D e r

schwarze

M ö n c h

Ein fragmentarischer Brief-Roman

unter Verwendung von

Geoffrey Glen-Fiddichs

Gothic novel „The Black Monk“

von Bernd Schmidt

© by Bernd Schmidt, Graz 2016.

Du hast mich gerettet und mir dadurch

das bisschen Zukunft gegeben, das mir

noch verbleibt. Zum Dank will ich dir

die Vergangenheit wiedergeben, die du

verloren hast.

Umberto Eco, Baudolino

*

Lieber Freund,

hier geschehen seltsame Dinge.

Hier? Wenn ich nur wüsste, wo (und wann) hier genau ist … Außerdem scheint geschehen möglicherweise gar nicht das richtige Wort zu sein. Denn eigentlich geschieht – zumindest: noch – nichts. Doch liegt etwas in der Luft! Ganz bestimmt! Ja, doch! Es braut sich da, sozusagen, etwas zusammen; glaube ich. (Aber vielleicht irre ich mich auch …) Ich? Wer ist ich?! Auch da bin ich mir nicht mehr so sicher …

Kurz: Ich bin bei meiner Lektüre auf einen gewissen – – –

Nein! Es ist zu skurril!

Je mehr ich darüber nachdenke … Dieses alte englische Gemäuer: Es könnte eins zu eins genommen sein aus einer der Gothic novels der Mary Wollstonecraft Shelley oder, warum nicht?, gleich von einem der Ahnherren des Literaturzweigs, von Matthew Gregory Lewis, dessen Schauerroman „The Monk“ (1796) im wahrsten Sinn des Wortes – obschon von der Literaturkritik und auch von der Kollegenschaft entsprechend gezaust – immer noch munter herum-geistert. Oder, die Kulisse stammt (zumindest dort, wo es schon um einiges weniger Grusel gibt, wo dafür mehr Sozialkritik herrscht) aus einem Roman von Charles Dickens …

Eine erfundene Stimmung. Für wahr. Noch von mir erfunden; doch wie lange noch?! Dann werde vermutlich auch ich erfunden sein …

Ja! Final werde auch ich zu einem Teil meiner literarischen Erfindung.

Einer literarischen Erfindung, die, wie gewohnt, von ein bisschen Mordlust handelt und den a) psychischen, b) gesellschaftlichen Auswirkungen eben dieses Gefühls und der durch es womöglich in Gang gebrachten, meist verderblichen Handlungen, die insgesamt sodann (mit etwas Glück) eine Handlung ergeben. (Mit etwas Glück im Unglück …)

M o r d l u s t steht am Anfang, am Anfang einer seltsamen Klimax nämlich. Und die wiederum besteht aus den Stufen: Neugier, Geldgier und schließlich: erotische Gier. Und das durchaus in individuell wechselnder Abfolge.

Und wiederum Mordlust … Blutrünstig. Archaisch.Auf Vernichtung aus: Wutrünstig.

Es dreht sich dabei also (zumindest darf das mit einiger Sicherheit gesagt werden) immer wieder um eine – zumindest gedachte, vielleicht sogar: um eine literarisch zu bewältigende – A f f ä r e . Um eine Affäre, die sich erst, langsam und solcherart die Spannung steigernd, aufbaut, quasi: step by step. Dann durchlebt wird, mhr oder weniger intensiv. Und die nachher dann in aller Regel für jede Menge mentalen Magendrückens sorgt.

Beim M o r d wiederum geht es um ein gewünschtes, allerdings erst in der Zukunft mögliches punktuelles Geschehen; gleichsam um ein Ventil, das (am Ende = bald schon) den übergroßen Druck bisher nur mühsam gezügelten Verlangens aus dem engen Behältnis entlässt. Indem es den ungeliebten, den hinderlichen, den knechtenden, schier versklavenden Deckel, dieses widerliche Verklemmungsobjekt, weit in die Höhe schleudert! Mit einem Mal, sozusagen: alle Schleusen öffnend, explosionsartig und womöglich – gewaltig. Allemal freilich: gewalttätig.

Übrigens geschieht dies meist so, als wäre es das Natürlichste in der Welt (was es letztlich ja auch wäre, wenn es denn zu [be-]greifen genug Anhaltspunkte böte …). Und es handelt sich zudem um die Erfüllung des – hm, was jetzt? des – Wunsches? Um die Umsetzung des Verlangens? Nein, mehr: um das Hochamt der Wollust und überhaupt des Wollens. Dies alles freilich in den Revieren des Tuns, des Erreichens und des möglichst souveränen Handhabens! (Und wem das alles vielleicht zu schwülstig, zu umständlich, zu barock ausgedrückt zu sein scheint, bitte sehr, schlicht: Es geht um das Erreichen des Lusthöhepunkts.)

Es brodelt im Kessel. Der Druck steigt kontinuierlich an. Der erotische Schnellkochtopf lässt außerdem alles, was dazu nur in der Lage ist, in Wallungen kommen …

Wenn sich etwa nach außen hin ach so anständige Ehefrauen (des 18., 19. Jahrhunderts, aber auch später lebende), der lieblosen Behandlung und des Desinteresses ihrer Gatten endlich einmal überdrüssig, vor die Entscheidung gestellt sehen, letztlich verhärmt auszutrocknen respektive sich weiterhin dankbar einmal pro Woche, dann vielleicht einmal pro Monat und später keinmal pro Jahr hernehmen zu lassen im Bett; oder nicht doch lieber selbst initiativ zu werden – indem sie vielleicht etwas diesbezüglich Anderes, Fremdes, was sich ihnen eventuell bieten möchte, einfach zu- und geschehen ließen, allen Konventionen zum Trotz.

Bruch und Weg: Der Ehebruch als Ausweg, wenn die immer wiederkehrende, längst schon zum medizinischen Hausfreund mutierte Migräne irgendwann zu schwächeln beginnt. Oder wenn sich sogar die Hysterie, dieses delikate, durchaus sexuell konnotierte Phänomen (besonders der vor-freudschen [aber durchaus auch der freudschen] Zeit) bereits abgenützt hat und sich daher als zu wenig wirkungsvoll erweist. (Siehe dazu: Hermann Klencke, Das Weib als Gattin. [] Leipzig 1893.)

Uninteressant und kaum von Bedeutung ist dabei im Grund genommen, warum dies alles so kommt: Weil die Frauen den Einflüsterungen gut- (oder übel-) meinender Freundinnen Glauben schenken?

Oder, weil sie voller geheimer Sehnsüchte den mehr oder weniger geschickten Annäherungsversuchen meist halbseidener oder gar verbrecherischer Organe (männlicher Organe, wohlgemerkt!) erliegen – den Praktiken solcher Kerle also, die es sich selber richten, indem sie es fremden Frauen besorgen?

Vielleicht, weil sie es satt haben, diesen – angeblich geistig minderbemittelten – Eingeborenen-Frauen gleich, immer wieder auf den Missionar zu warten, dass er in der nach ihm benannten Stellung über sie komme?! (Was dann am Ende noch etwas mit der Heiligen Taube zu tun haben könnte?!)

Natürlich müssen, lieber Freund, wie angedeutet, auf andauernde falsche Behandlung – manche Männer verwenden nun einmal auf ihr Auto wesentlich mehr Feingefühl als auf ihre Ehefrau – nicht immer Hysterie oder (mindestens) Migräne folgen. Nein. Es können natürlich auch ganz andere Dinge eintreten. Und nicht selten sind das sogar Mord und Totschlag! Übrigens, in allen möglichen Ausformungen und innerfamiliären Konstellationen. (Womit wir wieder dort wären, wohin wir allem Anschein nach gehören …)

Ach ja: Ein schlechtes Gewissen, nachher, ist wohl das Mindeste, was der Frau droht (und dem Schriftsteller, der sie sich – samt Liebhaber, Missionar und südamerikanischem oder karibischem Ambiente und Drumherum – ausgedacht hat).

Der Mann, nunmehr ganz Opfer, indes – ist tot. Ist aus dem Spiel. Weg.

Das gefällt nicht allen und überall. Und davor habe ich Angst! Dass sich nämlich plötzlich von überall meine armen Erfindungen melden könnten. Mahnend, womöglich sogar fluchend. Immerhin höchst verärgert. Satisfaktion heischend und nach Rache lüstern … Vielleicht mit dem gespitzten Zeigefinger auf mich weisend. Oder, am Ende: voller Trauer. Ausgezehrt und schrecklich in ihrer Pein …

Ja: Gepeinigt, verletzt, entstellt und (zumindest: seelisch) vergiftet. Moribund allemal. Unrettbar. Verloren. Auf alle Fälle jedoch: mit schwerstem Vorwurf im dunklen, letzten Blick. Vielleicht sogar – die papierenen kleinen Fäuste ballend. Auf meine mangelnde skriptorale Sorgfaltspflicht ihnen gegenüber hinweisend, jetzt, wo es längst schon zu spät ist. Wo sich Dunkelheit breit macht. Finsternis gar …

Lieber Freund, schreibe mir bitte nicht: „Lieber Freund, sorge Dich nicht!“

Nicht das! Nur nicht das!

Denn: Wie sollte ich mich nicht sorgen angesichts der Dinge, die da von Figuren angestellt und verbrochen werden, die ihrerseits unleugbar von mir (oder eben von jemand anderem?) erfunden worden sind?! Verdammt!

