade sollte indes sogar für die Großkonzerne mit keinen allzu stark merkbaren finanziellen Belastungen verbunden sein.

Nein, nein. Da schütten wir pro forma weiter ein paar Tropfen Entwicklungszusammenarbeit auf den heißen Stein der globalen Armut. Überhaupt, dieses Wort: Entwicklungszusammenarbeit! Eine billige Umschreibung des früher geläufigen Begriffs Entwicklungshilfe, der an sich schon beschämend euphemistisch gewählt war, angesichts der lächerlichen Almosen, die da von den reichen und wohlhabenden Nationen in post-kolonialer Geberlaune unter die armen und nichtshabenden Staaten verteilt wurden. (Meist überdies zum eigenen Vorteil.)

Ansonsten ging auch damals alles seinen unverändert gewohnten Gang.

Einwurf der Leserin, des Lesers: „Also, bitte! Bester Autor, glauben Sie nicht auch, dass Sie diese Geschichte allmählich und mit all den Problemen, die sie da hineinpacken, ein wenig überfrachten?!“ – Nein, meine Dame! Nein, mein Herr! Schauen Sie sich doch gefälligst die sogenannte Wirklichkeit einmal etwas genauer an! Dann erst lassen Sie uns weiterreden – über Überfrachtung et cetera! Ja?!

*

Edeltraud Krantzlauer hatte, geschuldet dem langen Leben, das ihr vergönnt war, immerhin Gelegenheit, etwas dazuzulernen. Und so gelangen ihr zuletzt immerhin sogar ein paar hübsche Gedanken-Feldaufschwünge, wenn man das so nennen möchte.

Sie erkannte schließlich das Entscheidende an ihrem Dasein; trotz allen erlebten Wohllebens und sogar eines in Maßen ausgebildeten Hedonismus bestand das Prinzip des Daseins in Wahrheit auf anderer Basis. Und zwar: Die Existenz glich, wenn man es genauer betrachtete, einer Aneinanderreihung von an sich lebensbedrohenden Krankheiten, als Ganzes arrangiert ausschließlich zum Zweck der Eigen-Prolongation eben dieser Molesten und Malaisen!

Dabei ergab sich die Lust am Weiterleben nicht zuletzt aus dem Kontrast zwischen der beschissenen Lebensrealität zu eben diesen teils heilbaren, teils unheilbaren Krankheiten. Dazu gesellten sich dann noch Armut, Chancenlosigkeit und (wodurch auch immer bedingt) Inferiorität. (Natürlich galt dies nicht in Fällen, in denen quasi Auserwählte betroffen waren: reiche Schnösel und angeheiratete oder per Erbschaft zu Glücklichen Gemachte – wie sie eben: unsere uralte, aber recht rüstige, verehrte, verhuschte Edeltraud Krantzlauer.)

Als alles zusammenfügender Kitt für dieses Lebens-Puzzle half übrigens auch noch die ungebrochen wirksame Lebens- und Todes-Angst mit. Oder die alles umnebelnde Dummheit.

Doch nichts desto trotz saß man – mehr oder minder gutsituiert oder gar reich einerseits, arm wie die berühmte Kirchenmaus anderseits – vor einem Kaleidoskop der Irritationen: Immer neue Scheinkombinationen aus unendlich oft anders und immer wieder überraschend zusammengewürfelten bunten Glasscherben gab es da zu sehen. Und echte Ereignisse wurden durch unechte Ereignisse ausgeschaltet, überblendet und zunichte gemacht. Illusion ersetzte Illusion auf dem Weg zu neuer Illusion …

Im Zuge ihrer kontinuierlichen Denk-Zunahme wuchs bei Edeltraud Krantzlauer freilich auch die Erkenntnis, dass man die Welt (und da mochte die noch so beschissen ausgefallen sein!) unter keinen Umständen den Politikern in ihrer Unfähigkeit und Blasiertheit, in ihrer Ideenarmut, Abgehobenheit und Ignoranz überlassen dürfe! Und auch nicht der allgegenwärtigen und allmächtigen rigorosen Wirtschaft, die in Wahrheit der Motor allen Übels ist!

Wie gesagt, lange Zeit hatte sich die reiche Erbin und noch reicher Verheiratete keinesfalls als politisch interessiert gefühlt. Im Gegenteil, wie dargetan, überwogen in Edeltrauds Leben sehr wohl Phasen der Oberflächlichkeit und der schier grenzenlosen Blödheit, Zeiten also, da der schöne Schein dominierte. Dass sie sich (wie alle anderen auch) in einem wahren Danteschen Inferno befand (mit wenig Aussicht nur auf Pulgatorium oder gar Paradies), wurde ihr allerdings erst peu à peu einsichtig.

