BERND SCHMIDT:

Die Zeit, an der Zeit zu sein

Ein Chansontext

© by Bernd Schmidt, Graz 13. 10. 2015.

Die Wucht der Tage wird sich eines Tages

nicht mehr wichtig nehmen.

Und auch, wo man nichts weiß, sind

nicht nur Dörfer, dort in Böhmen.

Die Portugiesen selbst, die kommen

sich dann langsam spanisch vor.

Und alte Lehrer schlagen sich mit

Spanisch-Rohr-

(Und riechen dabei streng nach Irish-Moos.)

Dann ist bestimmt gar nichts mehr, wirklich nichts mehr los.

+

Die Welt wird nicht mehr mit Elan

aus Angeln kühn gehoben.

Leer bleiben Plätze, Bühnen, Klos

und sogar Garderoben.

Die Henker stricken woll’ne Socken,

denn beim Seile-Knüpfen,

da könnte ihnen – Gott verhüt‘ es! –

mancher Furz entschlüpfen.

Und überdies weht draußen Wind, Nord-Nord, West-West …

Der alte Käpt’n säuft vom Rum

den alleraller-letzten Rest.

+

Ref.:

Wenn einmal dann alles

nur mehr Vergangenheit ist;

wenn selbst das Vergessen

auf das Vergessen vergisst …

Wenn keine Linie mehr

zwischen Gestern und Morgen verschwimmt,

wenn kein Gedanke eines Wunsches Höhe erklimmt:

Dann ist es so weit.

Dann ist es Zeit.

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