Außerdem, lieber Freund, geht es hier um etwas ganz anderes, dem wir womöglich unser Interesse zuwenden müssten. Um etwas, das wir bis jetzt allem Anschein nach und durchaus sträflich versäumt, verabsäumt haben – – –

Übrigens, dass es einmal gesagt sei: Du weißt ja, dass ich ungern allzu lange Briefe schreibe (wie auch lese …). Aber – wer sagt denn, dass dieser Brief überhaupt von mir verfasst wurde und folglich mein Brief ist?! Vielleicht – – –

Mein Alter Ego schaltet sich ein und zu, nörgelnd und besserwisserisch, ja: hämisch, wie es nun einmal aufzutreten pflegt: „Der Autor fordert zu viel. Er möchte das Interesse des Lesers wecken für das, was seine erfundenen Figuren da so tun. Ja, er fordert dieses Interesse sogar für Dinge, die diese von ihm erfundenen Figuren n i c h t tun. Das ist einfach zu viel. Wenigstens als getan g e l t e n sollten die erfundenen Taten der erfundenen Figuren! Dann ließe sich noch am ehesten darüber beraten. Nämlich: Was sie wert seien, wie verwerflich oder hochzuloben. Und so weiter, und so fort. Ja, verdammt!, wenigstens als getan gelten, das sollten sie … Das wäre doch wohl das Wenigste, was man verlangen dürfte?!“

So, wie mein Alter Ego argumentiert, so versucht sich naturgemäß freilich auch ein erfundener Autor gegenüber dem anderen herauszureden. Und das womöglich in der wiederum von einem übergeordneten Autor erfundenen Geschichte, die ich gerade dabei bin zu erfinden.

Und, ich fürchte (nein: ich bin fast davon überzeugt!), alles läuft schließlich auf ein dünnsuppiges Fazit hinaus (weil fast alle Fazits etwas penetrant Dünnsuppiges an sich haben; ja dieses Dünnsuppige zeichnet sie weitestgehend aus …), nämlich auf folgendes:

>>Bleibt zuletzt überhaupt noch jemand übrig, der unterscheiden könnte (und dürfte), ob hier Interesse einzufordern wäre …? Und wenn, dann eher für die von erfundenen Figuren erfundenen Taten, die – angeblich – vollbracht worden seien, als für solche, die selbst in der Erfindung unterblieben?! (In der Erfindung der erfundenen Figuren wie in der des Autors; und sei der nun erfunden oder nicht …)<<

(Und: Welcher Konjunktiv wäre hier tatsächlich angebracht?!)

Lieber Freund, fällt Dir auch langsam auf, dass es sich bei den von erfundenen Autoren erfundenen Autoren – samt ihren erfundenen Figuren und den von diesen begangenen (oder unterlassenen) Taten – so ähnlich verhält wie mit der (erfundenen) höheren Macht (Gott, Universum, Natur)?

Und: Gibt Dir das nicht auch zu denken?!

In diesem Sinn, lieber Freund! Ich werde versuchen, mich wieder zu melden.

DSM

Der in Spiegelschrift abgefasste Antwortbrief des uns unbekannten Freundes des uns ebenso unbekannten DSM enthält immerhin folgendes …

Erstes Intermezzo

Denn, mein lieber Watson, ich sagte es schon in London und wiederhole es hier: Niemals haben wir einen gefährlicheren Verbrecher zu verfolgen gehabt als den Mann, der jetzt unter der trügerischen grüne Decke des Sumpfes liegt.“

So äußert sich der genialische Meisterdetektiv Sherlock Holmes gegen Ende von Arthur Conan Doyles Roman „Der Hund der Baskervilles“ (1901/02). Und tatsächlich war der Fall wieder einmal äußerst verwickelt und ziemlich obskur gewesen. Ausgeklügelt. (Vom vielseitigen Sir Arthur ausgeklügelt, der nicht nur delikate Kriminal-Romane und -Geschichten verfasste, sondern auch auf dem Gebiet des Okkultismus und des Spiritismus sowie der Elfen- und Zwergen-Forschung äußerst ambitioniert tätig war; und, dessen ungeachtet, auch allem technischen Fortschritt gegenüber durchaus aufgeschlossen.)

Und wenn wir Sherlock Holmes als Alter Ego des Autors Doyle bezeichnen wollen, so liebte auch der kauzige Kriminalist das Ausgeklügelte, nicht selten Weit-Hergeholte; oft schier Denkunmögliche. (Die Frage, ob seine Leistungen am Ende doch eher intuitiv als tatsächlich analytisch begründbar waren, bleibe hier freilich ununtersucht und unbehandelt.)

Doch, ja: Das liebte der spleenige Analytiker und Sportsmann mit dem seltsamen Hang zu Geigenspiel und Morphium.

Da geht es um Verwicklungen, die nicht nur aus der Lust am Lügen geboren waren oder aus der Angst von Leuten, die notorisch unter schlechtem Gewissen zu leiden hatten (oder denen alles egal war, schon gar ihr Gewissen …); nein, manche Unwahrheit entsprang in der Tat auch schlechter Beobachtungsgabe, geringer Aufmerksamkeit, ja: allgemeiner Blödheit.

Hier konnte Sherlock Holmes ansetzen. Und sein analytischer Verstand – bleiben wir dabei, ihm den weitestgehend zuzugestehen – kontrastierte zur geistigen Inferiorität seiner Umgebung und wuchs dementsprechend noch um ein gutes Stück. (Besonders, wenn sich Polizistenhirne als völlig unzureichend und die aus ihnen strömenden (oder besser: tröpfelnden) Thesen und Theorien, nämlich Tathergänge betreffend, bald schon als durchaus obsolet erwiesen und die weiteren Handlungsverläufe störend.

Der Beweis der größtenteils vorherrschenden Irrelevanz behördlicher Geistesbestrebungen belustigte den Meisterdetektiv besonders; während er im Umgang mit dem (zumindest im Verhältnis zu seinen eigenen diesbezüglichen Gedankenleistungen ein wenig schwerfälligen) Arzt, Quasi-Schüler und Freund, Dr. Watson, durchaus Milde walten ließ. Immerhin glaubte er, hier noch eine gezielte Weiterbildung erhoffen, ja: erwarten zu dürfen.

Und wenn Holmes auch, berufsbedingt wie seinen vielseitigen Interessen geschuldet und streng genommen, ein ausgesprochener Feind der Dummheit ist, so versteht er es selbstredend, dieses ach so weitverbreitete Phänomen geschickt in seine Aufklärungsarbeit einzubauen.

Nicht nur als Kontrastmittel, sondern ganz allgemein quasi als Katalysator.

Er steht damit allerdings keineswegs allein da: Wie er tun sie es letzten Endes alle, die (literarisch) Großen dieses Genres – von Edgar Allan Poes Dupin bis Agatha Christies Miss Marple oder Hercule Poirot; Dashiell Hammetts Sam Spade und Raymond Chandlers Philip Marlowe; auch Georges Simenons Maigret oder, in Maßen, Ian Flemings James Bond. Und sogar die diversen Hauptkommissare deutscher TV-Tatorte bis hin zu den rustikalen Bayern-Ermittlern Hubert und Staller.

Übrigens, Oscar Wilde meint (in der Vorrede zu seinem Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ [1891]): „Kunst offenbaren, den Künstler verbergen, ist das Ziel der Kunst.“

Und das gilt schließlich eins zu eins auch für Mord …

Noch etwas, diesmal von Poe („Die Morde in der Rue Morgue“ [1841]): „Die analytische Kraft sollte nicht einfach mit findigem Verstand verwechselt werden; denn indessen der Analytiker notwendigerweise über solchen Verstand verfügt, ist wiederum der verstandesbegabte Mensch oftmals bemerkenswert unfähig zu analysieren.“

Übrigens: Fast alles beginnt mit der lapidaren, doch unleugbaren Feststellung des melancholischen Simon Brenner, den sich der österreichische Autor Wolf Haas durchaus genial ausgedacht hat: „Es ist schon wieder was passiert.“

Und da wir uns schon im Bereich des Parodistischen (oder Prä-Parodistischen) befinden, sei auch noch an den pfiffigen Comic-Detektiv des deutschen Karikaturisten Manfred Schmidt erinnert, nämlich an Nick Knatterton. In den 1950er Jahren zunächst für die Illustrierte „Quick“ konzipiert, brachte es der schlagfertige und kalauernde Witz-Kriminalist zu überaus großer Popularität. Sein Leibspruch verweist erneut auf Sherlock Holmes: „Kombiniere …“

In Arthur Conan Doyles „Studie in Scharlachrot“ versucht – am Beginn der Zusammenarbeit, Männer-Freundschaft und Wohngemeinschaft in der berühmten Baker Street Nr. 221b – der wissbegieriger Dr. John Watson dem Phänomen von Sherlock Holmes Fähigkeiten auf die Spur zu kommen. Es geht, so die Kapitelüberschrift: um „Die Kunst der Schlussfolgerung“. Und Watson kommt dahinter, dass zum Beispiel Holmes Allgemeinbildung auf manchen Gebieten und mitunter bloß als rudimentär zu bezeichnen ist. Auch um seine wissenschaftlichen Interessen, so findet der Assistent erstaunt heraus, steht es eigentlich nicht sonderlich gut; ja, die scheinen nicht selten eher fragmentarisch zu sein – außer: was pflanzliche Gifte und die Chemie im Allgemeinen betrifft. In Summe handhabt der Meister eigentlich am ehesten noch die Geige bravourös …

Eine eigene Bewandtnis hat es also tatsächlich mit Sherlock Holmes vielgepriesener Analytik, über deren Funktionsweise indes nicht einmal Holmes selbst genau Bescheid zu wissen scheint; nur dass das alles furchtbar schnell ablaufe, ist ihm klar.