Noch etwas soll in diesem Zusammenhang unbedingt erwähnt werden: Zur Erkenntnis, dass dieses Inferno weitgehend ein von Dante Alighieri bloß geschautes und besungenes, aber kein de facto erlebtes und durchlittenes war, musste sie eigentlich gar nicht gelangen. (Sie hätte das intellektuell [so nehmen wir zumindest an] auch bei weitem gar nicht geschafft.)

Wäre der Blick Edeltraud Kranzlauers (wir wissen: Sie war eine geborene Grablacher [von und zu Hegebaum] und weitschichtig sogar verwandt mit Prof. Emmeran Xavier Schlutz, dem unverdienterweise mehr oder weniger völlig in Vergessenheit geratenen Philosophen und Privatgelehrten im Berlin der 1920er Jahre), wäre also der Blick Edeltrauds nicht so lange Zeit weitestgehend tunnelartig und ausschließlich von den eifersüchtig gehegten Wünschen nach möglichst umfassendem Wohlleben (inklusive sexueller Üppigkeit), vom Leitmotiv Luxus und von der Oberflächlichkeit ihrer Schicky-Micky-Welt getrübt und schier verschwommen gemacht worden: Sie hätte viel eher schon die Hohlheit des Daseins erkannt.

Vanitas vanitatis.

Dafür war es noch nicht an der Zeit bei ihr.

Erst der aufkeimende Wunsch, später dann der volle Einsatz dafür, internationalen Flüchtlingen, besonders aus Afrika, zu helfen – da mochten ihre Hintergedanken und wirklichen Motive, wie schon gesagt, anfangs noch so egoistisch gewesen sein -, sie ermöglichten dann doch sukzessive Edeltrauds Umdenken, weil sie zunächst einmal ihr Denken in Gang setzten …

Mitschuld an ihrer anfänglichen Dummheit und ihrem oberflächlichen Gehabe waren wohl ihre reiche Abstammung gewesen und die noch reichere Verheiratung mit dem auch nicht gerade zartbesaiteten Egon Arthur Krantzlauer. Denn Egon war es gewohnt, wenn es sein musste, immer wieder einmal über Leichen zu gehen. Und es musste sehr oft sein.

Fest steht indes auch, dass sich Edeltraud vom sinnentleerten Luxus sukzessive zu emanzipieren begann. Damals, also relativ bald schon, keimten karitative Gedanken ihr ihr, und auch Tier-, Arten- und Umweltschutz kamen ihr längst nicht nur ob ihrer glamourösen Begleiterscheinungen – im Sinne glanzvoller Charity-Events, prunkvoller Empfänge der sogenannten Reichen & Schönen und sonstiger oft fragwürdiger Edel-Feten – als wichtig vor.

Just während dieses Reifungsprozesses glaubte die vermögende Erbin und wohlhabende Gattin an ihrem stinkreichen Gatten sogar mitunter Blitze der Ironie zu entdecken, die sie anfangs noch überraschten. Ja, der alte Sack ließ nicht selten (wenn auch geschickt, nämlich charmant geschminkt) durchblicken, was er wirklich von dem sich ständig andienernden Polit-, Wirtschafts- und Sozialpöbel hielt, von diesen vorgeblich staatstragenden Lemuren und Halbaffen in den Ministerien und Behörden überall, auch in der Europäischen Union und bei den Vereinten Nationen, somit in Brüssel und Strassburg, Genf, Wien und New York oder sonst wo, ja, sogar von den Clowns in Moskau, Peking und Washington.

Von allen Tätern sind nicht selten die Wohltäter die gefährlichsten“, formulierte der mit allen Finanzwassern gewaschene Krantzlauer es einmal zu vorgerückter Stunde, als er nichts mehr hören und sehen wollte von der inferioren Charity-Sippschaft mit ihrem dumm-verklärten Champagner-Blick; oder, wenn wieder einmal bei einem üppigen Arbeitsessen über den Hunger in der Welt diskutiert worden war.

Da hatte dann irgendwann mit einem Mal eine Resonanzsaite in ihr mitzuschwingen begonnen. Und allmählich fing Edeltraud Krantzlauer tatsächlich an, etwas zu begreifen. (Allerhand! Wer hätte so etwas gedacht?! Hmhm.)