Banal gesagt und auf unsere diesbezügliche Bemerkung von weiter oben zurückkommend: Man könnte annehmen (was uns jedoch widerstrebt), dass Sherlock Holmes überhaupt weitestgehend intuitiv vorgeht.

Nichts desto trotz: Um etwas zu analysieren (oder ein Rätsel eben intuitiv zu lösen), gilt es meist erst einmal, Material zu sammeln und solcherart des Rätsels selbst habhaft zu werden. Außerdem bedarf es im nächsten Schritt diverser Aussagen. Da kommen nun auch schon die Lügen und Ablenkungsmanöver ins Spiel. Auch manches (meist lückrige) Alibi braucht es naturgemäß und überdies. Und diese verbalen (oder unter Umständen auch materiellen) Ingredienzen sind – die Katze beißt sich hier eindeutig in den Schwanz – erst recht von der weiter oben erwähnten Blödheit zumindest nicht unbeeinflusst …

Also, was haben Sie gesehen – und haben sie überhaupt etwas gesehen?!“

Und wo lag die Leiche, als sie ankamen?“

Nein, was Sie dann getan haben, will ich wissen!“

Ich?!“

Ja! Natürlich Sie!“

Hm …“

Hören Sie: Ohne Leiche – kein Mord! Oder?!“

Also – kein Mord?!“

Je …, nun …?!“

Also, was jetzt?!“

Was weiß ich … Sie sind doch die Polizei!“

Es ist etwas passiert (ob mit Brenner oder ohne). Und nun gilt es, wie gesagt, Leute zu fragen, die nicht selten dumm sind wie Stroh. Dümmer sogar noch. Und es müssen Verhöre geführt werden, um Lügner zu entlarven, auch geniale Verbrecher – im Falle des Sherlock Holmes etwa vom Kaliber eines Professor Moriarty – zu enttarnen.

Wichtig ist es außerdem, Fallen zu stellen und Kombinationsketten in Bewegung zu setzen, die dann wie Eisenbahnzüge quer durch das Gehirn rasen … Dichtung und Wahrheit hat von einander getrennt zu werden, bewusste wie unbewusste falsche Eindrücke sind zu qualifizieren und Rede ist von Ausrede zu scheiden …

Das kann dauern. Und wenn es auch längst nicht so zeitintensiv sein mag, wie das ohne Zweifel bei der echten forensischen Ermittlungsarbeit der Fall ist, die ja nun tatsächlich nicht selten einer Knochenarbeit gleicht, tut der Schriftsteller gut daran, a) seinen Papier-Kriminalisten recht sympathisch – oder aber total negativ, eckig, kaputt, immerhin freilich: interessant – zu gestalten (und vor allem dessen Eindimensionalität zu kaschieren und ihn dazu [zumindest scheinbar] aufzupäppeln!), damit die Leserschaft bei der Stange bleibt; b) ein entsprechend stimmiges Umfeld zu schaffen, das gegebenenfalls für einen kulinarischen Ausgleich sorgt und für allzu schwache Handlungsfäden oder gar für fehlende Schlüssigkeit entschädigt. (Sie, wie in einem Landkrimi die schöne Gegend die absente Logik, zumindest verschleiern hilft.)

Ach ja, c): Keinesfalls schaden naturgemäß geschickt gesetzte erotische Applikationen, zumindest ein leicht schmieriges, von Rotlicht bestimmes Milieu und einige halbseidene Damen mit entsprechender männlicher (oder Menschenaffen-ähnlicher) Begleitung et cetera.

Ja, dann geht es aber wieder dahin mit den umständlichen Befragungen oder mit der komplizierten Auswertung der in aller Regel wenig brauchbaren Aussagen beziehungsweise der meist weit interessanteren Versprecher und verbalen Fehlleistungen. (Denn der Leser oder die Leserin liebt es, auf Fehler anderer [sogar bloß erfundener Leute!] hingewiesen zu werden, sei dies nun ein Lapsus Calami [Schreibfehler], ein Lapsus Linguae [Sich-Versprechen] oder ein Lapsus Memoriae [Gedächtnisfehler]; denn dadurch erfahren er oder sie quasi eine Erhöhung des eigenen, womöglich ziemlich inferioren Niveaus …)

Doch zuletzt sind alle Zweifel beseitigt, der Bösewicht ist ausgeschaltet worden und der – vermeintlich oder tatsächlich – analytisch agierende Kriminalist hat wieder einmal seinen kolossalen Ruf bestätigen können.

Außerdem: Der Autor darf auf sein Honorar hoffen – und er plant vermutlich bereits das nächste Verbrechen.

Inzwischen und parallel (unter Umgehung diverser zeitlicher Grenzen, das Raum-Zeit-Kontinuum muss uns hier nicht weiter tangieren, Leute!): Inzwischen, Ödipus hat seinen Vater Lajos an der berühmten Weggabelung getötet (unwissend, dass sie Blutsverwandte sind), dann Jokáste, die eigene Mutter, geheiratet und mit ihr Kinder gezeugt; später sich selbst geblendet als vermeintliche Sühne et cetera; Goethe hat Werthers Roman-Leben – trotz vormaliger Warnung an den Leser – per Suizid enden lassen; auch Shelleys Frankenstein-Monster hat seine blutige Spur hinter sich hergezogen; und Karl Mays Winnetou seine rote Seele gen Manitou hin ausgehaucht; Jack The Ripper hat aufgehört zu schlitzen (skriptoral und echt); und sogar Hans Carl Artmanns ringlgschbüübsizza, der bezeichnender Weise blauboad heiß und immerhin scho sim weiwa daschlogn hat, denkt ans Aufhören …

Nicht, dass nunmehr etwa tatsächlich Friede eingekehrt wäre, denn neue Gräuel hat längst die gewohnte, beinahe schon anheimelnde zu ersetzen begonnen. Zum Teil sind es wirklich furchtbare Untaten im weltweiten Netz und außerhalb des Netzes, die uns so – neben dem alltäglichen Horror, der uns bereits kaum mehr als solcher bewusst wird (obschon er uns naturgemäß immer noch existenziell bedroht, uns sehr wohl hart ankommt und tangiert) – zwischendurch doch wieder zum Staunen bringen.

Und vom Staunen führt ein kurzer Weg zum Schauder.

P. S.: Anhängsel zum eingangs verfassten Brief an einen lieben Freund:

Ja, mich beutelt die Angst, lieber Freund! Mich beutelt sie immer noch und immer aufs Neu! Danke, dass Du wenigstens lasest, was ich Dir geschrieben habe – wenn du es überhaupt lasest … Oder hat auch Dich inzwischen irgendwer gemordet?! Dann bitte ich den Brief (oder die E-Mail, was weiß ich?!), einfach zu ignorieren.

Sonst stellt der Mörder womöglich noch eine Verbindung her zwischen Dir, lieber Freund, und mir! Und dann geht es am Ende auch mir an den Kragen!

und endet mit der erstaunlichen Schlussfloskel:

Alles Gute also!

DSM

Da tun sich mehr Fragen auf, als beantwortet werden können. Seltsam.

(Und warum in Spiegelschrift?!)

Zweites Intermezzo

Das, was hier im Folgenden festgehalten wird, hat zwar mit dem eigentlich zu Erzählenden nur am Rande zu tun. Doch sei es nichts desto weniger erwähnt. Dabei dreht es sich um die Position der Frau als Schriftstellerin, die lange Zeit – wenn man Damen überhaupt als Autoren zuließ – kaum goutiert wurde. (Und dass sich dies grundlegend geändert habe, kann bis heute nicht behauptet werden; sind doch schreibende Frauen in manchen Bereichen [etwa auf dem Sektor des Drehbuchs] aus unerfindlichen Gründen immer noch eher dünn gesät.)

Die gedankliche Verbindung liefern uns die oben erwähnten exemplarischen weiblichen Skriptoren Mary Wollstonecraft Shelley und Agatha Christie. Exemplarisch, denn immerhin ließe sich die Liste ja doch noch um einige klingende Namen erweitern – von Sappho und Anne Louise Germaine Baronne de Staël-Holstein bis Ingeborg Bachmann, von Georg Sand (recte: Aurore Dupin Baronin Dudevant) bis Elfriede Jelinek, von Doris Lessing und Simone Lucie Ernestine Marie Bertrand de Beauvoir bis Françoise Sagan und Patricia Highsmith -, wenn sich das Gesagte nicht auf die Gruselgeschichte und den Kriminalroman, also auf die Gothic novel allein, beziehen soll.

Gothic novel. Freilich, hier, in diesem quasi düsteren Bereich der Belletristik sind die schreibenden Damen den Männern durchaus ebenbürtig und werden längere Zeit schon entsprechend akzeptiert. Während man – sprich: der Mann, besonders in seiner Extremausformung: der Rezensent – ihrem Tun in Bereichen der übrigen Literatur zumindest mit Argwohn und Misstrauen gegenüberzustehen scheint. (Vielleicht sogar mit einer aus irgendeiner gewaltigen Ur-Angst geborenen Abneigung heraus?! Und mit schlotternden Knien?!)

Übrigens: In der Sprachwissenschaft hat es sich lange Zeit kaum anders verhalten.

Ist das erlaubt? Das hätte im Falle männlicher Autoren kaum jemals jemand ernstlich zu fragen gewagt – es sei denn vielleicht: in Zeiten schärfster Diktatur mit inquisitorischen Zensurbestimmungen. Doch ist der Schreiber eine Frau, verhält es sich anders.

Darf die denn das? Ging es um schreibende Männer, so wäre die Frage ein indiskutables Ansinnen.

Gehört sich das denn?!

Im Graubereich der Gothic novel und des Kriminalromans galten wohl früh schon andere Gesetze. Und an Mary W. Shelley glossierte man allenfalls ihre amourösen Eskapaden, ihr literarisches Schaffen wurde indes kaum je ernstlich in Frage gestellt. Und Agatha Christie – die wurde vielleicht ein wenig belächelt, als bekannt wurde, dass die Grande Dame des englischen Kriminalromans des 20. Jahrhunderts nebenher (und unter Pseudonym) Liebesgeschichten verfasste …

Abseits der Kriminalgeschichten. Anders war das allerdings bei einer der wichtigsten Schriftstellerinnen des 19. Jahrhundert, bei Marie von Ebner-Eschenbach, die heute als Ikone der sozial-kritischen, realistischen Prosa ihrer Zeit gilt. (Übrigens auch anders als im Fall ihrer deutschen Kollegin Annette von Droste-Hülshoff, der Freifrau aus dem Münsterland, die man zwar allgemein gern für asexuell hielt, an deren skriptoraler Kraft und poetischer Potenz indes niemand ernstlich zweifeln wollte.) Der Wienerin aus Südmähren, wo sie als Marie Dubsky von Třebomyslic im Jahr 1830 auf Schloss Zdislawitz geboren wurde, blieb der eigentlich ersehnte Ruhm, nämlich als epochale Bühnenautorin zu reüssieren, letztlich bis zu ihrem Tod anno 1916 (und darüber hinaus) versagt. Als Erzählerin ließ man der beachtlichen femme de lettres indes alle nur erdenkliche Bewunderung und jeglichen Respekt zuteil werden.

Auch heute sind – neben ihren exzellenten „Aphorismen“ – vor allem die berührenden Tiergeschichten („Die Spitzin“, „Krambambuli“) immer noch ihre Markenzeichen. Und die markanten Gesellschaftsromane („Lotti, die Uhrmacherin“, „Božena“), die ihr mindestens ebenso wichtig waren, gehen da fast ein wenig unter.

Als Erzählerin zwar längst schon etabliert, haderte Marie von Ebner-Eschenbach indes ein Leben lang damit, dass ihr als Dramatikerin der große Durchbruch nicht gelingen wollte. Obwohl einige ihrer Gesellschaftsstücke und Komödien durchaus Anklang beim Publikum in Österreich-Ungarn und an kleineren deutschen Bühnen fanden, so vermochte sie mit ihren Historiendramen auf der weltbedeutenden Brettern des Hofburgtheaters nicht zu reüssieren. Einen bedeutenden Anteil daran hatten die (selbstredend: männlichen) Rezensenten.

Zwar mochte die Ebner gerade mit ihrem Herzensanliegen, nämlich ihren Stücken aus dem Genre Historiendrama („Maria Stuart von Schottland“, „Marie Roland“) – wie sie es sich selbst in der Rückschau auch eingestand und wie es ihre aktuelle Biographin Daniela Strigl [Berühmt sein ist nichts. Marie von Ebner-Eschenbach. Eine Biographie. Salzburg – Wien 2016] akribisch belegt -, in der Tat um Jahrzehnte zu spät gekommen sein; schlechter als manche Beispiele anderer, männlicher, Kollegen waren die Stücke mit Sicherheit auch nicht.

Und den Vorwurf des Unzeitgemäßen könnte man zudem anderen Autoren ebenso machen, nicht zuletzt Ebner-Eschenbachs großem Förderer Franz Grillparzer.

Also: Schreibende Frauen vermochten es (auch wenn ihre Werke wie im vorliegenden Fall [die längste Zeit hindurch] unter [geschlechts-neutralen] Pseudonym erschienen), besonders der Kultur-Journaille nicht recht zu machen. Am ehesten noch auf dem Gebiet der sogenannten Trivialliteratur, die den grosso modo arroganten Zeitungskritikern in der Regel ohnedies keiner Erwähnung wert war. Eugenie Marlitt (recte: E. John) oder Hedwig Courths-Mahler schnitten indes, was die Massenauflagen und Verkaufszahlen ihrer Romane betraf, blendend ab. (Rosamunde Pilcher hatte da gut nacheifern …)

Wobei die Ebner, Aristokratin mit – dennoch oder deshalb? – starker sozial-kritischer Ader (man denke etwa an „Das Gemeindekind“!), auch innerhalb der gehobenen Prosa des 19. Jahrhunderts durchaus eine Sonderrolle einnimmt, da, laut Daniela Strigl, auch die meisten Mitglieder ihrer Familie strikt gegen ihr Literarisieren eingestellt waren. Erst allmählich war man bereit, sich zur Tante Schriftstellerin zu bekennen.

Da hatte die Autorin allerdings bereits unleugbar ihren Platz in lichten literarischen Höhen bezogen. (Ja, sogar Ehemann Moriz Freiherr von Ebner-Eschenbach, ein erfolgreicher Offizier, selbst Schriftsteller und militärtechnischer Erfinder, konnte sich lange nicht mit der Passion seiner Gattin anfreunden.)

Doch hat sich, wenn man ins Heute schaut und auch völlig andere politische wie soziale Rahmenbedingungen berücksichtigt, letzten Endes wiederum nicht allzu viel zum Positiven hin verändert. So schildert zum Beispiel Franca Rame beredt ihre Schwierigkeiten in Italien des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts, auf die ihre Theaterarbeit (und natürlich auch die ihres Ehemanns Dario Fo) immer wieder und noch immer stößt.

Trotz angeblicher Liberalisierung und gesellschaftlicher Aufgeschlossenheit. Und obwohl etwa „Offene Zweierbeziehung“ von Rame/Fo sich nicht nur als Stück europaweit die Bühnen erobert hat, sondern der Stücktitel sogar als Redewendung lägst gebräuchlich ist.

Auf dem Sektor der Gothic novel mag das ein wenig anders (gewesen) sein. Und die Damen von Mary Wollstonecraft Shelley bis hin zu Patricia Highsmith konnten sich auf Grund ihrer Qualität in diesem – ansonsten freilich genauso von Männern dominierten – literarischen Bereich durchaus durchsetzen und behaupten.

Wir hatten uns schon auf weitere Lebenszeichen – ab besten wieder in Spiegelschrift – gefreut; da wir insgeheim erwartet hatten, der ominöse DSM habe sich ins Reich hinter den Spiegeln zurückgezogen (und dort in Sicherheit gebracht). Aber –

Drittes Intermezzo

… Die Hand war noch feucht vom Blut des eben erst hingemordeten Opfers, und trotzdem bereit zum neuerlichen Schlag mit dem schweren Silberkandelaber. Dass er die längst bei sich beschlossene Tat jetzt auch vollbringen werde müssen, stand fest und außer Frage. Der erste Mord, er war quasi eine Art Probelauf gewesen; jetzt sollte Nummer zwei folgen. Die Hände waren immerhin schon blutig …

Also – der Kerzenständer. Er besah sich das ziemlich schwere Stück im Kreisrund des Lichtstrahls seiner Taschenlampe, die er darauf richtete, noch einmal genauer. Da: eine Gravur. Dem Turniersieger von 1779. Und: Oxford. Per aspera ad astra.

Er knipste die Taschenlampe vorsichtshalber aus und verließ sich wieder ganz auf die dürftige Vorzimmerbeleuchtung. Da erschrak er kurz: Eine fast Menschen-hohe Statue, einen bronzen eingefärbten Mohren darstellend, schien ihm über die Schulter zu blicken.

Das nenne ich Stil, dachte der Schwarzgekleidete und lächelte vielsagend.“

Die Stimme des jungen Schriftstellers vibriert ein wenig. Dann greift er zum Wasserglas, das man ihm von der Leitung der Buchhandlung auf ein Tischchen hatte stellen lassen.

Wer hat Stil?“, fragt Tante Klara ziemlich laut in die Stille hinein. (Ihr Hörgerät verursacht wieder einmal, falsch eingestellt, wie es ist, Nebengeräusche, sodass sie ohnedies das meiste von der Lesung nicht mitbekommt. [Was indes keinen allzu großen Schaden bedeutet.])

Der Mörder mit den blutigen Händen, glaube ich …“, zischelt die sie begleitende Nichte, die allem Anschein mit der Beaufsichtigung der Alten etwas überfordert ist. Sie errötet.