Drei Träume

Die Träume der spleenigen Wohlfahrts-Tussi und verwitweten Euro-Milliardärin Edeltraud Krantzlauer waren ihr selbst ihr ganzes Leben lang nicht weiter wichtig erschienen. Ja, sie glaubte sogar, entweder gar nicht zu träumen, oder zumindest das, was ihr möglicherweise doch geträumt hatte, sogleich nach dem Erwachen (oder am Ende schon während desselben) wieder vergessen zu haben. Sicherheitshalber.

Außerdem: Schon Sigmund Freud merkt gegen Ende seiner umfangreichen Abhandlung „Die Traumdeutung“ (1900) an, dass an einen „Wert des Traumes für die Kenntnis der Zukunft [] natürlich nicht zu denken“ sei. Wohl aber „für die Kenntnis der Vergangenheit. Denn aus der Vergangenheit stammt der Traum in jedem Sinne.“ Und: „Indem uns der Traum einen Wunsch als erfüllt vorstellt, führt er er uns allerdings in die Zukunft; aber diese vom Träumer für gegenwärtig genommene Zukunft ist durch den unzerstörbaren Wunsch zum Ebenbild jener Vergangenheit gestaltet.“

Doch jetzt war es mit einem Mal anders, und Edeltraud wurde nachgerade von Traum-Visionen gepackt, gebeutelt und geschüttelt. Die Träume setzten der alten Dame dabei mehr zu als die gewagtesten Massagen ihrer potenten Betreuer es jemals davor vermocht hatten. (Sogar Iván [der schrecklich gute Physiotherapeut aus Cannes] wirkte im Vergleich wie einer der berühmten Lercherl-Schase gegen die Vibrationen, denen sie sich nunmehr in ihren gleich ungewollten wie anstrengenden Nacht-Übungen ausgesetzt sah.)

Traum 1: Nach einer Jahrzehnte andauernden Orgie, im Zuge derer sich so gut wie alle Rassen mit einander vermischt hatten – sogar, was erstaunlich war, Schwarze und Chinesen -, entstand zuletzt ein eigenartiges Menschen-Ragout; eine finale Pastete.

Übel (oder mindestens gewöhnungsbedürftig) von Geruch, unschön anzusehen und zudem akustisch unter jeder Kritik, widerte diese neue Misch-Rasse freilich sogar sich selbst an.

Wobei die ästhetische Komponente und die ziemlich enervierende Geräuschbildung – denn eine als solche definierbare Sprache gab es nicht (mehr) – noch irgendwie tolerierbar gewesen wären, hätten diese weitestgehend bedauernswerten neu-kreierten Geschöpfe irgendeiner After-Genesis nicht derartig penetrant ihre olfaktorische Missbildung in ungebremster Penetranz in den immer noch unschuldigen Äther hinein verströmt: Sie stanken erbärmlich, was die finale Erderwärmung entsprechend beschleunigte.

Traum 2: Das Geschehen (wenn es statthaft ist, einen Traum so zu umschreiben; wenn nicht, tun wir es trotzdem) hebt an wie im altmodischen Theater: Licht aus, Vorhang auf! Dann die Überraschung, die zugleich eine Über-Verarschung ist: Die Menschen aus Europa und Afrika haben anscheinend jetzt und hier ihre Identitäten ausgetauscht. In einem ebenfalls Jahrzehnte (wenn nicht Jahrhunderte) dauernden globalen Prozess der rassischen Selektion, der brutalen, jedoch kreativen Zerstörung und ebenso schöpferischen Neu-Zusammensetzung; in einem Prozess, dessen Ergebnis nun gezeigt werden soll – darf – muss. (So schrecklich es auch ausgefallen sein mag.)

Epochale Scheußlichkeit. Sie, diese neuen Geschöpfe, dürften nämlich, alles spricht dafür und auch das Ambiente beweist dieses weitgehend erschreckende Resultat, hier auf der Traum-Bühne, zu gräulichen Monstren geworden sein. Monstren, die allesamt dem bekannten organischen Flickenhaufen des literarischen Dr. Frankenstein (der überspannten Gothic-Autorin Mary Wollstonecraft Shelley) in seiner widerlichen, grauenvollen und bemitleidenswerten Metamorphose von menschlichem Müll zum – missglückten – Wesen nicht unähnlich sind.