Da fährt der Krimi-Dichterling auch schon wieder fort: „Die Stiegen knarrten unter seinen schweren, unförmigen Schuhen, an denen noch der Morast von draußen klebte. Und der Mörder bemerkte fluchend das Bächlein, das sein Tritt hinterlassen hatte, die energischen Abdrücke im fahlen Schein der spärlichen Vorzimmerbeleuchtung konturierend. Besonders sein rechter Schuh, der den Klumpfuß umschloss, hatte sich deutlich abgezeichnet.

Egal, er musste weiter. Ja! Sein Blut pochte ihm gegen die Schläfen, sodass er kurz innehielt. Doch – obwohl ihm schwindelte, richtete er sich erneut auf, den Kandelaber fest in der Rechten.

,Elisabeth, kommst du endlich …?!‘

Der Alte war das, der schon ungeduldig auf ein Lebenszeichen seiner Frau wartete. Und vor allem: auf seinen Pfefferminz-Tee mit den Schokoladen-Keksen.

Die Standuhr ließ neun Schläge vernehmen.

Da kannst du lange rufen, alter Trottel!, dachte der Klumpfüßige bei sich. Ja, in der Bibliothek würde er jetzt auf den nichtsahnenden Onkel Moritz treffen. Überhaupt: endlich den längst überfällige Greis ergreifen. Packen. Treffen. Gezielt und mit einem wuchtigen Schlag.

Dann durfte sein Werk endlich als vollendet gelten. – Ende des sechsten Kapitels.“

Dünner Applaus lodert spärlich auf, während der Schriftsteller, ermattet vom Lesen in diesem langweiligen Kreis, dankend den dunkelbraunen Lockenkopf senkt und sich anschickt, die ersten Exemplare seines neuesten Romans zu signieren – für die kaufwilligen Enthusiastinnen (und die wenigen Enthusiasten, die ihre Damen [vermutlich gezwungenermaßen und stumpfsinnigen Blicks, nach Trinkbarem Ausschau haltend] dackelartig begleiten).

Apropos Enthusiastinnen. Die meisten (Roman-)Autoren verfügten vor allem über begeisterte Leserinnen. Davon lässt John Irving zumindest seinen Helden, den – fiktiven – halbwegs bekannten amerikanischen Schriftsteller mexikanischer Abstammung, Juan Diego Guerrera, in seinem Roman „Straße der Wunder“ (2015, deutsch: 2016) überzeugt sein, wenn er über ihn schreibt: „Er sagte immer, Frauen seien generell besonders enthusiastische Romanleserinnen, Männer hingegen weniger. Er hatte keine Begründung anzubieten, sondern lediglich beobachtet, dass es so war.“

Und wer hat nun Stil?“, insistiert die schwerhörige Tante Klara.

Der Autor, Tante! Der Autor!“ Die Nichte, wie gesagt: leicht überfordert wie früher schon, schiebt die störrische Verwandte in einen weiteren Raum der Buchhandlung, wo das Buffet aufgebaut ist und der Wein herumsteht, schon in Gläser eingeschenkt.

Man bedient sich. Man schwatzt, kaut und schluckt.

Lautlos und fast unbemerkt schleicht ein Chinese durch die Räumlichkeiten. Lächelnd. Unergründlich lächelnd.

Da – ein Schrei aus dem ersten Stock: „Er ist tot! Der Onkel Moritz ist tot!“

Bevor der übliche allgemeine Tumult entsteht, meint der wieder etwas frischer wirkende Autor, ziemlich von oben herab an die ihn begleitende Verlagsmanagerin gerichtet: „Na, wie habe ich das wieder hingekriegt?!“

Die blonde Mittvierzigerin grinst.

Und wieder keine Botschaft. Weder eine in Spiegelschrift, noch eine in Keilschrift, in Kurrent oder Fraktur … Es ist zum Bersten vor Ärger oder zum In-die-Gruft-Gehen!

Geoffrey Glen-Fiddichs Gothic Novel

The Black Monk“, Abschlusskapitel

(nebst verwirrenden Einschüben)

Angst

Es ist, ganz ohne jeden Zweifel, die Angst, die in uns Menschen erst so manches in Bewegung setzt. Zwar heißt es oft, Angst lähme; doch stimmt das nur bedingt. Ja, der Horror ist es wahrscheinlich, der unter bestimmten Umständen vieles vorwärts bringt – oder zumindest gehörig beschleunigt. (Womit nicht nur das Wegrennen und die Flucht gemeinst sind.)

Freilich, die Angst vermag in anderen Zusammenhängen und unter anderen Umständen auch vieles zu hemmen in seinem Lauf und außer Kraft zu setzen. Sie kann manches sogar vereiteln, unterbinden oder verhindern …

Ja, die Angst.

Die Angst. Ist sie nun die Enge, dieser Zustand des Beengt- und Bedrohtseins? Oder offenbart sie sich nicht auch (und schließlich sogar: eher) als eine Möglichkeit zu endgültiger Erweiterung (und sei es im Wahnsinn, im Tod)?

Die Angst – zunächst vor etwas. Mag es nun bestimmt sein oder unbestimmt, bekannt oder unbekannt. Und zuletzt dann – die Angst vor der Angst selbst. (Oder vor deren Ausbleiben.)

Herrscht womöglich Leere vor, ein Vakuum vielleicht, wo sich keine Angst mehr einstellt, wo keine Angst mehr ist?

Das mag nun zunächst erstaunlich klingen, lieber interessierter Leser, liebe gebildete Leserin. Erstaunlich – aufs Erste. Doch Angst führt nicht selten (das scheint übrigens der ihr eigentlich innewohnende Zweck zu sein) zu einer erheblichen Steigerung mindestens der instinktiven Dispositionen und daraus resultierend: der Kräfte des Menschen. Und somit nicht nur – aber durchaus auch – der Geschwindigkeit seiner Beine, besonders: wenn er diese schließlich zur (vorhin schon kurz erwähnten) Flucht benötigt, die er vor etwaigen Schreckgespenstern ergreift in höchster Not.

Doch das nur so nebenbei.

Unser immer noch und immer wieder hochzurühmender literarischer Leuchtstern, der unleugbar großartige Kollege Lawrence Sterne, weist bekanntlich wortreich nicht nur auf die Wechselbeziehung hin zwischen dem, was bei der Zeugung des Menschen am Ende herauskommt, und dem, was sich die Eltern womöglich zuvor erhofft hatten. Im Falle des löblichen „Tristram Shandy“ argwöhnt der auf sein Leben und seine Ansichten zurückblickende Held späterhin selber, Vater und Mutter sollten, „wenn sie, wie gesagt, alles getreulich erwogen und überdacht hätten und dementsprechend vorgegangen wären“, etwas Tauglicheres in die Welt entlassen haben als eben ihn, eine „Figur (…), in welcher mich fortan der Leser dieses Buches erblicken wird.“

Nun mag das in gewisser Weise Understatement pur sein. Und mit Sicherheit ein bisschen viel literarisches Raffinement.

Doch zum Erscheinungsbild, zur Art des Auftretens, gehört nun einmal auch – schier existenziell – der Umgang mit der Angst, ihr Meistern oder das Scheitern an ihr; geht es denn um das Erscheinen von Furcht in ihren so mannigfaltigen Formen, Varietäten und Spielarten.

Überhaupt, die Begriffe! Da reden wir also von Angst. Aber auch die Furcht hat es in sich. Und ihre Schwester, die Sorge. Anders als die Angst, die wir als eher etwas Allgemeines, nicht selten als ein unbestimmtes Gefühl empfinden, ist die Furcht auf zu erwartende Übel und zukünftige Schrecknisse gerichtet. Antipodisch quasi zur Hoffnung, verwüstet sie durch ihr zerstörerisches Werk unsere weitgehend schutzlosen Seelen.

Für unseren Helden William, dessen Aufgabe keine geringere ist, als den fürchterlichen schwarzen Mönch mit Namen Archelux (oder so ähnlich) – auf dessen verwerfliche Untaten noch hinzuweisen sein wird – aufzuspüren und endgültig auszuschalten, für William ist freilich die Angst früh schon ein ständiger Begleiter gewesen. (Das mag zwar der zeitgenössische Leser der betreffenden gothic novel gewusst haben. Nicht so allerdings verhält es sich beim Leser oder der Leserin dieser hier und jetzt vorliegenden Prosa, die von Glen-Fiddichs Roman außerdem gemeinerweise bloß Teile des Endes offeriert, Anm.)

Ja! William ist gleichsam ein Kind der Angst, ein Geschöpf der Furcht und eine Frucht der Anspannung, die allein schon in ihrem Vorfeld entsteht. Ein Fluchtkind und ein Fluchkind … Gewappnet erscheint er uns später dann freilich, als hätte man ihn als kleinen Buben schon ausgiebig in Drachenblut gebadet. Allerdings, ohne dass ein Blatt auf seinen Rücken niedergefallen wäre; ohne die wohlbekannte Stelle der Verletzlichkeit also, von der die Sage zu berichten weiß – von den Nibelungen an.

Nein – Angst schon. Aber keine Achilles-Ferse im Kreuz.

Nun, William macht sich nicht einfach auf den Weg wie Einer bei den Brüdern Jakob und Wilhelm Grimm, der aus[zieht], das Fürchten zu lernen. Er wirft auch nicht ungefähr den Küster vom Turm oder lagert sich unter die Erhängten. Nein, William geht den Dingen auf den Grund. Und er tut das nicht des Grusels wegen, den er ohnedies zur Genüge kennt. Ihm ist es vielmehr ein Anliegen, alles mögliche Obskure zu erforschen, Dinge zudem, die ihn interessieren. Er tut das, um hinter die Funktionsweise der Phänomene – wie etwa hinter das des Schwarzen Mönchs – zu kommen.

Denn William ist durchaus Aufklärer.

Und wenn er schreibwilliger und -fähiger wäre, es es nun einmal der Fall ist, könnte er sich sogar zu einer Art Enzyklopädisten entwickeln. Doch, keine Angst, das hat er gar nicht vor.

Ein Mittel gegen die Angst zu finden, das würde ihm schon genügen. Dann hätte sein Streben einen Sinn gehabt und einen Zweck erfüllt, der über sein ansonsten vorwiegend geübtes, im weitesten Sinn: feudales Zeit-Totschlagen hinausginge. (Obschon es oft und oft besser wäre, die Leute beließen es dabei, die Zeit totzuschlagen, als dass sie einander Böses antäten.)

Bestanden Williams Obliegenheiten im Grunde doch lediglich darin, hin und wieder auf die Pachtbauern zu schauen (und darauf, ob sie ihre Arbeit wohl auch ordentlich verrichteten und sich brav [und ohne zu murren] ausbeuten ließen), zur Jagd zu gehen und sein Eheweib Gwendolin nach allen Regeln der Kunst zu umsorgen …

Freilich, auch um sie hatte er Angst. Ja, er lebte in ständiger Furcht, ihr (und den Kindern Elisabeth und Anthony) könne etwas zustoßen. Um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden sorgte sich William in dauernder Anspannung. (Wenn er von noch mehr Gottesfurcht erfüllt gewesen wäre, hätte er wenigstens hierin der Mutter Kirche ein Weniges seiner Besorgnis abtreten können; aber so – – -. Als halbwegs liberaler, als frei-denkender und ziemlich aufgeklärter Typ blieb so gut wie alles an ihm hängen.)

Beziehungen

(Ein, wie ich finde, besonders irritierender, weil – wenn überhaupt – bloß

literarhistorisch belangvoller, ansonsten eher störender Einschub oder

Exkurs. [Wie ist denn der überhaupt hier hereingekommen? Und noch

etwas: War der vielleicht in einem der Briefe versteckt?! Oder in

einer alten Zuckerdose?!])

Zunächst wäre da kaum eine Beziehung herzustellen gewesen zwischen Matthew Gregory Lewis, dem 1775 auf Jamaika geborenen Sohn aus einer reichen englischen Sklavenhändlerfamilie, der später dann, nach gleich exzellenter wie intensiver schulischer Ausbildung, im britischen diplomatischen Dienst Karriere machte, und Geoffrey Glen-Fiddich, dem literarischen Neuling aus der Provinz.

Außer, dass auch der schillernde Lewis ausgeprägte schriftstellerische Ambitionen aufwies und sogar auf Anhieb sehr erfolgreich darin war: Im Jahr 1796 schon, knapp 21jährig, hatte er mit „The Monk“, einen der ersten, überaus erfolgreichen Romane im Stil der Gothic Novel vorgelegt. Seither war er nicht nur in den literarischen Salons Londons ein überaus gerngesehener Gast.

Angefeindet zwar (ob seines noch ungewohnten Erzählstils beziehungsweise der sogar als abstoßend empfundenen Motivik) von manchen Kollegen (übrigens auch von seinem Freund George Gordon Noel Lord Byron) und manchen Rezensenten, wurde Lewis‘ obszöne und zum Teil blasphemische Story rund um den bösen Mönch Ambrosio, die Hexe Matilda, die schöne junge Antonia und deren Mutter Donna Elvira in gewisser Weise dennoch Vorbild für ein ganzes Genre.

Matthew Gregory Lewis, der etwas später dann mit den Deutschen Romantikern in enger Verbindung stehen sollte, aber auch die Sturm und Drang-Epoche sowie die Deutsche Klassik und ihre wichtigsten Exponenten (Goethe, Schiller, Herder et cetera) in Weimar und Jena kennengelernt hatte, starb 1818 noch jung auf seinen riesigen Ländereien in Jamaika. Er hatte sich damals schon auch als Übersetzer (etwa von Goethe-Gedichten) einen Namen gemacht.

Doch – wo offiziell keine Beziehung herzustellen ist, kann dennoch eine bestehen. Nach diesem Prinzip funktionieren schließlich Religionen, das Bankwesen, auch Liebesaffären und sogar die internationalen Geheimdienste.

Also wird (in Gottes Namen!) wohl auch zwischen Matthew Gregory Lewis und Geoffrey Glen-Fiddich eine solche bestehen; und sei es, dass sie einander anlässlich irgendeiner mehr oder minder faden Gesellschaft über den Weg gelaufen wären. (Wenn das auch nicht so ganz leicht möglich gewesen sein mag, da Lewis [1775 – 1818] viel Zeit außerhalb Englands, später – wie ausgeführt – sogar wieder auf Jamaika zubrachte, während Geoffrey Glen-Fiddich, sieht man von mehreren längeren London-Aufenthalten [einem davon, um das Studium der Rechte zu beginnen; aber nicht abzuschließen] und seiner [allerdings keineswegs gesicherten] finalen Überquerung des Atlantik in Richtung Vereinigte Staaten von Amerika, kaum aus seiner engeren Heimat hinausgekommen sein dürfte. Und die war nun einmal die Gegend um das verschlafene Dufftown, in der englischen Provinz.)

Na, gut. Geoffrey Glen-Fiddich war anno 1790 in besagtem, nicht weiter auffälligem Städtchen Dufftown als Sohn eines Händlers und dessen braver Frau als mittleres von fünf Kindern geboren worden. Zwar ließen Jeremy Alexander Glen-Fiddich und seine Gattin Elenor, einer geborenen Beagle, dem kleinen, allem Anschein nach begabten Geoffrey eine durchaus solide Schulbildung angedeihen; doch da er vermutlich später in einer Behörde oder vielleicht im Schuldienst unterkommen würde, legte man auf allzu viel Studium auch gerade keinen Wert.

Doch es sollte anders kommen. Eine unerwartete Erbschaft nach dem reichen, kinderlos verstorbenen Bruder der Mutter, einem gewissen Edward Randolph Beagle, der als Apotheker ein beträchtliches Vermögen angehäuft hatte, versetzte Geoffrey in die Lage, in London zu studieren. Doch das behagte dem jungen Mann nicht sonderlich, war doch längst die unbändige Schreiblust in ihm ausgebrochen. Und schon im Jahr 1805 fand er tatsächlich einen Verleger für seinen Gruselroman „The Black Monk“ (der jedoch leider kein besonderer Erfolg wurde).

Glen-Fiddich heiratete – wen es interessiert: Elisabeth Courledge (oder Caulich; die Quellenlage ist hier ziemlich dürftig), ein Mädchen aus gutbürgerlichem, ja: wohlhabendem Haus -, verließ aber seine junge Frau und die zwei kleinen Kinder, die er in kurzer Zeit gezeugt hatte, und machte sich [nicht zuletzt wohl auch beeinflusst durch den geringen Erfolg des „Schwarzen Mönchs“ und auf der Flucht vor seinen Gläubigern] schmollend nach Amerika auf, wo er zuletzt in Chicago um das Jahr 1835 herum gestorben sein soll.

Glen Fiddich, der Abenteurer? Hm.

Wie gesagt, die Quellenlage ist im Fall Glen-Fiddichs nicht die verlässlichste.

Vielleicht, so mutmaßte ein halbes Jahrhundert später sein [bisher einziger] Biograph, ein gewisser Walter David Cloughgospell [1892 – 1956], war Glen-Fiddich vor seinen neuen, nunmehr amerikanischen Gläubigern auch zurück nach Europa geflohen. Und zwar – nach Italien: in die Nähe von Florenz, wo er im Jahr 1859 oder 1860 gestorben sein soll … (Von Walter D. Cloughospell wissen wir allerdings auch, dass der wenig glückhafte englische Schriftsteller immerhin noch eine Reihe von Gruselromanen, Kriminalgeschichten und ähnlichen literarischen Ergüssen von sich gegeben hat, die insgesamt seinen – zugegeben: bescheidenen – postumen Ruhm begründen halfen. Daneben befasste er sich erstaunlicherweise auch mit dem prominenten Gründer des Jesuiten-Ordens, dem später heiliggesprochenen Ignatius von Loyola [recte: Íñigo López Oñaz y Loyola, 1491 bis 1556.)

Nun sollte man bedenken, dass auch im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert Maler, Komponisten und besonders Literaten einander in den seltensten Fällen ausschließlich freundschaftlich zugetan waren. Ganz im Gegenteil. Im Allgemeinen herrschten Eifersucht, Neid und Ablehnung vor; getarnt höchstens durch höfliche Eisigkeit (oder sogar gespielte Freundlichkeit) im persönlichen Umgang, wenn sich der nun einmal absolut nicht verhindern ließ. (Matthew Gregory Lewis dürfte zudem nicht besonders erfreut darüber gewesen sein – wenn er überhaupt davon Kenntnis erlangte -, dass, allem Anschein nach, ein dahergelaufener Afterpoet am Erfolg seiner berühmten und beliebten Gruselmär „The Monk“ mitnaschen wollte, die neun Jahre zuvor [1796] Furore gemacht hatte.)