Ja, doch! Da haben permanente (vermutlich schmerzhafte) Transfusionen von Blut, Sperma, Schweiß, Genen und Gedächtnis, unter Zuhilfenahme aller nur erdenklichen magnetischen oder elektrischen, elektronischen (auch holographischen und digitalisierenden) Methoden, buchstäblich ganze Arbeit geleistet. Freilich bloß, damit zuletzt ein an und für sich schon missglückter Pseudo-Prometheus etwas geschaffen habe, das den primitiven Faustischen Homunculus erst recht nicht wesentlich zu überflügeln imstande ist …

Eine neue Welt ist geschaffen. Aber keine schönere, bessere und wertvollere.

Immerhin: eine der diese neuen Hominiden erzeugenden Vorgänger- und Erfinderrasse adäquate. Eine absolute Scheißwelt technischer Machbarkeit nämlich.

Vor einem etwaigen dritten Traum lassen die habgierigen Verwandten (aus der Ukraine, aus Schlesien, Polen, Wien und aus der Obersteiermark) die angeblich ohnehin längst schon total verrückte Edeltraud Krantzlauer (geborene Grablacher und/oder [von und zu] Hegebaum) in der Tat endgültig beseitigen; wobei ihnen die geltende äußerst schwammige Gesetzeslage zupass kommt.

Ein paar windige Rechtsverdreher, an der Spitze die Kanzlei Mag. Horst Berenbrenners, stehen der Sippschaft – wie schon am Anfang erwähnt – zudem mit ihrem teuren Rat zur Seite; auch wenn Berenbrenner selbst, wie angedeutet, zwischenzeitlich die Fahnen gewechselt und kurz für die „abgetakelte Sexual-Schreckschraube“ ((c) by Dr. Pleuel) Partei ergriffen hatte.

Übrigens: Niemand von den sogenannten Außenstehenden nimmt vom grausamen Geschehen, als das der Tod der alten Wohlfahrts-Tante und als schrill verschrieenen Charity-Schickse hier zelebriert wird und sich daher auch weiterhin notgedrungen darstellt, irgendwelche besondere Notiz.

Ja, Polizei und Staatsanwaltschaft ziehen es sogar vor, alsbald ihre ohnedies bis dato völlig fruchtlosen und ineffizienten Nachforschungen gänzlich einzustellen.

Und wenn überhaupt, so vermerkt man in sogenannten eingeweihten Kreisen Edeltrauds ziemlich unappetitlichen (weil recht blutigen) Abgang lediglich als Kollateralschaden.

Nun, wie man weiß, vermögen solche (vom Standpunkt der Humanität aus betrachtet vielleicht bedauerlichen) Vorfälle, das historische Große und Ganze im Allgemeinen kaum jemals wesentlich zu stören.

Auch uns muss das nicht über Gebühr kratzen.

Nein.

E N D E

Literatur & Quellen (Auswahl)

Daron Acemoglu/James A. Robinson, Warum Nationen scheitern. Die Ursprünge von Macht, Wohlstand und Armut. 2. Aufl. Frankfurt am Main 2014.

Bibliographisches Institut (Hg.), Weltbild Taschenlexikon in zehn Bänden. Mannheim 2006.

Sigmund Freud, Gesammelte Werke. Köln 2014.

Nikolai Gogol, Die toten Seelen oder Die Abenteuer Tschitschikows. In: Gesammelte Werke. Eggolsheim o. J.

Aaron I. Greyffszaan, Die nabellose Gesellschaft. München 2010.

Internet.

Peter Köhler, Warum der Osterhase Eier legt. Der neue Basar der Bildungslücken. München 2003.

Karl Kraus (Hg.), Die Fackel. 12 Bände. (Zweitausendeins.) München 1968 ff.

Ders. (Hg.), Peter Altenberg: Was der Tag mir zuträgt. Wiesbaden 2009.

Manfred Lurker, Lexikon der Götter und Dämonen. Namen. Funktionen. Symbole/Attribute. 2. erw. Aufl. Stuttgart 1989.

Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Köln 2012.

Ingrid Schäfer (Hg.), Hans Schäfer: Dante, Die Göttliche Komödie. Marburg 1997.

Erich Trunz (Hg.), Goethe: Faust. Der Tragödie erster und zweiter Teil. Urfaust. München 1999.

Hans-Jörg Uther, Das große Buch der Fabeln. Augsburg 2003.

Otto Weininger, Geschlecht und Charakter. Eine prinzipielle Untersuchung. München 1980.

Mary Wollstonecroft Shelley, Frankenstein oder Der neue Prometheus. München – Wien 1993.

 

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