Wie dem auch immer sei und ob einander die beiden Autoren nun kannten oder nicht, da waren eben einmal das Bein – der schaurig-düstere Romaninhalt mit seinem leicht verworrenen, blutrünstigen Plot – und zwei zähnefletschende, äußerst bissige Dichter-Hunde; bereit, um die geistige Beute zu kämpfen (woher die ursprünglich auch immer gekommen sein mochte …). Im Nachhinein sollte man womöglich froh sein, wenn sich tatsächlich kein persönliches Treffen der beiden „Mönchs“-Literaten ausgegangen ist. Ein Eklat wäre ansonsten allemal schier unausweichlich gewesen.

Im hintersten Raum

(Eine von mir – wer ich auch immer sei – nachträglich lektorierte

und korrigierte Schlusssequenz des Glen-Fiddich-Romans. Weitgehend

unnötig, zeitraubend und unpassend; aber irgendwie amüsant.)

Ganz hinten, dort, irgendwo, zwischen schäbigen und alten, weitgehend desolaten Möbelstücken, skurril umrahmt von zerschlissenen Vorhängen, zwischen staubigen, antiquierten Büchern, bei abgesplitterten Bilderrahmen und zerbrochenem Geschirr, dort hatte man William, der immer noch ohne Bewusstsein war, notdürftig und widerwillig gebettet. Es roch nach Moder, und von Zeit zu Zeit trippelte eine mittelgroße graue Maus vorbei; oder eine einigermaßen abgemagerte Ratte, Trauer und Apathie in den klugen Knopfaugen, zeigte sich auf der wenig aussichtsreichen Suche nach Nahrung.

Wann wohl mögen sie ihn hier abgelegt haben? Wie lange ist er da gelegen? Und was war womöglich alles (mit ihm) geschehen, bevor man ihn hier deponiert hat?

Er tastet beunruhigt an sich herum. Es scheint indes noch alles vorhanden zu sein.

Der Kopf tut ihm weh.

Und dunkel ist es. Und unwirtlich.

Er versucht das Geschehen – wenigstens der letzten Stunden – zu rekapitulieren; doch alles zerrinnt ihm zu einem Brei an nebulösen Eindrücken und irritierenden Ereignis-Fetzen von teilweise erschreckender Farblichkeit. Wie ein Großbrand, den er aus nächster Nähe mitansehen hat müssen (oder in den er sogar involviert gewesen ist): Ein Gutshof mag da abgefackelt worden sein oder eine Meierei? Der Wirtschaftsteil eines Kloster, womöglich …?

Sicher ist (oder scheint ihm), dass so gut wie alles vernichtet worden ist bei dieser angezettelten Katastrophe. Von wem angezettelt? Natürlich – vom schwarzen Mönch!

Mit einem Mal ist William wieder hellwach! Er sieht ihn erneut und beinahe klar vor sich. Als stünde er hier im Raum, der abscheuliche Unhold in der scheußlichen Kutte! Er möchte ihn mit dem eigenen Zingulum erdrosseln – doch er gewahrt gleichzeitig, dass eiserne Fußfesseln ihn am Gehen hindern und streng-sitzende Handschellen weitestgehend in seinem Tun einschränken.

Er kombiniert …

Doch das führt, allem Anschein nach (und zumindest aufs Erste) zu nichts.

Doch dann erinnert er sich mit einem Mal, nämlich der alten Mythen und Geschichten – auch und gerade derer, die seine eigene Familie betreffen. Nicht selten: schmerzlich betreffen. (Ja, es ist in hohem Grad unangenehm, das alles wiedererstehen zu lassen vor dem inneren Auge; das alles, was da so schön verdrängt worden war, vor langer Zeit schon, vor Generationen; und weit, weit weg, ganz hinten, im Dunkeln versteckt worden war vor all der langen Zeit …)

Da taucht sie natürlich auch wieder wieder auf, die schreckliche Geschichte rund um den sagenhaften schwarzen Mönch. Warum? Weil dieser Archelux (manche haben ihn wohl auch Arcanius oder Arcus, andere wiederum Marchelux oder Archenlurch genannt …) sich wie ein schmuddeliger roter Faden durch die gesamte Familien-Historie zieht.

Der schwarze Mönch … Es gruselt einen schon, wenn jemand irgendwo bloß den furchtbaren Geist, Dämon oder Teufel – was er auch immer sein mag – erwähnt (oder auch bloß an ihn denkt)! Archelux: Wie eine Beschwörungsformel des Bösen hört sich das an …

Die Mönchs-Mär hat dabei außerdem etwas von einer (germanischen oder nordischen) Saga an sich. Sie täuscht vor, ein altes, ja: ein uraltes Volks-Lied zu sein, handelnd von Helden, von Widerlingen, von Ungeheuern und von schönen – ach! so – schwachen Frauen; von üppigen Festen, von überaus leidenschaftlich geführten Gemetzeln und schaurigen Kriegen, von alles und jeden dahinraffenden Seuchen und schrecklichsten Verbrechen …

Diese kruden Erzählungen rund um Liebe und Leidenschaft, um Treue und Einsatzfreude, aber auch um Hass und Gier verfügten indes über einen morbiden Charme, dem sich die Leserschaft ab dem späten 18. Jahrhundert kaum zu entziehen vermochte.

Entweder stammten die Lieder, Sagen und Erzählungen (etwa „Nibelungenlied“, „Parzival“, „Edda“) tatsächlich aus fernen Vorzeiten; oder sie waren mehr oder minder geschickte Fälschungen; man denke an James Macphersons „Ossian“ oder das finnische Nationalepos „Kalevala“, das der Arzt und Runensammler Elias Lünnrot aus diversen Volksliedern kompiliert hatte.

Immerhin, reizvoll waren sie; und sie verfehlten bald auch auf Goethe, Herder und Co. nicht ihre Wirkung; bevor sie wenig später die Deutsche Romantik motivisch befruchteten. (Ob Fälschung oder Original-Volksdichtung – wen scherte das dann noch?)

Der böse Mönch. In Urururgroßväter-Zeit reichte das alles immerhin schon zurück. Und wenn etwas nur lange genug zurückliegt, hat es zumindest historisches Gewicht; wie hanebüchern es auch immer sein mag und an den Haaren herbeigezogen.

Es wirkte trotz der Jahre, die zwischen den – potenziellen – Taten und Ereignissen, den handelnden und misshandelten Personen und dem Jetzt auch immer liegen mochten, auf die Heutigen lebendig, blutvoll und plastisch. Besonders nachts und in den Albträumen, die Jung und Alt unweigerlich befielen, war bloß einer der bedeutungsschweren Namen erwähnt worden: William (I. oder der Wievielte auch immer), Lord Wumberthorn, der noch unter König James gekämpft hatte (egal, gegen wen); seine Frau, die schöne Gwendolin … In die wiederum der eigene Schwager, Williams Bruder Henry, rasend verliebt war … Und außerdem der dem Wahnsinn verfallene Cousin Mortimer aus dem Haus der Usher (wohl [wenn auch reichlich anachronistisch] entlehnt von Edgar Allan Poe, Anm.) mit seiner geliebten, todkranken Schwester Madeline … Dann der verrückte (Urur-)Onkel Winfred Housesuckle-Clowes of Brightworth on Graveshire … Und nicht zu vergessen: Archelux, der als böser schwarzer Mönch die übrige Meschpoche stets spielend ausstach!

Genau! Dann natürlich noch die monströsen Haustiere, die schier unzähmbaren, wilden Bullen, die gefährlichen Riesenpferde und die fuchteinflößenden Bluthunde! Und, nicht zu vergessen, die auch nicht unbedingt zahmen Drachen! Es hatte sie zu geben, und jede Familie, die auch bloß ein wenig auf sich hielt, konnte ein solches Gezücht im Dunstkreis ihrer Ahnen aufweisen. Und sei es nur, damit sich die jungen Männer (zumindest in ihren wildesten Phantasien [oder in ihren feuchten Liebesträumen]) mit den feuerspeienden Viechern messen konnten. Denn Drachenblut musste unbedingt immer wieder einmal fließen. Allein schon, damit sich ein Held am Beginn seiner hoffentlich illustren Karriere darin baden könne …

Wahrscheinlich kam dem Drachenblut eine ähnliche therapeutische Wirkung zu wie heute den bei komplizierten Operationen obligaten Blutkonserven; nur war es selbstverständlich nicht innerlich anzuwenden, sondern äußerlich, zur Kräftigung der Haut. Drachenblut machte quasi unbesiegbar – bis auf die vorher dummerweise durch herabgefallene Linden-, Eichen- oder Buchenblätter bedeckten Stellen, die fürderhin eine ähnliche Funktionen erfüllten wie die antike Achillesferse. (Näheres weiß das schon kurz erwähnte Nibelungen-Lied zu vermelden. Auch Heinrich Steinfest, Der Nibelungen Untergang [Stuttgart 2014], sei hier erwähnt.)

Ja, ihm, dem (was weiß man genau: siebzehnten, achtzehnten?) Lord William Wumberthorn, dem aktuellen Erben des Hauses, hat das alles großteils (wobei sie bestimmt vieles vom ganz Schrecklichen ausgelassen hat [nie freilich die Passagen, die den bösen schwarzen Mönch Archelux betrafen!]) die Großmutter mütterlicherseits erzählt, als er noch ganz klein war. Großmutter Loreley war nämlich eine der wenigen, die dieses gar nicht so leichte Erbe an sagenhaften und schrecklichen Geschehnissen und Ereignissen aus weit-zurückliegenden Zeiten noch einigermaßen geordnet und systematisiert in ihrem auch schon uralten Gedächtnis gespeichert hatten …

Auch die Absonderlichkeiten rund um den entfernt verwandten Cousin irgendwelchen Grades, George Zynn-Zousel von Axelworth, den kleinwüchsigen Vater des angeblich so nachtragenden, nach Rache dürstenden und fürchterlich hinterhältigen Zwergs Walther, und um die schöne, aber anämische Theodora … (Und mit einem Mal ist es klar, dass auch Williams eigener Ururur-Großonkel, der im Alter angeblich die meiste Zeit des Nachts nebulös im Stammschloss herumwabbernde und dabei herzzerreißend wimmernde Lord Peter Laurence Wumberthorne … – – – Ach was!)

Kurz nochmals zum Kern der Sache, bitte! Fest schien allmählich nur zu stehen, dass Archelux, der Zwillingsbruder des 10. (oder 11.) Lord William Wumberthorn, der sich mit zarten siebzehn in dieselbe Frau verliebt hatte wie der Erstgeborene, nämlich in die wunderschöne Patricia Edda Naddlewood (eine angebliche Hexe), kurz entschlossen und darin einem Entschluss des Familienrats folgend, in ein äußerst strenges Kloster gesteckt worden war, wo er dann folgerichtig Mönch (sic!) wurde: Ausgangspunkt all der späteren Schrecknisse, die bis heute weiterzuwirken schienen!

Wäre die Familie mit der Liebeswahl des fürchterlichen Archelux einverstanden gewesen (und hätte sich sein [ohnedies als oberflächlich bekannter] Bruder William Wumberthorn eben eine andere gesucht [genügend Auswahl gab es ja]), dann wäre womöglich alles ganz anders gekommen. Und die sonst ohnedies auch nur wenig aufregende Familiengeschichte hätte sich vielleicht durch die Jahrhunderte in aller Gemütsruhe abspielen können wie auf einem langweiligen, aber wertvollen alten Gobelin; sei es in England, in Schottland, aber auch zwei, drei Generationen lang in Indien, in der Europäischen Union oder außerhalb …

Ja, so ist William die ganze Historie rund um den schauerlichen Mönchsunhold mit einem Mal – beinahe – klar. (Und was er jetzt nicht weiß, das weiß er, wird er nie wissen …)

Doch da: Ein Schatten! Ein Schatten, ausgestattet mit einer angenehmen Frauenstimme, löst ihm mit geschickten Fingern die Fuß- und Handfesseln. „Sieh, du bist – frei!“ So flötet die Stimme, während sie sich, mitsamt der ganzen angenehmen, wie schwebenden, vielleicht: überhaupt ätherischen Gestalt, auch schon wieder in Nichts aufzulösen beginnt. Ja, die Erscheinung verebbt … (Und auch die Musik, von der er zuvor kaum Notiz genommen hat, wird kontinuierlich leiser und hört zuletzt ganz auf.)

Aber -“, will William ihr nachrufen. Doch die Stimme versagt ihm.

Plötzlich vernimmt er Geräusche: ein Rascheln? Ein leises Pfeifen? Getrippel?

Ratten oder Mäuse! Oder beides, Ratten und Mäuse?!

Nein: Dann wird er des Zwerges gewahr. (Ist es Walther? Oder [der längst verstorbene, um nichts bessere] George Zynn-Zousel von Axelworth selbst?! Egal.)

Da freilich ermannt sich William, greift zu einem der dicken, in Leder gebundenen Folianten, die bisher unbeachtet in einer Ecke des halbdunklen Verließes gelegen sind, und schleudert das schwere Buch – mit letzter Kraft, wie es ihm vorkommt – in die Richtung, in der er den buckligen Kerl vermutet. Das Buch verfehlt (wie so oft die Literatur) sein Ziel und poltert dumpf zu Boden. Das Geräusch scheint ihn zu allem Überfluss verhöhnen zu wollen.

Und du nimmst wirklich an, wenn du ihn erschlügest, änderte sich irgendetwas an deiner ausweglosen Situation?“, höhnt der schwarze Mönch, Archelux, der wie aus dem Boden gewachsen plötzlich auftaucht und sich außerdem eines tadellosen Konjunktivs bedient. Aus seinen Teufelsaugen blitzen Funken der Hölle, auch wenn seine Stimme eher belustigt klingt. „Du Tor!“, stößt er, beinahe lachend, hervor. „Du bist und bleibst ein Trottel, William!“

Doch William erhebt sich mit letzter Kraft und nähert sich unter Schmerzen der schaurigen Gestalt. Dann aber zieht er plötzlich den zierlichen Dolch aus dem Wams und stößt ihn dem Unhold mit letzter Kraft gezielt durch die Kutte zwischen die Rippen.

Erstaunen erfasst die scheußlichen Züge des fürchterlichen Mönchs, während er überrascht die Stöße von Blut beobachtet, die aus seiner Brust schießen. Dann fällt das Kuttenmonster zu Boden und haucht seine schwarze Seele aus. (Die Musik meldet sich zurück und lässt Trommelschläge, Paukenrollen und gefährliche Posaunen-, Trompeten- und Tubenstöße hören, die von wild-triumphierendem Streicherklang und dem hellen Gedudel aufgeweckter Klarinetten [in harmonischem Duell mit zwei wilden Piccolo-Flöten] sowie den einigermaßen gewagten Läufen der immerhin etwas getragener intonierenden Querflöten, den wuchtig-dunklen Fagotten und den klirrend-flirrenden Oboen und Englischhörnern kontrapunktiert werden. Ach ja: Irgendeine symphonische Untat scheint sich da final zusammenzubrauen.)

William, dem es wieder wesentlich besser geht, sieht auf seine Digitaluhr und sagt: „O! Ich bin spät dran. Lady Gwendolin wird sicherlich schon mit dem Tee warten …“

Er dreht auf der alles andere denn einladenden Stelle um und macht sich davon.

Draußen umfängt ihn munteres Vogelgezwitscher.

O ja, das Leben kann schön sein!

*

So bleibt dem Schreiber der Geschichte – gemeint ist nicht Geoffrey Glen-Fiddich, der nur quasi zufällig hier hineingeraten ist; wie auch der (namenlose) Jungautor irgendeines anderen Kriminalromans, der (zugegeben: auch eines nicht minder vom Schicksal [Lesung, Schwerhörigkeit der Tante, Chinese, Mord …] gesteuerten Umstands wegen) in diesem ganzen Schlamassel rund um den ominösen Glen-Fiddich-Gruselroman gelandet ist -, so bleibt denn also mir, dem (angeblichen) Autor der vorliegenden Geschichte, also nichts anderes übrig, als mich mit der Situation abzufinden.

Das Blöde daran ist allerdings, vom aktiv Gestaltenden zum passiv Hin- und Hergeschobenen geworden zu sein. Denn, Hand aufs Herz, was schert mich die schwerhörige Tante, der grinsende Chinese, der neurotische Jungpoet oder gar Glen-Fiddichs vermutlich blässliche, leicht anämische Gwendolin?! Nicht einmal sein – ach! – so ehren- wie mannhafter Held, dieser William, oder gar der fürchterliche Mönch in Schwarz, Archelux, erweicht mir das Herz. (Um ehrlich zu sein, besonders der dunkle Geselle, ein Gänger zwischen den Welten und Jäger diverser verlorener, weil unfassbarer Schätze, geht mit total am Arsch vorbei.)

Und Morde? Nun, die müssen im literarischen Bereich eben immer wieder einmal vorkommen, geschehen und sich ereignen (beziehungsweise: mehr oder minder ausgeklügelt zelebriert werden).

So stehe ich, armer Thor, nun, wenig goethisch-faustisch, aber belämmert, am Ende dieser Prosa da; zwar nicht mit leeren Händen – aber auch nicht gerade geistig triumphierend.

Gut, ich hätte mich nicht auf dieses Abenteuer einlassen müssen. Es hätte immerhin eine Alternative gegeben. Und dabei wäre ich vermutlich besser ausgestiegen … Nämlich: Dumm zu sein und dumm zu bleiben.

Doch …

Doch: Wie verzichtet man auf das Verlockende?! (Auf das knusprige Backhuhn, auf die attraktive Frau, auf den Jahrgangs-Whisk[e]y oder auf die Welt-Idee?!)

Wie geht man (oder, besser: gehe i c h ) einer – sich womöglich zuletzt diffizil gestaltenden – Geschichte tatsächlich aus dem Weg?! Selbst auf die Gefahr, in ihr vollends in die Irre abzugleiten. Zuletzt dann verloren. Verblasst. Weggewischt. Ausgelöscht.

Noch dazu, da in gewisser Weise jede Geschichte meine Geschichte ist?!

E N D E

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